Ein Jahr, nachdem die Bürgerinitiativen und Umweltverbände in ihrem “Sorgenbericht” eine umfassende Bestandsaufnahme des Atommülldesasters vorgelegt haben, zieht das Bundesumweltministerium nach: das BMUB legt ein Verzeichnis radioaktiver Abfälle vor, die als Grundlage für die weitere Atommülldebatte richtungsweisend sein sollen.

Die Bürgerinitiative Umweltschutz Lüchow-Dannenberg e.V. (BI) bemängelt, dass diese Übersicht keinen Anreiz bietet, über die vielen ungelösten Probleme der Atommülllagerung zu debattieren. Die BI greift nur einige wenige Aspekte auf: Die Probleme, die entstehen, weil bis zum endgültigen Atomausstieg immer noch Atommüll produziert wird und in der Urananreicherungsanlage in Gronau sogar unbefristet weiter Atommüll anfällt, würde mit keiner Zeile erwähnt.

“Der Rückstau, der an Zwischenlagerstandorten entsteht, weil die bisherigen Endlagerprojekte entweder gescheitert (Asse II, Morsleben), in Verzug geraten sind (Schacht Konrad) oder in Frage stehen (Gorleben) und die damit verbunden Probleme, dass Zwischen- zu Dauerlagern werden, wird nirgendwo erwähnt”, sagte BI-Sprecher Wolfgang Ehmke.

Es fehlten in der Bestandsaufnahme auch die Hinweise auf meldepflichte Ereignisse und bekannt gewordene Skandale, wie sie im “Sorgenbericht” aufgelistet sind. Völlig ausgeklammert würden all die Probleme in den Gebieten des ehemaligen Uranabbau der Wismut GmbH.

“Das ist keine Grundlage für eine umfassende Debatte des Atommülldesasters, das ist eine Liste, mehr nicht, und dann noch unvollständig – vielleicht aber doch ein Anstoß für die Endlagerkommission, den Fokus nicht allein auf hochradioaktive Abfälle zu beschränken”, so Ehmke.

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Quelle (Auszug): bi-luechow-dannenberg.de, 28.10.2014

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