Gestern wurde das Atomkraftwerk Philippsburg-2 störfallbedingt abgeschaltet. Eine defekte Dichtung sorgte für den unplanmäßigen Betriebsstopp. Philippsburg-2 führt mit Abstand die Störfallstatistik der noch laufenden Atomkraftwerke an. Atomkraftgegner fordern die Stilllegung.

Bei einem routinemäßigen Rundgang sei eine defekte Dichtung an einer Armatur des sogenannten Speisewassersystems entdeckt worden, berichtet Betreiber EnBW der Presse. Auf der eigenen Hompage gibt es dazu noch keine Informationen. Man habe den Reaktor gestern abgeschalten müssen, um die Reparatur durchführen zu können. “Dort herrschen 200 Grad und 80 Bar Druck”, so ein Unternehmenssprecher.

Wann Philippsburg II wieder Strom liefern könne, sei derzeit noch unklar. Nun müsse auch untersucht werden, weshalb es zu dem Problem gekommen sei.

In Philippsburg-2 summieren sich die Störungen seit Jahresbeginn nunmehr auf 21, also jeden Monat fast zwei meldepflichtige Ereignisse. Im Vergleich zu den anderen acht noch in Betrieb befindlichen Reaktoren in Deutschland schneidet das AKW Philippsburg-2 sehr schlecht ab.

Störfälle Januar - November, Quellen: bfs.de / contrAtom

Störfälle Januar - November, Quellen: bfs.de / contrAtom

Atomkraftgegner fragen nun zu Recht: “Was ist in Philippsburg los? Hat der Betreiber EnBW den Reaktor nicht im Griff? Oder liegt es an der rot/grünen Regierung in Baden-Württemberg, dass jetzt endlich mal genauer hingeschaut wird? Wenn dem so ist, wie sieht es dann in den anderen acht Meilern aus?” Grundsätzlich wird die Stilllegung aller verbleibenden Reaktoren gefordert, denn auch für Philippsburg-2 ist das Atommüllproblem nicht im Ansatz gelöst!

Quelle (Auszug): dpa; 13.11.2011

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