Atommüll-Endlager Schacht Asse-II
Forschungsbergwerk für die Einlagerung von mittel- und schwachaktiven Atommüll in Deutschland, außer Betrieb und im Stilllegungsprozess.
28. Juni 2012 - Mehr als 25.000 fordern: Stoppt die Vorbereitungen für die Flutung der Asse!
Mit mehr als 25.000 Unterschriften hat der Asse II-Koordinationskreis heute in Berlin seine Forderung unterstrichen, den Atommüll im Bergwerk Asse II (Kreis Wolfenbüttel) keinesfalls zu fluten. Damit hat er auch die Bundesregierung an ihr Versprechen von 2009 erinnert, das marode Salzbergwerk, in das nie Atommüll hätte eingelagert werden dürfen, zügig zu räumen. - mehr
Standort-Facts
- Ort: Remlingen/Salzgitter
- Land: Deutschland
- Rubrik: Endlager
- Zustand: außer Betrieb
- in Betrieb seit: 12.03.1965
- Betriebsende: 31.12.1978
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Das Bergwerk ASSE II befindet im Höhenzug Asse, nahe der Ortschaft Remlingen im Landkreis Wolfenbüttel, bei Braunschweig und 10km südöstlich von Wolfenbüttel, im Bundesland Niedersachsen in Deutschland. Von 1967 bis 1978 wurden in dem Salzbergwerk Asse im Auftrag des Bundes etwa 125.000 Fässer mit schwach- und 1.300 Fässer mit mittelradioaktivem Abfall zu "Versuchszwecken" von der GSF - Forschungszentrum für Umwelt und Gesundheit (ehemals: Gesellschaft für Strahlen- und Umweltforschung) – nach unterschiedlichsten Verfahren eingelagert.
Vom Salzbergwerk zum Endlager für Atommüll
Die Schachtanlage Asse II wurde zum Zweck des Salzabbaus 1906 angelegt. Von 1908-1925 wurde in Asse II Kalisalz (Carnallit) und von 1916-1963 Steinsalz gefördert. Es entstanden über 100 Abbaukammern auf 15 Sohlen zwischen 490 und 800 m Tiefe. Das Hohlraumvolumen dieses Salzbergwerks beträgt ca. 3,5 Mio. Kubikmeter.
Bereits 1906 musste das ca. 1,4 km westlich gelegene Kalibergwerk Asse I wegen enormer Wasserzuflüsse geschlossen werden. 1923 lief der ca. 3 km östlich gelegene Schacht Asse III nach seiner Stilllegung von oben her voll Wasser.
1965 erwarb die gsf (Gesellschaft für Strahlen und Umweltforschung) im Auftrag der Bundesregierung dieses Salzbergwerk von der Wintershall AG, um hier Versuche zur Lagerung von Atommüll durchzuführen. Der Begriff "Versuchslagerung" wurde geprägt. Quasi über Nacht war das erste deutsche Lager für Atommüll beschafft worden.
Die beunruhigte Bevölkerung glaubte den offiziellen Verlautbarungen und damit an den Versuchscharakter dieser Anlage und an die Rückholbarkeit des in den folgenden Jahren eingelagerten Atommülls. Die GSF versprach beim Kauf, das Bergwerk zunächst 5 Jahre lang auf seine Eignung hin zu prüfen, bevor die ersten Atomtransporte mit Zielort Asse rollen sollten.
Bereits 1967, also nach nur zwei Jahren wurde dieses Versprechen jedoch durch den wachsenden Entsorgungsdruck der Atomindustrie gebrochen: die ersten Fässer mit schwachradioaktivem Müll wurden auf der 750m-Sohle eingelagert, ohne einen Standsicherheitsnachweis für das Grubengebäude mit den 100 Hohlkammern vorzulegen. Damit war de facto innerhalb kürzester Zeit das erste Endlager der BRD geschaffen.
Ein Planfeststellungsverfahren mit Sicherheitsbericht und Öffentlichkeitsbeteiligung war nach dem damaligen Atomgesetz noch nicht erforderlich, die damals bereits notwendigen Standsicherheitsnachweise waren und sind bis heute auch nicht erbracht worden. Der "Versuchscharakter" spielt bei der Einlagerung schnell keine Rolle mehr. Mehrere deutsche Atomkraftwerke konnten Anfang der 70er Jahre auch deshalb in Betrieb gehen, weil in ihrem Entsorgungsnachweis der Salzstock Asse festgeschrieben wurde. Im Umweltprogramm der Bundesregierung wird er seit 1971 als "Endlager für radioaktive Abfälle" geführt.
Auswahlverfahren des Standortes
Für die Auswahl von Asse II als Lagerstätte radioaktiver Abfälle waren zwei Aspekte bedeutend, die zunächst einmal nichts mit der Sicherheit zu tun hatten: Das Interesse des Eigentümers, die inzwischen unrentable Anlage einer effektiven Nachnutzung zuzuführen und die im Bund einsetzenden Überlegungen zur Endlagerung. Die Auswahl wurde durch die Bundesanstalt für Geowissenschaften und Rohstoffe (früher Bundesanstalt für Bodenforschung) und das Niedersächsische Landesamt für Bodenforschung befürwortet. Vor dem Hintergrund dieser Interessenlage hat ein systematisches Auswahlverfahren nicht stattgefunden.
Hinsichtlich ihrer Nutzung ist die Asse später zum merkwürdiger Zwitter geworden: Endlager für radioaktive Abfälle zum einen und langjährige Versuchsanlage zum anderen. Dabei entstand ein Anlagentyp, der einmalig ist.
Radioaktives Inventar
Bis 1974 wurden in der Asse drei verschiedene Lagerungsmethoden ausprobiert: entweder senkrechtes Stapeln von bis zu vier Fässer, mal mit mal ohne Kontrollgängen dazwischen, oder horizontale Lagerung in 6 bis 13 Schichten. Es wurde versucht, die optimale Kapazität der unterirdischen Hohlräume zu nutzen. Diese Methode erwies sich jedoch, weil zu sorgfältig, als zu zeitaufwendig und zu strahlenbelastend für das Personal, somit als zu teuer und unrentabel, weshalb die Betreiber ab 1974 zu der sog. Versturztechnik übergingen.
Bei dieser Verfahrensweise werden die schwachaktiven Fässer mit einem Schaufelradlader über eine unterirdische Böschung gekippt, worauf sie in eine Salzsohle hinunterstürzen. Eventuelle Schäden durch das Aufschlagen der Behälter werden dabei nicht ausgeschlossen, so daß davon auszugehen ist, daß eine Barriere, die das Freisetzen von Radioaktivität zunächst verhindern könnte, schon jetzt nicht mehr gegeben ist.
Der mittelaktive Strahlenmüll darf aufgrund der hohen Dosisleistung an seiner Oberfläche nicht in direkten Kontakt mit dem Personal gelangen, weshalb er in sog. Abschirmbehältern von einem Kran durch senkrechte Bohrlöcher in eine darunterliegende Einlagerungskammer, die absolut unzugänglich bleiben muß, abgelassen wird.
Da in entsprechend "Wilden Kippen" durch entstehende Hohlräume zusätzlich die ungleichmäßige Druckverteilung zum Risiko wird, entschloß man sich kurzerhand, die Fässer mit Salzgrus zu verschütten, eine Methode, die man sarkastisch "Einpökelverfahren" nannte.
Spätestens zu diesem Zeitpunkt wurde aus der angeblich versuchsweisen Lagerung ein nicht rückholbares atomares Endlager.
Ein solches wurde jedoch mit der 4. Novelle des Atomgesetzes ohne Planfeststellungsverfahren sogar atomrechtlich illegal, doch es dauerte weitere zwei Jahre bevor der Einlagerungsbetrieb 1978 endlich eingestellt wurde.
Alle Angaben über die radioaktive Belastung der Umgebung von Asse II stammen von den Betreibern selbst, werden jedoch von Wissenschaftlern durchaus gleichgesetzt mit den Emissionen der Atomkraftwerke und anderer kerntechnischer Anlagen. Ein Katastrophenschutzplan oder auch nur der kleinste Versuch medizinischer Vorsorge fehlen gänzlich.
Die Abfallgebinde stammen aus dem Forschungszentrum Karlsruhe (50 %), dem Forschungszentrum Jülich (10 %), den Kernkraftwerken (20 %) sowie von sonstigen Ablieferern (20 %).
Leicht-aktive Abfälle (LAW)
- Menge: 124.494 Fässer
- Lagerort: 725m & 750m Sohle, in insgesamt 12 Kammern
- Aktivität bei Einlagerung: 2,8 * 10^15 Becquerel
- Aktivität 01.01.2002: 1,9 * 10^15 Becquerel
- Inhalt u.a.: 102t Uran, 87t Thorium, 11kg Plutonium
Die LAW-Fässer wurden Anfangs gestapelt. Ab 1974 aber mit einem Radlader vom Kammerzugang über die Böschung von oben in die Kammer gekippt, um den Zeitaufwand des Personals und die damit einhergehende Strahlenbelastung zu beschränken. Anschließend wurden die Fässer mit Salzgrieß überdeckt.
Radioaktiver Müll von Transnuklear, Nukem, Bundeswehr etc.
Von April 1967 bis Ende 1978 wurden insgesamt ca. 125.000 Gebinde mit schwachaktivem Abfall eingelagert. Dabei handelte es sich um radioaktiven Müll von Firmen wie Buchler/Braunschweig, Hoechst, AEG, der Bundeswehr, von allen westdeutschen Atomkraftwerken und auch von den Firmen Transnuklear und Nukem, die in den späteren Deklarations-Skandal von Atommüllfässern verwickelt waren („Transnuklearskandal“).
Allein die Bundeswehr lagerte von 1975 bis 1978 236 Behälter mit schwachaktiven Abfällen in die Asse ein, Transnuklear 6.578 und Nukem 1.264 Behälter.
Uran und Plutonium
Mit Beginn eines 2. Einlagerungsabschnittes im September 1967 durften die schwachaktiven Abfälle auch bis zu 15g Kernbrennstoffe, d.h. Uran 235 und Plutonium, pro Gebinde enthalten. Genehmigungen wurden in der Zeit nur vom Bergamt, nach §3 Strahlenschutzverordnung von der PTB erteilt.
Mittel-aktive Abfälle (MAW)
- Menge: 1.293 Fässer
- Lagerort: 511m Sohle, in einer Kammer
- Aktivität bei Einlagerung: 5 * 10^15 Becquerel
- Aktivität 01.01.2002: 1,2 * 10^15 Becquerel
- Inhalt u.a.: 150kg Uran, 3kg Thorium, 0,6kg Plutonium
Am 31. August 1972 erfolgt die erste Einlagerung von MAW in standardisierten 200-Liter-Fässern. Aufgrund der höheren Radioaktivität und der hohen Dosisleistung an der Behälteroberfläche ist ihre Handhabung nur noch mit Fernbedienung möglich. Die Einlagerungskammern können von den Arbeitern nicht mehr betreten werden.
Von September 1972 bis 1977 wurden 1.300 Rollreifenfässer mit MAW auf der 511 m Sohle eingelagert. Sie enthielten ebenfalls Beimengungen von Uran und Plutonium.
Die MAW-Fässer wurden durch einen Schieber von der 490m-Sohle in ihre Kammer auf der 511m-Sohle mittels eines Krans herabgelassen. Insgesamt lagern hier ca. 24 kg Plutonium und ca. 26 kg Uran 235, verteilt auf ca. 14 300 Abfallgebinde, die heutzutage größtenteils nicht mehr zugänglich und auch nicht besonders gekennzeichnet sind.
Das Gesamtnuklidinventar beträgt ca. 200.000 Curie (7,4 * 10^16 Becquerel). Nach Angaben der Betreibergesellschaft gsf im Rahmen einer öffentlichen Informationsveranstaltung 2005 wurde die tatsächlich noch vorhandene Radioaktivität auf Grundlage von Aufzeichnungen aus der Zeit der Einlagerungen und aufgrund der radioaktiven Abklingkurven der eingelagerten Elemente neu berechnet zu 178.000 Curie (6,6 * 10^16 Becquerel). Nach dem im Frühjahr 2002 erstellten Radionuklidinventar enthielten die Fässer am 1.1.2002 neben anderen Radionukliden auch insgesamt 102 Tonnen Uran und 11,6 kg Plutonium, und die gesamte Strahlungsaktivität betrug 83.300 Curie . Während das Plutonium-241 mit einer Halbwertszeit von 14 Jahren relativ schnell zerfällt, beträgt die des Plutonium-239 24.000 Jahre, und die der Uran-Isotpe viele Millionen Jahre.
Zeitlicher Verlauf der Gesamtaktivität der ASSE
Der zeitliche Verlauf der Gesamtaktivität in der ASSE begründet sich durch den natürlichen Zerfall der eingelagerten Radionuklide (Halbwertzeit):
- 1978: ca. 1*10^16 Becquerel
- nach 10.000 Jahren: ca. 1 * 10^13 Becquerel
- nach 100.000 Jahren: ca. 1,3 * 10^12 Becquerel
- nach 1.000.000 Jahren: ca. 1,1 * 10^12 Becquerel
Nach Ende der Einlagerung weitere Experimente
Das Ende der Einlagerungsflut schwach- und mittelaktiver Fässer bedeutete jedoch keineswegs das Aus für die Experimentierfreudigkeit bundeseigener Institutionen (die GSF ist eine gemeinsame Forschungsgesellschaft des Bundes und des Freistaats Bayern). Man testete in der Folge die Reaktion hochgiftiger Granulate aus Chemieabfällen mit Zement und Flüssigkeit, wobei die Flüssigkeit später durch trutiumhaltiges Wasser aus den Wiederaufarbeitungsabfällen ersetzt werden sollte.
Eine weitere Versuchsreihe testete von 1983 bis 1985 die gleichzeitige "Verbringung" wärmenetwickelnden Abfalls mit Kobalt-60-Quellen. Der Versuch galt als Test für ein geplantes Endlager in Gorleben, die damals elektrischen Wärmequellen sollten den strahlenden Inhalt der CASTOR-Transportbehälter simulieren, selbstverständlich nur seine thermischen Qualitäten. Außer der Tatsache, daß sich das Salzgestein in den umgebenden Bohrlöchern umgehend blauschwarz färbte, ist über die Ergebnisse dieser Eignungsprüfling wenig zu erfahren.
1984: Kokillen-Einlagerung aus Amerika geplant
Ein weiteres Projekt ist der Asse glücklicherweise erspart geblieben, nicht jedoch den Steuerzahlern der Bundesrepublik: 40 Mio. DM flossen im Jahr 1984 in die amerikanische Atomwaffenfabrik Hanford, um dort hochaktive Glaskokillen für eine versuchsweise Lagerung in der Asse zu erwerben. Selbst in ihrer Stahlverpackung gibt jede der 30 geplanten Kokillen eine Gammastrahlung an die Außenwelt ab, die dem Gesamtinventar der Asse entspräche. Durch diesen Versuch hätte sich die Radioaktivität im Salzbergwerk um ein dreißigfaches erhöht.
Durch massive Proteste in den USA und im Landkreis Wolfenbüttel - am 4.3.90 demonstrierten 1.000 AtomkraftgegnerInnen mit einer Menschenkette um das Endlager - sowie durch das unbequem gewordene Genehmigungsverfahren, dem die GSF nicht hätte standhalten können, brachen die Betreiber das Projekt zunächst ab. Außerdem hatte man andere Sorgen, denn bereits 1980 hatte die GSF auf Anraten des zuständigen Bergamtes mit der Verfüllung zweier unterirdischer Kammern beginnen müssen, um die Stabilität des Deckgebirges zu erhöhen. Am 3. Dezember 1992 wude mithilfe eines Beschlusses das Kokillen-Vorhanden endgültig aufgegeben. Wie die Bundesregierung in Beantwortung einer Anfrage von Bündnis 90/DIE GRÜNEN am 10.10.95 einräumen mußte, sind aber allein durch die Planung dieser überflüssigen Versuche bereits 178 Millionen DM ausgegeben worden. Dabei muß die Bundesrepublik für dieses internationale Projekt 122,7 Millionen DM bezahlen (Kostenanteil der EU 34,2 Mio., Holland 11,3 Mio., USA 7,7 Mio. Frankreich 1,3 Mio. und Spanien 0,8 Mio. DM), so die Bundesregierung in Beantwortung einer Anfrage von Bündnis 90/DIE GRÜNEN am 12.6.96.
Ende der 90er Jahre liefen in der Asse vier Versuche, davon einer mit geringen Mengen radioaktiver Substanzen. Dabei handelte es sich um Auslauguntersuchungen an Zementproben, von denen ein Teil radioaktiv markiert ist.
Sicherheitsprobleme
Bereits damals bestanden begründete Zweifel an der Eignung des ehemaligen Salzgewinnungsbergwerkes als Atommüllendlager, sie wurden jedoch nicht ernst genommen.
Salzstöcke: "Langzeitsicherheit" für 50 – 100 Jahre
Im Salzbergbau rechnet man mit der Festigkeit der Gebilde aufgrund der zahlreichen Hohlräume und der direkten Nachbarschaft des Kalisalzes zu grundwasserführenden Schichten von lediglich 50-100 Jahren. Von den 3,5 Mio. Kubikmetern Hohlraum in der Asse sind durch das Endlager bereits 1 Mio. Kubikmeter belegt.
Laut GSF stellt das leerstehende Grubengebäude ein Stabilitätsrisiko dar, eine Verfüllung der Hohlräume mit Salzgrus wäre ein gangbarer Weg der Verbesserung und "langfristigen Sicherung der Standfestigkeit des Bergwerks". Bei der Propagierung von Salzstöcken zur langfristig sicheren Lagerung von Atommüll ging man bisher ja davon aus, dass es in Salzstöcken trocken sei und bleibe. Mittlerweile wurde diese alte Prämisse zur Atommüll-Endlagerung in Salzstöcken geändert:
"Ziel ist es nicht mehr, das Grubengebäude für alle Zeiten trocken zu halten - was ohnehin nicht möglich wäre -, sondern Maßnahmen zu entwickeln, welche die Langzeitsicherheit des Bergwerks auch trotz eines Salzlösungszuflusses gewährleisten." (gsf-Broschüre "Asse - Ein Bergwerk wird geschlossen", Mai 2003)
In der Asse gibt es bereits seit mehreren Jahren Laugenzuflüsse – zunächst von 1989 bis 1990, seit März 1991 jedoch ständig. Es handelt sich heute um mehr als 11 Kubikmeter Lauge täglich, deren Herkunft ungeklärt ist. Löst sich das Salz weiter auf, so kann es die - im Laufe der Zeit korrodierten - Atommüllfässer nicht mehr von der Umwelt abschirmen. Mit dem Wasser würde sich die Radioaktivität unkontrollierbar im Berg verteilen und im Laufe der Jahre auch ihren Weg nach draußen finden.
Seit 1988: Laugenzuflüsse
Etwa 1988 wurden Laugenzuflüsse in das als "absolut sicher" - auch gegenüber Feuchtigkeit - propagierte Endlager zugegeben, Anfang der 90er Jahre sollen es bereits 5 Kubikmeter pro Tag sein. 2001 handelt es sich schon um elf Kubikmeter - 1994 stellt ein vom niedersächsischen Umweltministerium in Auftrag gegebenes Gutachten fest, ein "nicht beherrschbarer Wassereinbruch" nicht mehr auszuschließen sei.
Durch die Aufweichung von Teilen des Gebirges droht die Asse einzustürzen. Radioaktive Stoffe könnten sich in Grundwasser führende Schichten ausbreiten. Mensch und Natur sind von der Hinterlassenschaft der Atomkraftwerke bedroht.
Seit 2003 dringen täglich ca 12,5 m³ Steinsalzlauge ein. Diese Lauge wurde Anfangs dem Verfüllmaterial zugegeben, heute aber in angelegten Sammelbecken gespeichert. Von dort wird die Salzlösung mit einer Pumpe nach über Tage gefördert, mit Tanklastfahrzeugen zu einem ehemaligen Kalibergwerk transportiert und zur Flutung des dortigen Grubengebäudes verwendet. Im Zeitraum von April 2005 bis Januar 2007 wurden insgesamt rund 11.500 Kubikmeter Steinsalzlösung abgegeben.
1994: Verfüllung von Hohlräumen gegen Einsturzgefahr
Um ein Einstürzen der Asse mit entsprechenden katastrophalen Folgen abzuwenden, empfahlen bereits 1994 Gutachter die Verfüllung von 131 Hohlräumen. So wurden seit August 1995 täglich rund 1.200 Tonnen Verfüllmaterial aus dem Kalisalzbergwerk Ronnenberg bei Hannover herantransportiert und mithilfe spezieller Technik in die ehemaligen Abbau-Kammern der sog. "Südflanke" geblasen. Die Verfüllung wurde im April 2004 beendet. Damit waren mit 2.213.700 Tonnen Material rund 1,8 Millionen Kubikmeter Hohlraum zugeschüttet.
2004: Verfüllung tieferer Grubenkammern beginnt
Mit Abschluss der Verfüllarbeiten der Südflanke wurden die sei 2003 vorbereiteten Arbeiten zur Verfüllung der unterhalb der ehemaligen Abbaubereiche in etwa 800m Tiefe gelegenen Grubenkammern aufgenommen. Bis Ende 2006 wurden insgesamt rund 54.000 Tonnen Verfüllmaterial auf der 975-m- und der 950-m-Sohle eingebracht.
2004: Flutung mit Magnesiumchlorid-Lauge
Die Laugenzuflüsse haben jedoch noch eine weitere bedenkenswerte Eigenschaft: Sie löst Carnallitit, einem Salzgemisch von Natrium, Kalium und Magnesium, auf. Diese Umlöseprozesse führen wiederum zur Auflockerung im Deckgebirge. Damit ist also trotz Verfüllung ein Zusammenbrechen der Asse möglich.
Der Versuch, diese Gefahr abzuwenden, soll sich durch das Fluten bzw. Benetzen der betroffenen Flächen mit Magnesiumchlorid-Lauge ("Schutzfluid") gestalten. Damit soll eine Art Gegendruck zum umgebenden Gebirgsdruck erzeugt und so ein Einsturz des Bergwerks verhindert werden. Wenn sich diese Lauge dann im Laufe der Jahrzehnte mit der eindringenden Steinsalzlauge vermischt, soll das Gemisch durch die Anreicherung mit Magnesium nicht mehr in der Lage sein, die Carnallitit-Formationen aufzulösen.
Für Transport und Speicherung des Schutzfluids wurden 2005 über- und untertägige Anlagen erstellt. Auf dem Gelände der Asse entstand eine Verladeanlage mit Förder- und Speicheraggregaten. Der Antransport des Schutzfluids kann sowohl über Straße als auch Gleis erfolgen.
Unter Tage wurden drei je 500 Kubikmeter fassende Speicherbecken errichtet, die mit Förderpumpen ausgerüstet sind. Für die Benetzung des Schotters und die Verfüllung des Porenraumes im Salz- und Schotterversatz wurden bis Ende 2006 insgesamt rund 10.400 Kubikmeter MgCl2-Lösung in den Tiefenaufschluss gefördert.
Kritiker befürchten, dass wenn auch die Stollen, in denen der Atommüll gelagert wird, mit Lauge geflutet würden, Fässer durch Rostschäden undicht werden und die verseuchte Flüssigkeit in das Grundwasser dringen könnte.
2005: Strömungsbarrieren gegen Laugenzuflüsse
Sog. Strömungsbarrieren, im Prinzip Mauern aus Stein und Beton, sollen eine Begrenzung und Lenkung der in Zukunft möglichen Zuflüsse von Flüssigkeit in die Gruben bewirken. Die vorbereitenden bergmännischen Arbeiten zum Bau dieser technischen Barrieren sind angelaufen, ein erster Prototyp wurde im Juni 2003 fertig gestellt. Die vorbereitenden Arbeiten für den Bau der ersten Barrieren laufen seit Mitte 2005. Insgesamt sind etwa 65 dieser Strömungsbarrieren vorgesehen - im Februar 2006 wurde ihr Bau zugelassen. Der Bau der ersten Strömungsbarriere auf der 775-m-Sohle konnte Anfang März 2007 erfolgreich abgeschlossen werden.
Rückholbarkeit des Atommülls?
"Eine Rückholung der Abfälle ist vor allem aus zeitlicher, aber auch aus bergtechnischer Sicht nicht durchführbar sowie aus sicherheitlicher und wirtschaftlicher Sicht nicht vertretbar", so die offizielle Position des Betreibers GFS.
Tatsächlich gewähren Gutachten der Asse anhand von Modellrechnungen eine Sicherheit gegen Zusammenbruch bis zum Jahre 2014. Bis dahin ist es aufgrund mangelnder Kapazitäten nicht möglich, sämtlichen Atommüll wieder an die Oberfläche zu transportieren. Zudem würden diese Arbeiten unter erheblicher Strahlenbelastung der beteiligten Arbeiter resultieren. Das "Abkippen und Verbuddeln" von Atommüllfässern erschwert die Situation erheblich.
2006: Zeitplan zur Schließung gerät außer Kontrolle
Das von der gsf entwickelte Schließungskonzept sah zunächst die langfristige und sichere Schließung der Anlage bis zum Jahr 2013 vor. Die Umsetzung notwendiger und geplanter bergtechnischer Maßnahmen benötigten aber wesentlich mehr Zeit als angenommen, so die gsf im Jahre 2006. Dies gälte insbesondere für das Einbringen von speziellem Verfüllmaterial in die Einlagerungskammern und das restliche Grubengebäude sowie die mit dem Einbringen großer Spezialbetonmengen verbundene qualifizierte Errichtung zahlreicher Barrierebauwerke unter Tage.
Nach aktuellem Planungsstand ist daher gegenüber den ursprünglichen Planungen mit einer Verzögerung von vier Jahren und somit einer endgültigen Schließung nicht vor 2017 zu rechnen.
Schließung der Schachtanlage
Die Schließung der Schachtanlage Asse wird nach den Vorschriften des Bundesberggesetzes so durchgeführt und überwacht, dass nach ihrem Abschluss kein gesondertes Kontroll- und Überwachungsprogramm nötig ist. Die sich anschließende Entwicklung des Standortes wird durch routinemäßig durchgeführte allgemeine Umweltüberwachungsmessungen sowie Geländevermessungen erfasst. Eine übertägige Kennzeichnung ist vor dem Hintergrund dieser regelmäßigen Messungen nicht erforderlich.
Kosten
- Kosten bisher (von 1993 bis 06/2001): 151.657 Mio. DM
- Zukünftige Kosten: 137.397 Mio. DM
- Geldgeber: Bund 100 %
Atommüll-Endlagermisere Asse-II
Der Fall Asse beweist: Wissenschaftler und Behörden haben die Sicherheit der Bevölkerung zu Gunsten der Atomkraftwerksbetreiber und ihrer Müllprobleme leichtfertig aufs Spiel gesetzt, denn das Desaster war vorprogrammiert.
Bis zu einer technisch einwandfreien Lösung für die Endlagerung von radioaktiven Abfällen, die nur entstehen kann, wenn alle Informationen der Öffentlichkeit offengelegt und mit Betroffenen diskutiert werden, kann die einzige vertretbare Lösung für die Asse heissen: der Atommüll muss wieder raus! Koste es, was es wolle.
Zu befürchten ist, daß mit der Beerdigung des Atommülls in Asse II nun endlich Gras über die kleinen und großen Skandale der Atomindustrie wachsen soll. Die Asse stellt nur ein Paradebeispiel für mißlungene Atomprojekte dar, die Reihe ließe sich endlos fortsetzen, in Morsleben, Schacht Konrad und Gorleben wird die unverantwortbare Endlagerung in unterirdischen Formationen skrupellos fortgesetzt.
Den Betreibern geht es längst nicht mehr um eine "sichere Entsorgung", sondern um das schnelle Geschäft, denn nur mit dem sog. "Entsorgungsvorsorgenachweis" dürfen in der BRD überhaupt Atomkraftwerke betrieben werden.
Der Schaden ist angerichtet. Aber es kann nicht angehen, dass unabhängig von der Öffentlichkeit weiter herumexperimentiert wird. Stilllegung und endgültiger Verschluss des Endlagers, nachdem man per Verfüllung und Akzeptanz durchnässter Lagerkammern eine Rückholung der Abfälle quasi unmöglich gemacht hat, und Deponierung der zugehörigen Information über das Gefahrenpotential in Staatsarchiven dürfen nicht das Schicksal der Asse und damit der in den nächsten Jahrhunderten und darüber hinaus hier lebenden Menschen ausmachen.
Der Umgang mit diesen Gefahren, darf nicht den Institutionen überlassen bleiben, die bislang jede von der Asse ausgehende Gefahr verharmlost haben und immer noch von "Versuchsendlager" sprechen. Zehntausende von Jahren werden radioaktive Strahlung und Plutonium in der Asse erhalten bleiben. Wie können die Menschen in naher und ferner Zukunft gewarnt werden vor dem, was in den vergangenen Jahrzehnten für sie angerichtet worden ist?
unsere Kritik am Standort anzeigen »
Mit der Asse-II wurde eines der größten Umweltkatastrophen in der Geschichte der deutschen Atomenergienutzung angerichtet.
Dank dem wirtschaftlichen Interesse von Atomindustrie und Politik, Atommüll kostengünstig zu entsorgen wurde in der Asse-Region ein Desaster angerichtet. Eine langfristige Verseuchung des Grundwassers kann nicht ausgeschlossen werden. Heute ist ein Ausmass der künftigen radioaktiven Freisetzungen nicht zu überschauen.
Laut eines 2007 entdeckten Protokolls wussten Mitglieder des Bundestages bereits am 13. Mai 1965 - zwei Jahre vor der Genehmigung - von Laugeneinbrüchen.
Das Bergwerk wurde damals als "Versuchsendlager" bezeichnet. Deshalb gab es auch kein atomrechtliches, sondern lediglich ein bergrechtliches Verfahren ohne Bürgerbeteiligung.
Seit mehr als 40 Jahren dringt Salzlauge ins Forschungsendlager, heute mehr als 12,5 Kubikmeter pro Tag. In 574 Meter Tiefe rinnt ein steter Fluss in große Auffangbecken. Die Eintrittsstelle ist bekannt, woher das Wasser kommt, wissen die Experten immer noch nicht. Würde die Lauge nicht rund um die Uhr weggepumpt, das Salzbergwerk wäre längst in sich zusammengestürzt. Umweltschützer fürchten eine radioaktive Verseuchung des Grundwassers in der Region um Wolfenbüttel, in der mehr als 2,5 Millionen Menschen leben.
- Die Endlagerung in Salz ist gescheitert!
"Asse II ist der GAU für die Endlagerung von Atommüll. Das Vertrauen von Anwohnern und Kritikern ist grundlegend gestört. Asse II droht abzusaufen", warnte Bundesumweltminister SIgmar Gabriel (SPD) am 24.04.2007.
Chronik vom Standort anzeigen »
- März 1906 - Beschluss der ordentlichen Gewerkenversammlung der Gewerkschaft Asse einen neuen Förderschacht abzuteufen
- 10.09.1906 - Beginn der Abteufarbeiten für den Schacht Asse 2
- 01.11.1908 - Endteufe von 765 Metern ist erreicht
- 01.03.1909 - Beginn der Förderung von Kalisalzen
- 01.01.1916 - Beginn der Förderung von Steinsalz
- 1923 – Schacht Asse III muss wegen erheblicher Salzlaugenzuflüsse geschlossen werden.
- 31.12.1925 - Ende der Förderung von Kalisalzen
- 12.12.1928 - Liquidierung der Gewerkschaft Asse und Veräußerung des Gesamtvermögens an die Burbach Kaliwerke AG
- 05.12.1963 - Das Oberbergamt Clausthal-Zellerfeld warnt erstmalig vor einer Flutung des Asse-Schachts. Zur Begründung verweist Oberamtdirektor Börger auf die schon damals beobachteten Wasserzuflüsse ins Bergwerk Asse.
- 31.03.1964 - Ende der Steinsalzgewinnung
- 12.03.1965 - Die Gesellschaft für Strahlen- und Umweltforschung (GSF) erwirbt zum Preis von 700.000 DM im Auftrag der Bundesrepublik das ehemalige Salzbergwerk Asse von der Wintershall AG, um dort Forschungs- und Entwicklungsarbeiten zur sicheren Endlagerung radioaktiver Abfälle durchzuführen.
- 13.05.1965 - die Bundesregierung wird über Laugenzuflüssen informiert: ein Vertreter der damaligen Bundesregierung unterrichtet die Mitglieder des Bundestagsausschusses für Atomenergie und Wasserwirtschaft über Laugeneinbrüche.
- 01.06.1965 - Gründung des GSF-Instituts für Tieflagerung mit Sitz in Clausthal-Zellerfeld und der Betriebsabteilung für Tieflagerung mit Sitz in Wolfenbüttel. Der Auftrag: Durchführung von Forschungen auf dem Gebiet der Tieflagerung radioaktiver Abfälle
- April 1967 bis Ende 1978 - Als Versuch deklariert werden insgesamt 125.000 Fässer mit schwachaktiven Stoffen in der Asse eingelagert, davon allein in den 2 Jahren bis zum Ende der Genehmigung 52.000 Fässer - das ist der gesamte in dieser Zeit in der Bundesrepublik angefallene schwachaktive Atommüll.
- Sept. 1972 bis März 1977 - 1.300 Behälter mit mittelaktivem Abfall werden zusätzlich eingelagert, insgesamt also mehr als 126.000 Fässer in die Asse verbracht. Auf Anfrage muss die GSF zugeben, dass in diesem Abfall auch 23 kg hochgiftiges Plutonium ist.
- Ende 1978 läuft die Einlagerungs-Genehmigung aus.
- ab 1978 - Nach den 1978 in Kraft getretenen neuen Bestimmungen des Atomgesetzes ist ohne Durchführung eines Planfeststellungsverfahrens mit Öffentlichkeitsbeteiligung keine Endlagerung von Atommüll möglich. Anstatt ein solches Planfeststellungsverfahren zu beantragen, wird erst nach Intervention aus dem Kreistag keine weitere Einlagerung von Atommüll mehr vorgenommen. Aber es wird weiter mit radioaktiven Substanzen geforscht, es werden technische Verfahren entwickelt und Tests zum Verhalten von Salz bei Strahlungs- und Wärmeeinwirkung durchgeführt. Dazu wird das Bergwerk weiter ausgebaut. Insgesamt lagert nun in 500 bis 700 m Tiefe Atommüll mit einer Aktivität von ca. 200.000 Curie (7,4 * 10^16 Becquerel).
- 1979 – Wissenschaftler warnen öffentlich vor mangelnder Standsicherheit und beschreiben Möglichkeiten des Wassereinbruches. Eine Studie zeigt mangelhafte mangelnde Standsicherheitauf. Die Ergebnisse werden vom Betreiber und den verantwortlichen Institutionen nicht ernst genommen.
- 1988 – Salzlösungszutritte in das Bergwerk stellen bisher angeblich in sich geschlossene Vorkommen dar, die nicht in Kontakt mit dem Grundwasser stehen. Im gleichen Jahr Widerruf dieser Aussage: der Laugenzufluss kommt aus dem Deckgebirge, genaue Herkunft ist unbekannt und Zutritt nicht zu stoppen.
- 1992 – Genehmigung zum Auffüllen des Bergwerkes mit Rückstandsalz
- 1994 - In einem Gutachten, das das Niedersächsische Landesamt für Bodenforschung, das Oberbergamt Clausthal-Zellerfeld und das Bergamt Goslar im Auftrag des Niedersächsischen Umweltministeriums erstellen, wird festgestellt, dass ein nicht mehr beherrschbarer Wassereinbruch in das Bergwerk ("Absaufen") nicht auszuschließen ist. Zur Verbesserung der Standfestigkeit empfehlen die Gutachter daher die Verfüllung der verbliebenen Hohlräume (insgesamt ca. 2,5 Millionen m3) mit Salz.
- 1995 - Die Verfüllung beginnt. Tag für Tag bringen Güterzüge Abraumsalz zur Schachtanlage, das dann in die Hohlräume geblasen wird. Die Versuchstätigkeit mit radioaktiven Stoffen wird eingestellt. Im Laufe der Jahre nehmen die Zuflüsse von Wasser in den Salzstock zu. Aus dem Deckgebirge, das über dem Salzstock liegt, dringt Wasser und löst sich Wege durch das Salz frei.
- 1998 – Täglich etwa 10 m3 Salzlauge treten in das Bergwerk ein. Löst sich das Salz weiter auf, so kann es die (im Lauf der Zeit korrodierten) Fässer nicht mehr von der Umwelt abschirmen; mit dem Wasser würde sich die Radioaktivität unkontrollierbar im Berg verteilen und im Laufe der Jahre auch ihren Weg nach draußen finden.
- 2001 – Offiziell gibt die gsf bekannt, dass es sich nunmehr um 11 m3 Lauge handelt, die täglich in das Bergwerk sickert. Die GSF gehe davon aus, daß in ca. 120 Jahren das Bergwerk vollgelaufen sei. Die an Natriumchlorid gesättigte Lauge werde auch einen nicht aus Steinsalz, sondern aus Karnallit bestehenden Bereich des Salzstocks aufweichen. Eine Freisetzung von Radionukliden und deren Eintritt in die Biosphäre könne nicht mehr ausgeschlossen werden.
- 2002 – Die Inventarliste des GSF enthält neben anderen Radionukliden und erheblichen Mengen von chemischen toxischen Stoffen auch 102t Uran, 87t Thorium, 11.6t Plutonium und Radium (Gesamtaktivität: 3,1 * 10^15 Bequerel).
- ab 2002 – Konzept zur Flutung mit einer wässrigen Magnesiumchlorid-Lösung , die für größere Standsicherheit sorgen soll, wird entwickelt
- 2003 – Es dringen täglich ca 12,5 m³ Steinsalzlauge in das Bergwerk
- ab 2005 – Verfüllung des Tiefenaufschluss unter 775m mit Salz und MgCl2-Lösung
- November 2005 – Die Vorlage des Landzeitsicherheitsnachweises wird auf unbekannte Zeit verschoben, da es über die Entwicklungen in den Kammern, in denen der Atommüll liegt, neue Erkenntnisse gibt.
- März 2006 - Der Kreistag des Landkreises Wolfenbüttel und die Samtgemeinderäte von Schöppenstedt und Asse beschließen eine Resolution, in der ein Optionsvergleich zur Art und Weise des Umgangs mit dem Atommüll, eine dauerhafte Umgebungsüberwachung, die Beteiligung der Öffentlichkeit am Schließungsverfahren und eine Informationsstelle auf dem Schachtgelände gefordert werden.
- Mai 2006 – Es verdichten sich die Hinweise, dass Asse II wohl nicht wie bislang geplant 2013 geschlossen werden wird.
- 31.10.2006 - Trotz eines jahrelangen Einbruchs von Salzlauge hält die Bundesregierung das Atommüllendlager Asse 2 in Wolfenbüttel für sicher: Rund 89.000 Tonnen schwach- und mittelradioaktive Abfälle seien dort "dauerhaft sicher eingeschlossen", heißt es in einer vom Bundestag veröffentlichten Antwort der Bundesregierung auf eine kleine Anfrage der Grünen-Fraktion.
- Januar 2007 – Das GSF reicht den Abschlussbericht zur "nassen" Schließung beim LBEG in Clausthal ein
-
30.03.2007 - Die geplante Schließung des niedersächsischen Atommülllagers Asse II ist im Bundestag heftig umstritten. Während sich die Grünen am späten Donnerstagabend wegen Sicherheitsbedenken dafür aussprachen, die 125 000 Fässer mit radioaktivem Abfall aus dem ehemaligen Salzbergwerk abzutransportieren, bezeichnete der CDU- Abgeordnete Axel Fischer diese Forderung als «grotesk».
Wenn die derzeit laufende Prüfung ergebe, dass das Lager sicher ist, könne der Atommüll in der Schachtanlage bei Braunschweig dauerhaft entsorgt werden.
- 23.04.2007 - Zum 40. Jahrestag der Atommüll-Lagerung im Schacht Asse II bereitet eine Anwohnerin eine Klage gegen die Bundesregierung vor. Die Schließung des ehemaligen Salzbergwerkes müsse nach Atomrecht unter Beteiligung der Öffentlichkeit und nicht nach Bergrecht erfolgen, wie es das Bundesforschungsministerium will.
- April 2007 – LBEG fordert Nachbesserungen im Abschlussbericht des GSF. Im gleichen Monat wird Klage zur Anwendung des Atomrechts für die ASSE II eingereicht.
- 24.04.2007 - "Es gibt große Gefahren", sagte Bundesumweltminister Sigmar Gabriel (SPD) bei einem Besuch der Schachtanlage mit Blick auf Laugenzuflüsse, Instabilität und Diskussionen um ein Herausholen der Fässer. Gabriel sicherte zu, sein Ministerium werde zusammen mit dem Bundesforschungsministerium und dem niedersächsischen Landesumweltministerium alle offenen Fragen prüfen - darunter auch das Rückholen des Mülls.
- 05.05.2007 - Politiker wussten ganz offensichtlich schon vor mehr als 40 Jahren, dass Wasser in das später als Atommüllendlager genutzte Salzbergwerk Asse II fließt. Bereits am 13. Mai 1965 informierte ein Vertreter der damaligen Bundesregierung die Mitglieder des Bundestagsausschusses für Atomenergie und Wasserwirtschaft über Laugeneinbrüche. Bislang waren Wasserzuflüsse in die Asse erst seit 1988 bestätigt worden.
- 05.07.2007 - Die niedersächsischen Grünen haben gegen Landesumweltminister Hans-Heinrich Sander und andere Verantwortliche des Atommüllendlagers Asse Strafanzeige wegen unerlaubten Umgangs mit radioaktiven Stoffen erstattet. Drei Jahrzehnte nach der Regelung der Endlagerung im Atomgesetz werde das ehemalige Versuchsendlager Asse immer noch ohne atomrechtliche Genehmigung betrieben, so der Vorsitzende der Grünen-Landtagsfraktion, Stefan Wenzel. Nach seinen Angaben fehlt dem ehemaligen Versuchendlager bereits seit 1993 die erforderliche Genehmigung. Spätestens im Oktober 1993 seien die für das Endlager Asse nach der alten Strahlenschutzverordnung erteilten Genehmigungen unwirksam geworden.
- 27.09.2007 - Ein wissenschaftliches Gutachten gibt an, dass die Standsicherheit lediglich bis 2014 gewährleistet werden kann. Es könne aber bis zu 40 Jahre dauern, die radioaktiven Abfälle wieder aus der Asse zu holen, rechnete Dieter Rittscher von den Energiewerken Nord vor.
- Das Bundesamt für Strahlenschutz überprüfte im Herbst 2007 die Berechnungen des Betreibers der ASSE-II. Der hatte nicht die geforderten 1.000.000 Jahre zugrunde gelegt, sondern 130.000 Jahre und war bei seinen Simulationsrechnungen zu den Ergebnis gekommen, dass es nach 23.000 Jahren zu einer maximalen Auspressung radioaktiver Stoffe kommt, bei der die obertägige Belastung aber immer unter den heute gültigen Grenzwerten bleibt. Das Bundesamt für Strahlenschutz stellte bei seiner Überprüfung fest, dass der Betreiber zur Erreichung dieses Ergebnisses einfach von international übliche und national verbindliche Rechenvorschriften abgewichen ist und manche Ausbreitungswege einfach nicht betrachtet hat. Würde es bei der geplanten Flutung bleiben, käme es schon nach 150 Jahren zu gravierenden radioaktiven Belastungen oberhalb von derzeit gültigen Grenzwerten. Atomkraftgegner foderten in einem Schreiben an Bundesumweltminister Gabriel den sofortigen Stopp der Flutung.
- 05.11.2007 - Aktivisten der Umweltschutzorganisation Robin Wood haben den Förderturm besetzt. Mit der Aktion wollten sie nach eigenen Angaben darauf aufmerksam machen, dass sich in dem ehemaligen Salzbergwerk "der größte anzunehmende Unfall der Endlagerung von Atommüll anbahnt".
- 21.11.2007 - Neubewertung der möglichen Gefährdungen: Die Bundesministerien für Forschung sowie Umwelt und das niedersächsische Umweltministerium verständigen sich auf "Maßnahmen zur Minimierung von Risiken". Die Betreibergesellschaft GSF soll bis Mai 2008 eine Störfallanalyse erstellen und dabei auch der Fall eines rasch steigenden Wasserpegels betrachtet werden. Ferner sieht die Vereinbarung vor, bis Mitte 2008 eine abschließende Bewertung von Optionen vorzunehmen. Dabei werde auch eine Rückholung des eingelagerten Atommülls in die Prüfung einbezogen. Die Bevölkerung solle an den Überlegungen beteiligt werden. "Die Ankündigung der drei beteiligten Ministerien in Bund und Land, alle Optionen im Umgang mit dem havarierten Atommüll-Lager ASSE II bis Mitte 2008 abschließend zu prüfen, ist entweder unrealistisch oder unernsthaft", kommentiert der Asse-II-Koordinationskreis. „Wie sollen Optionen abschließend bewertet werden“, resümiert Claus Schröder vom Asse-II-Koordinationkreis, „wenn sie bisher überhaupt nicht systematisch untersucht worden sind. Wenn das Ganze nicht nur eine Beruhigungspille für die Öffentlichkeit sein soll, wird man offen und ehrlich sagen müssen: Wir stehen am Anfang des Optionsvergleiches, nicht an dessen Ende“.
- 22.11.2007 - Das GSF-Forschungszentrum legt ein alarmierendes Gutachten zur Sicherheit der Grube vor: Bereits im Jahr 2014 droht nach der Expertise des Instituts für Gebirgsmechanik der Universität Leipzig ein "zunehmender Tragfähigkeitsverlust" des Bergwerks. Die von der GSF beauftragten Leipziger Wissenschaftler empfehlen, das wacklige Endlager möglichst bald mit gesättigter Magnesiumchloridlauge zu füllen.
- 2008 - Seit Jahresbeginn ist in der Region ein kaum zu entwirrendes Netz von Kommissionen entstanden, die den Asse-Prozess begleiteten. Wichtigstes Gremium ist die so genannte "Asse-Begleitgruppe". Ihre zwölf stimmberechtigten Mitglieder kommen aus Kommunen, Parteien und Bürgerinitiativen. Drei atomkritische Fachleute dieser Gruppe, der Chemie-Professor Rolf Bertram und die Geologen Jürgen Kreusch und Ralf Krupp, sitzen zusätzlich in der "AG Optionenvergleich", in der auch Vertreter des Bundesumweltministeriums und des Bundesforschungsministeriums mitarbeiten.
- 26.01.2008 - 65 Strömungsbarrieren sind im de-facto-Atommüllendlager Asse II in Remlingen als wesentlicher Bestandteil des Schließungskonzepts vorgesehen. Drei sind per Genehmigung über einen Sonderbetriebsplan auch schon unterhalb der Einlagerungskammern gebaut worden. Weitere sind beim Landesamt für Bergbau beantragt. Sie sollen demnächst genehmigt werden.
- Ende Februar 2008 - Einem Bericht des Betreibers - des Helmholtz-Zentrums München (vormals GSF) zufolge werden in 750 Meter Tiefe täglich etwa 220 Liter Lauge aufgefangen und abgeleitet. Bislang war nur von Laugenzutritten oberhalb dieser Hohlräume die Rede gewesen - seit 1988 jeden Tag rund 12 Kubikmeter.
- 02.04.2008 - Kritischen Wissenschaftlern der Asse-Begleitgruppe wird Akteneinsicht verweigert: Die Unterlagen würden rund 5000 Seiten umfassen und 40 Kilogramm wiegen. Alles zu kopieren und zu versenden, sei zu aufwendig und zu kostspielig, so das Bundesministerium für Forschung und Bildung.
- 23.04.2008 - Laut eines Archivfundes warnte das Oberbergamt Clausthal-Zellerfeld bereits am 05.12.1963 erstmalig vor einer Flutung des Asse-Schachts. Zur Begründung verweist Oberamtdirektor Börger auf die schon damals beobachteten Wasserzuflüsse ins Bergwerk Asse.
- 29.05.2008 - Aus dem atomaren Endlager Asse drohen nach der endgültigen Schließung des Salzbergwerks erhebliche Mengen radioaktiver Gase auszutreten. Das hat eine Überprüfung des Konzepts zur Sicherung des einstigen Versuchsendlagers durch das Bundesamt für Strahlenschutz (BfS) ergeben. Demnach könnte bei einer Umsetzung des Konzeptes radioaktives Methangas Oberflächenwasser in der Umgebung derart belasten, dass beim Verzehr von Fischen der zulässige Grenzwert um den Faktor vier überschritten würde.
- 10.06.2008 - Nach Angaben des Betreibers ist in 750 Meter Tiefe das Isotop Cäsium-137 in der Flüssigkeit nachgewiesen worden, die seit Jahrzehnten aus unbekannter Quelle in das Bergwerk sickert. Cäsium-137 kommt in der Natur nicht vor. Udo Dettmann vom Asse-II-Koordinationskreis vermutet, dass Atommüllfässer korrodiert seien.
-
17.06.2008 - Radioaktiv belastete Flüssigkeiten dürfen nicht länger im Grubensumpf des ausgedienten Salzbergwerkes entsorgt werden: Nach Angaben des niedersächsische Umweltstaatssekretär Stefan Birkner wurden in den letzten drei Jahren 77 Kubikmeter radioaktiv belastete Salzlauge auf die 970 Sohle des Bergwerks gepumpt. Die Lauge habe der Betreiber an verschiedenen Zufluss- oder Tropfstellen aufgefangen oder gesammelt. Die Lauge sei mit radioaktivem Cäsium in einer Konzentration zwischen 30.000 und 90.000 Becquerel pro Liter belastet. Die in 970 Meter Tiefe gepumpte Lauge sei technisch zwar rückholbar. Das sei vom Betreiber des Endlagers, der Helmholtz-Gesellschaft, aber nicht vorgesehen. Ab einem Gehalt von 10.000 Becquerel pro Kilo sei für den Umgang mit radioaktivem Cäsium jedoch eine Genehmigung nach der Strahlenschutzverordnung nötig. Ob die Helmholtz-Gesellschaft über die Genehmigung verfüge, sei aber zweifelhaft. Das Umweltministerium in Hannover habe erstmals im September 2007 von der Kontamination der Laugenzuflüsse Kenntnis erhalten. Man sei aber bis vor wenigen Tagen davon ausgegangen, dass es sich um Belastungen unterhalb der 10.000-Becquerel-Grenze handele. Den niedersächsischen Bergbehörden, die dem Umweltministerium unterstehen, war die Höhe der Kontaminationen Birkner zufolge allerdings seit langem bekannt.
Das Helmholtz-Zentrum München räumte zudem ein, dass auch Strontium, Radium und Plutonium gemessen worden seien.
- 14.01.2010 - Asse-II soll geräumt werden - Atommülllagerung in Salzgestein ist gescheitert! Sämtlicher Atommüll soll aus dem maroden Atommüllendlager Asse-II herausgeschafft werden. Das empfiehlt ein Gutachten des Betreibers Bundesamt für Strahlenschutz. 126.000 Fässer sollen in das geplante Endlager Schacht Konrad gebracht werden.
- 09.09.2010 - Steuerzahler bezahlt das Atommülldebakel in der Asse-II: Nach tagelanger Ungewissheit hat das Finanzministerium klargestellt, dass der Steuerzahler für das Desaster, was Poltiker, Betreiber und Atomindustrie im ehemaligen Endlager Asse-II bei Braunschweig angerichtet haben, aufkommen wird.
- 12.09.2010 - Zehn Mal mehr Giftmüll in der Asse als bislang angenommen: Ein neuer Inventarbericht enthüllt: Mehr mittelaktiver Müll als bislang angekommen ... und wer zahlt dafür? Wir alle! Betreiber und Anlieferer des Strahlenmülls gehören vor Gericht gestellt. Und immernoch weiss niemand, was wirklich in den maroden Bergwerk lagert.
- 28.10.2010 Doch hochradioaktiver Abfall in der Asse-II: Entgegen bisherigen Beteuerungen soll doch hochradioaktiver Abfall im maroden Bergwerk "Asse-II" eingelagert worden sein. Das geht nach Angaben des Chemieprofessors Rolf Bertram aus Lieferscheinen aus dem Januar 1977 hervor.
- 07.12.2010 - Weniger Mädchen-Geburten um die Asse: Die atomkritische Ärzteorganisation IPPNW widerspricht der jüngsten Einschätzung der Bundesregierung, die vermehrten Krebsfälle in der Asse-Region seien rein zufällig. Während des Betriebs des Atommülllagers Asse sind dort in der Region neben den schon bekannten gehäuften Krebsfällen bei Erwachsenen nun auch deutlich zu wenig Mädchengeburten festgestellt worden. Dieses Ergebnis ist signifikant.
- 15.12.2010 - Radioaktive Laugenzuflüsse haben sich verdoppelt: Die Zuflüsse an radioaktiver Lauge im ehemaligen Atommüllendlager Asse-II hat sich verdoppelt. Das berichtet das Bundesamt für Strahlenschutz nach jüngsten Messungen. In den as problematisch bekannten Kammern in 750 Metern Tiefe würde man jetzt acht Liter pro Tag auffangen.
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Leicht-aktive Abfälle (LAW)
- Menge: 124.494 Fässer
- Lagerort: 725m & 750m Sohle, in insgesamt 12 Kammern
- Aktivität bei Einlagerung: 2,8 * 10^15 Becquerel
- Aktivität 01.01.2002: 1,9 * 10^15 Becquerel
- Inhalt u.a.: 102t Uran, 87t Thorium, 11kg Plutonium
Mittel-aktive Abfälle (MAW)
- Menge: 1.293 Fässer
- Lagerort: 511m Sohle, in einer Kammer
- Aktivität bei Einlagerung: 5 * 10^15 Becquerel
- Aktivität 01.01.2002: 1,2 * 10^15 Becquerel
- Inhalt u.a.: 150kg Uran, 3kg Thorium, 0,6kg Plutonium
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Blogbeiträge
- Koordinationskreis: Trotz erzielter Teilerfolge bleibt Kritik an der "Lex Asse" 28. Februar 2013
Das Engagement des Asse II-Koordinationskreises (A2K) für Änderungen in der Lex Asse hat sich gelohnt, wenn auch der Bundestag nicht alle Anderungsvorschläge zur Beschleunigung der Rückholung in das Gesetz aufgenommen hat. Es ist gut, dass es eine ...
- Asse: Rückholung des Atommülls muss sichergestellt werden! 24. Januar 2013
Der vorliegende Gesetzentwurf zur Sanierung der Asse schreibt die Bergung der radioaktiven Abfälle aus dem Atommülllager nicht eindeutig genug als Ziel fest. Deswegen fordern Atomkraftgegner aus der Region eine Änderung der sogenannten "Lex Asse", d...
- Keine Entwarnung bei Krebsrisiko durch die Asse 22. Dezember 2012
Erhöhte Leukämie-Neuerkrankungsraten sorgen in der Umgebung des Atomendlagers Asse in der Bevölkerung, Landesregierung und Umweltverbänden für große Besorgnis. Eine Studie im Auftrag des Landkreises Wolfenbüttel kam nun zu dem Ergebnis, dass "ke...
- Der Asse-Skandal 7. Dezember 2012
Vor 40 Jahren begann man, 126.000 Fässer mit Atommüll achtlos in das marode Salzbergwerk zwischen Braunschweig und Wolfenbüttel zu werfen. Im Inneren der Asse tickt eine Zeitbombe. Der Atommüll soll raus, so schnell wie möglich, beschwören Politi...
- Asse: Bohrung verfehlt Ziel - Atommüllkammer abgesackt 30. November 2012
Um Informationen für die beabsichtigte Räumung des havarierten Endlagerbergwerks Asse-2 zu sammeln, sollte Kammer 7 in 750 Metern angebohrt werden. Doch über Monate wurde der Lagerplatz von tausenden Tonnen Atommüll nicht gefunden. Nun gesteht der ...
- Keine Mogelpackung "Lex Asse"! 23. November 2012
Das Anliegen der Rückholung des Atommülls aus der Asse droht durch eine überhastete Novelle des Atomgesetzes ins Gegenteil verkehrt zu werden: Wenn in Kürze das Atomgesetz geändert wird, um die Rückholung des Atommülls aus der Asse zu beschleuni...
- Asse-2: Jubiläums-Spaziergang von AuspASSEn 10. November 2012
Seit nunmehr 5 Jahren findet an jedem 2. Sonntag im Monat der Asse-Spaziergang statt, so auch am morgigen Sonntag. Mit einer kleinen Runde durch den Wald (auf guten befestigten Wegen) geht es auch an der Schachtanlage vorbei. [caption id="attachment...
- Skandal: Schwarz/Gelb setzt weiter auf Atomlobbyisten Hennenhöfer 5. November 2012
Bundesumweltminister Peter Altmaier (CDU) setzt weiter auf die Unterstützung eines langjährigen Atomlobbyisten: Gerald Hennenhöfer soll für weitere zwei Jahre als Abteilungsleiter für Reaktorsicherheit beschäftigt werden. Ein Skandal, denn Hennen...
- "Asse hätte nie Atomendlager werden dürfen" 19. Oktober 2012
In dem ehemaligen Salzbergwerk Asse bei Wolfenbüttel hätte nach den Erkenntnissen des Untersuchungsausschusses in Hannover niemals ein Atomendlager eingerichtet werden dürfen. Alle Parteien fordern nun die Bergung der 126.000 Fässer. Doch die kommt...
- Asse-II: Skrupellose Industrie, willfährige Wissenschaft und Verharmlosung durch Politik haben Atomkraft zur Jahrtausend-Gefahr gemacht 17. Oktober 2012
Um die Eignung von Salzstöcken als Endlager und die Kernenergie als Ganzes nicht infrage zu stellen, seien die Probleme in dem maroden Salzstock bei Wolfenbüttel jahrelang bewusst vertuscht worden, erklärten die Fraktionen von Grüne und SPD in Nied...
- Lehren aus der Asse ziehen! 17. Oktober 2012
Die Bürgerinitiative Umweltschutz Lüchow-Dannenberg (BI) sieht durch die Ergebnisse des Asse-Untersuchungsausschusses die bisher favorisierte "Salzlinie" bei der Errichtung eines Atommüllendlagers in Frage gestellt. "Es gibt natürlich Unterschiede...
- Asse II: Keine weiteren Hürden für die Rückholung! 5. Oktober 2012
Die Organisierung der Rückholung des Atommülls aus der Asse duldet keine Verzögerungen, fordert der Asse-2 Koordinationskreis. Auch die zuletzt vom Bundesamt für Strahlenschutz (BfS) ins Spiel gebrachten theoretischen Betrachtungen zu einer nicht v...
- BfS prüft Verbleib von Atommüll in der Asse 4. Oktober 2012
Am 19. September hat das Bundesamt für Strahlenschutz laut Spiegel einen Auftrag erteilt, den langfristigen Verbleib des Atommülls im havarierten Atommüllendlager Asse-2 zu prüfen. Es wäre "für alle erfreulich", wenn man den Atpmmüll doch in der...
- Atommüll wurde widerrechtlich in Asse eingelagert 25. September 2012
Die rund 126 000 Atommüllfässer im maroden Salzbergwerk Asse sind nach Ansicht von CDU und FDP im niedersächsischen Landtag widerrechtlich eingelagert worden. Politik, Wissenschaft und Wirtschaft hätten gemeinsam Schuld an den Problemen in dem Atom...
- Asse-2: Koordinationskreis fordert Führungsstärke von Altmaier und Absetzung Sailers 24. September 2012
Mit dem Interview in der "Frankfurter Rundschau" vom 22.9.2012 bringt Michael Sailer nur „Dunkelheit ins Licht“, findet der Asse-Koorinationskreis. Sailer suggeriert, ein Konzept des trockenen Verbleibs des radioaktiven und chemotoxischen Mülls in...
- Rückholung sei "Mission Impossible": Wieder Streit um die Asse 22. September 2012
Michael Sailer, einer der "wichtigsten Regierungsberater" für das Thema warnt, der Bergungsplan für die eingelagerten 126.000 Fässer aus dem havarierten Endlager Asse-2 sei völlig unrealistisch. Wenn man nicht verfülle, drohen der Einsturz des Ber...
- Abbruch der Rückholung soll erschwert werden - Asse-Betreiber kauft keine Grundstücke zwischen Ahlum und Dettum 21. September 2012
Die "Lex Asse" stand im Mittelpunkt der jüngsten Sitzung der Asse-2-Begleitgruppe. Mehrere Punkte dieser Gesetzesänderung im Paragrafen 57b des Atomgesetzes gilt es noch abzustimmen. Ziel dieser Arbeit ist es, die Rückholung des Atommülls aus de...
- Asse-2: Noch immer keine Erfolge bei Probebohrung 13. August 2012
Im havarierten Endlager Asse-2 gibt es erneut Probleme mit der Probebohrung in eine Atommüllkammer. Wieder gäbem es die Gefahr einer Verschmierung des Bohrkopfs. Die Grundlage für die Rückholung des Atommülls wird weiter verschleppt. [caption i...
- Asse-Untersuchungsausschuss legt desaströsen Bericht vor - Geologe warnte schon 1979 16. Juli 2012
Ein Entwurf zum Abschlussbericht des Asse-Untersuchungsausschusses im niedersächsischen Landtag legt einen desaströsen Eindruck vom Zustand im das ehemalige Endlagerbergwerk vor: das radioaktive Inventar ist möglicherweise höher, als offiziell dek...
- Asse II: die Zeit drängt, aber kein Grund zur Panik - Räumung von Asse II organisieren statt torpedieren! 5. Juli 2012
Ein Beamter, der bis vor wenigen Wochen das Projekt Rückholung im Bundesamt für Strahlenschutz (BfS) geleitet hat, erhebt schwere Vorwürfe gegen Behörde und Politik. Der ehemalige Fachbereichsleiter für die "Sicherheit nuklearer Entsorgung aus dem...
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Nachrichten aus der Presse
- 12.05.2013 - WAAG: “Auch Vorzeitige Rückholung des ASSE-Mülls nicht akzeptabel – 2024 statt 2033 wäre möglich”
- 08.05.2013 - Asse soll drei Jahre früher geräumt werden
- 08.05.2013 - ASSE 2: Neuer Zeitplan zur Räumung der Fässer
- 07.05.2013 - Probebohrung in der Asse: "Eine komplizierte Sache"
- 01.05.2013 - Im Atommülllager Asse beginnt zweite Probebohrung
- 02.04.2013 - Hunderttausende Jahre - Die Politik drückt sich vor der Wahrheit um die Atommüllgrube Asse
- 29.03.2013 - Toilette in Atommülllager Asse radioaktiv belastet
- 22.03.2013 - Kosten in Milliardenhöhe: Atommüll in Asse wird geborgen
- 22.03.2013 - Bundesrat billigt Gesetz zu zügiger Atommüll-Bergung aus der Asse
- 19.03.2013 - Atommüllager Asse: 17 Kubikmeter kontaminierte Salzlösung abgepumpt
- 18.03.2013 - Asse: Betreiber entfernt radioaktive belastete Salzlösung vor Kammer 12
- 18.03.2013 - Asse: Expedition in ein Milliardengrab
- 18.03.2013 - Vorarbeiten für 3D-seismische Testmessung an der Asse haben begonnen
- 18.03.2013 - Testmessungen an der Asse beginnen
- 16.03.2013 - Zweite Probebohrung im Atommülllager Asse wird vorbereitet
- 14.03.2013 - Versuchsfeld in der Asse wird geräumt - 13 Fässer abtransportiert
- 14.03.2013 - Erster "Pate der Asse": Früherer Landrat Jörg Röhmann für Engagement um Rückholung radioaktiver Abfälle gewürdigt
- 09.03.2013 - BfS: Lex Asse soll die Rückholung beschleunigen
- 05.03.2013 - Asse - Projekt für Jahrzehnte
- 05.03.2013 - Asse: Sanierte Wendelstrecke freigegeben
- 03.03.2013 - Umweltminister Stefan Wenzel begrüßt Beschluss des Asse-Gesetzes durch den Bundestag
- 01.03.2013 - Atom-Lager Asse: Rettungsversuch im Groß-Konsens
- 01.03.2013 - Asse lässt sich rascher räumen
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- 25.02.2013 - Einigkeit über "Lex Asse" - Experten erwarten Rückholung des radioaktiven Abfalls nicht vor 2024
- 24.02.2013 - "Rausholen ist die sicherere Methode" - Weil will Asse räumen lassen
- 24.02.2013 - Experte: Asse-Bergung könnte viel länger dauern - Weil will Räumung
- 23.02.2013 - Niedersachsen: Weil will Asse räumen lassen
- 23.02.2013 - Atommüll: Neue Regierung in Niedersachsen will Asse räumen
- 23.02.2013 - Atommüll: Neue Regierung in Niedersachsen will Asse räumen
- 21.02.2013 - Experten fordern schnellstmögliche Rückholung des Atommülls aus der Asse
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- 20.02.2013 - Die Bergung des Mülls aus der Asse ist eine heikle Mission
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- 19.02.2013 - Bundesregierung legt "Lex Asse" zur schnelleren Rückholung radioaktiver Abfälle und der Stilllegung der Schachtanlage Asse II vor
- 16.02.2013 - Initiativen wollen "Lex Asse" umformulieren
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- 15.02.2013 - Wolfenbüttel: Die Asse-2-Begleitgruppe und der Asse-2-Koordinationskreis fahren abgestimmt nach Berlin
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- 28.01.2013 - Die Lüge vom ›Forschungsbergwerk‹ Asse
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- 05.01.2013 - Atommüll in der Asse - Die Rückholung stockt
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- 03.01.2013 - Atommülllager Asse: Neuer Streit um Rolle des Strahlenschutzamts
- 03.01.2013 - Atommüll im Wahlkampf: Niedersachsen: CDU, SPD und FDP legen "Konzeptskizze" für Rückholung radioaktiver Abfälle aus der Asse vor
- 23.12.2012 - Atomkraftgegner wollen Andacht im Asse-Schacht abhalten
- 22.12.2012 - Keine Entwarnung bei Krebsrisiko durch Asse
- 21.12.2012 - GRÜNE kritisieren unbefriedigende Beweislage bei Untersuchung zu Leukämiehäufung an der Asse
- 21.12.2012 - Probebohrung in der Asse wird tiefer als geplant
- 21.12.2012 - Asse: Standort für Bergungsschacht wird vorbereitet
- 20.12.2012 - Keine Hinweise auf erhöhtes Krebsrisiko durch Endlager Asse
- 20.12.2012 - Erkundungsbohrung für neuen Asse-Schacht kann bald starten
- 20.12.2012 - Asse: Erste Bohrung wird auf 35 Meter verlängert
- 18.12.2012 - Die Bürger sollen beim Asse-Gesetz mitreden können
- 13.12.2012 - Bundestag berät über Atommüll-Bergung: Fünf Frauen, fünf Parteien - gemeinsam für "Lex Asse"
- 13.12.2012 - Lagerung von Atommüll: Kein Pokern mit der Asse
- 13.12.2012 - Experten kritisieren Gesetzentwurf: Bundestag will Asse-Fässer schneller bergen lassen
- 13.12.2012 - Asse: Tickende Zeitbombe unter Tage
- 12.12.2012 - Bundestag: Atommüll soll zügig aus Asse geborgen werden
- 12.12.2012 - Bergen oder verfüllen? Lex Asse soll neuen Gesetzesrahmen für das Skandal-Atommülllager bieten
- 12.12.2012 - Fraktionen sind sich einig: Atommüll muss aus Asse geborgen werden
- 08.12.2012 - "Lex Asse" gebilligt: Kabinett gibt Weg für Bergung von Atommüll frei. Kritik an Einschränkungen im Gesetz
- 07.12.2012 - BMU: Kabinett beschließt Lex Asse
- 07.12.2012 - Bundesregierung: Schachtanlage Asse stilllegen
- 06.12.2012 - Regierung gibt grünes Licht für Bergung der Asse-Atomfässer
- 06.12.2012 - Asse: Bundeskabinett billigt Rückholung
- 05.12.2012 - Atommüll: Der “Asse” Skandal
- 03.12.2012 - Kammer abgesackt: Bohrung im Atommülllager Asse verfehlt Hohlraum um fast drei Meter
- 02.12.2012 - Endlagersuche mal anders: Bohrung in der Atommülldeponie Asse verfehlt Hohlraum um fast drei Meter
- 01.12.2012 - Asse: Pläne für den Katastrophenfall gibt es nicht
- 01.12.2012 - Wird das Rückholen des Atommülls verschleppt?
- 30.11.2012 - Nächste Woche Gesetz zur Schließung von Atommülllager Asse
- 30.11.2012 - 45 Min - Der Asse-Skandal: Dokumentation
- 30.11.2012 - Asse: Decke der Einlagerungskammer 7 hat sich gesenkt Radarmessungen zeigen: Kammer liegt 2,70 Meter unter Bohrloch
- 30.11.2012 - Asse-Bohrung verfehlt ihr Ziel
- 25.11.2012 - Asse / Wolfenbüttel: Altmaier steht für Rückholung
- 25.11.2012 - Asse: Planung für Notfall - Experten diskutierten über Strahlenschutz
- 23.11.2012 - SPD-Bundestagsfraktion: Stilllegung der Asse - Ein Erfolg des Parlaments
- 23.11.2012 - Atomkraftgegner: Rückholung von Atommüll ins Asse-Gesetz schreiben
- 21.11.2012 - Bewegung in der Asse: Bauarbeiten für Schacht 5 sind gestartet
- 20.11.2012 - Auf der Suche nach dem Asse-Atommüll
- 20.11.2012 - Erkundungbohrungen am Atomlager Asse werden vorbereitet
- 17.11.2012 - Asse-2: Neue Messstationen für Radioaktivität in Dettum und Groß Vahlberg
- 17.11.2012 - Neue Ausgabe der Asse Einblicke erschienen - Aktuelle Ausgabe informiert über Wässer und Lösungen in der Asse sowie Möglichkeiten der Entsorgung
- 14.11.2012 - Umweltministerium erteilt Genehmigung zur Auflösung des Auslaugversuchsfeldes in der Schachtanlage Asse II
- 13.11.2012 - Auslaugversuche im Atommülllager Asse offiziell beendet
- 13.11.2012 - Wendland: Der Asse-Abschlussbericht - Stefan Wenzel informiert in Breese
eine Störfall-Übersicht zum Standort anzeigen »
Störfall-Meldungen
- 10.04.2012 - Asse: BfS sperrt Fahrstrecke im Atommülllager
- 22.12.2011 - Bergung zu gefährlich: Atommüll-Fässer bleibt wohl doch in Asse II
- 21.08.2011 - Schwelbrand im Atommülllager Asse
- 05.05.2011 - Lautes "Knacken" im Gestein: Neue Risse im Atommülllager Asse
- 14.04.2011 - Deutlich erhöhte Radioaktivität in der Asse gemessen
- 14.12.2010 - Radioaktive Lösung in der Asse verdoppelt
- 28.10.2010 - Experte: Doch hochradioaktiver Müll in der Asse
- 22.11.2007 - Atommüllendlager Asse: Einsturzgefahr droht ab 2014
- 29.08.2007 - Atommülllager Asse II droht abzusaufen
weitere Informationen und Links »
- www.asse2.de
- Aktion Atommüllfreie Asse
- aufpASSEn e.V.
- Asse-Watch
- BASA - BürgerAktion Sichere Asse
- www.asse2.de - Videoclip zu Cäsium-137
- www.braunschweig-biss.de - Bürgerinitiative Strahlenschutz Wenden-Thune-Harxbüttel (BISS)
- strahlentelex.de: Kein Sicherheitsnachweis für Asse II (pdf)
- Die weißen Sümpfe von Wittmar - Eine kurze Geschichte des Atommüllendlagers Asse II
- Asse II - Begleitgruppe
- gsf.de - Betreiberinformationen
- www.endlager-asse.de - Asse-Website des Bundesamt für Strahlenschutz





