Mehrere hundert Demonstranten haben am Sonntag die Zufahrt zu einem Atomkraftwerk im Westen Japans blockiert. Sie protestierten damit gegen das Wiederanfahren eines Reaktors im Kraftwerk Oi, das für denselben Tag geplant war. Die Blockade hinderte Arbeiter daran, auf das Gelände zu gelangen.
„Nein zum Wiederanfahren“, riefen die Demonstranten laut Medienberichten vor dem Kraftwerk im Westen Japans, während sie mit Trommeln ihrer Forderung Gehör zu verleihen versuchten. Bereits Samstagnacht hatten rund 650 Menschen vor der Atomanlage demonstriert. Am heutigen Sonntag soll eine groß angelegte Demonstration in einem Park in der Hauptstadt Tokio organisiert werden, um gegen die erneute Inbetriebnahme zu protestieren und den Rücktritt des Ministerpräsidenten Yoshihiko Noda zu fordern.
Die Betreibergesellschaft Kansai Electric Power teilte mit, der Protest wirke sich nicht auf das Hochfahren des Reaktors aus. Es ist das erste Mal seit der Atomkatastrophe in Fukushima nach dem Erdbeben und Tsunami vom 11. März 2011, dass in Japan wieder ein Atomkraftwerk ans Netz geht. Regierungschef Noda hatte vor kurzem entschieden, die Reaktoren 3 und 4 im Kraftwerk Oi nach Sicherheitsüberprüfungen wieder anzufahren. Der erste soll Reaktor 3 sein.
Am Freitag hatten bei einer der bisher größten Demonstrationen gegen Atomkraft in Japan Zehntausende Menschen in Tokio gegen das Wiederanfahren des Meilers in Oi protestiert.
Deutsche Atomkraftgegner solidarisieren sich mit dem japanischen Protest und fordern: Stilllegung aller Atomanlagen – weltweit!
Quelle: www.kleinezeitung.at, taz.de; 01.07.2012
Ähnliche Beiträge:
- “Abschalten sofort!” – Aktivist_innen blockieren AKW Biblis mit Ankettaktion
Am gestrigen Nachmittag (14. März) ketteten sich zwei Aktivist_Innen an ein Zufahrtstor des AKW Biblis. Weitere Menschen sind mit Transparenten vor Ort, um gemeinsam für die sofortige Stilllegung der zwei... - Sind japanische AKW-Betreiber schlechter als deutsche?
Wir befürchten: Nein. In Japan wurde in der Vergangenheit getrickst, getäuscht, beschwichtigt und die Bevölkerung in Sicherheit gewogen. Vergleichbare Praktiken sind uns in Deutschland gut bekannt. Wir erinnern (un)gern an... - Atomkraftgegner stirbt bei Protesten in der Ukraine
Bei der Räumung einer mehrtägigen Protestaktion von Strahlenopfern des Tschernobyl-GAUs ist in der Ukraine ein Atomkraftgegner an den Folgen des Polizeieinsatzes gestorben. Kriegsveteranen und Strahlenopfer der Atom-Katastrophe von Tschernobyl hatten... - 365 Tage Gorleben blockieren
Fukushima hat in der Ausstiegsdebatte den Fokus auf das Reaktorrisiko gerichtet. Das ist richtig, denn wir kämpfen für die Stilllegung aller Atomkraftwerke. Doch was soll mit dem Müll geschehen? Soll...





