In dem ehemaligen Salzbergwerk Asse bei Wolfenbüttel hätte nach den Erkenntnissen des Untersuchungsausschusses in Hannover niemals ein Atomendlager eingerichtet werden dürfen. Alle Parteien fordern nun die Bergung der 126.000 Fässer. Doch die kommt nicht vorran.

Asse: Balast der Republik; Bild: publixviewing.de

Asse: Balast der Republik; Bild: publixviewing.de

Ein erster Bohrversuch in ein Verschlussbauwerk war nach langem Ringen gestartet, wegen technischer Schwierigkeiten mehrfach unterbrochen worden – und fand die Atommüllkammer nach der angenommenen gebohrten Meterzahl nicht. Einsturz oder Ungenauigkeit bei den Aufzeichnungen seien laut Bundesamt für Strahlenschutz die Ursache, nun soll weitergebohrt werden.

Der auf politische Ebene den Aufarbeitungsprozess um das havarierte Endlager führende Ausschuss des niedersächsischen Landtages schloss nun nach mehr als drei Jahren, 71 Sitzungen und der Vernehmung von mehr als 50 Zeugen nun seine Arbeit ab. Das Gremium kritisierte, dass Politik, Ministerialbürokratie und Wissenschaft die Risiken des Standorts verkannt oder klein geredet hätten, in dem Punkt sind sich alle Parteien einig. Die Asse hätte nie Atomendlager werden dürfen. Es wurde widerrechtlich eingelagert, es wurde mehr Strahlenmüll als angegeben eingelagert und es wurde geheimniskrämerisch eingelagert, so CDU und FDP.

  • Probleme seien jahrelang bewusst vertuscht worden, um die Eignung von Salzstöcken als Endlager und damit die Atomenergie als Ganzes nicht infrage zu stellen.

SPD und Linke halten aufgrund der Erfahrungen mit der Asse Salz für grundsätzlich ungeeignet als sicheres Endlagermedium. Für die Opposition im Landtag von Hannover hängen damit die Erkenntnisse zur Asse zwingend mit dem weiteren Vorgehen in Gorleben zusammen. Asse habe als “Blaupause” zur Erprobung der in Gorleben geplanten Endlagerung gedient. Wie jetzt in Gorleben wurde damals bei der Asse behauptet, dass ein Absaufen nicht möglich ist, meint SPD-Obmann im Ausschuss, Detlef Tanke.

Alle Parteien unterstrichen nocheinmal die Forderung nach der Rückholung des gesamten Atommülls wegen der Einsturzgefahr und der Gefahr unkontrollierbarer Wassereinbrüche.

  • Lehren aus der Asse ziehen!
    17. Oktober 2012 – Die Bürgerinitiative Umweltschutz Lüchow-Dannenberg (BI) sieht durch die Ergebnisse des Asse-Untersuchungsausschusses die bisher favorisierte “Salzlinie” bei der Errichtung eines Atommüllendlagers in Frage gestellt.

Quellen (Auszug): spiegel.de, dpa; 18.10.2012


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1 Kommentar zu „“Asse hätte nie Atomendlager werden dürfen”“

  • Fissu Faucht schreibt am 19. Oktober 2012 um 15:36

    Übersetzung des Asse-Untersuchungsausschuss-Berichts von Amtsdeutsch ins Deutsche:
     
    Liebe Bürger von Niedersachsen! Bitte gewöhnen Sie sich an den Gedanken, Ihre Heimat in absehbarer Zeit verlassen zu müssen. Suchen Sie sich einen neuen Job in einem anderen Bundesland und investieren Sie NICHT in ein Eigenheim hierzulande. Erstaunlicherweise erweist sich die Schließung des vorübergehenden Endlagers Asse schwieriger als vermutet, die logische Konsequenz ist daher die Flutung, aber dazu später mehr. Da ist es dann auch nur folgerichtig, den benachbarten Salzstock Gorleben – dessen Eignung als Endlager ja legendär ist – ebenfalls mit Atommüll vollzupacken, um das radioaktive Grundwasser auf nur eine Region zu konzentrieren. Bitte nehmen Sie uns die atomare Verseuchung Ihrer Heimat nicht übel, kann doch jedem mal passieren. Wir danken auf die vertrauensvolle Zusammenarbeit und zählen auf Ihre Stimme in der Landtags- und Bundestagswahl 2013. Herzlichst, ihre Landesregierung i.V.m. Bundesregierung (AKA CDU & FDP)

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