Ein Satz nicht etwa einer Bürgerinitiative aus dem Wendland sondern von Niedersachsens Umweltminister Sander (FDP). Auch sein Kollege, Ministerpräsident McAllister freut sich nicht über die Ende November geplanten Strahlenfracht und sieht darin eine “besondere Belastung für das Land”. Die Kritik an Gorleben wird immer lauter.
Die CDU-Bundestagsabgeordnete Maria Flachsbarth forderte in der “Hannoverschen Allgemeinen” statt eines Castortransports “ein positives Signal – auch für den Dialogprozess der Bundesregierung in Gorleben”. Sie fordert, dass die Behälter aus der britischen Wiederaufarbeitungsanlage, die ab 2014 nach Gorleben rollen sollen, dann in ein anderes Zwischenlager kommen.
Der scheidende niedersächsische Umweltminister hält sogar den nächste Castor-Transport für “politisch absolut falsch” und schlägt ein “Castor-Moratorium” vor. Der atomare Müll müsse durch die gesamte Republik nach Niedersachsen gefahren werden und belaste die Stimmung in Gorleben erheblich. Für eine vorurteilsfreie Erkundung Gorlebens und die Suche nach anderen Standorten bräuchte es endlich Ruhe und keine neuen Transporte, so Sander. Er selbst hatte sich schon 2005 für die Aufhebung des zehnjährigen Moratoriums stark gemacht und eine weitere Erkundung gefordert.
Björn Thümler, CDU-Fraktionschef im Landtag, geht mit seiner Kritik noch weiter: aus mehreren Gründen sei Gorleben als Endlagerstandort ungeeignet, besonders das Medium Salz. Er fordert die Bundesregierung auf, von der Tiefenlagerung Abstand zu nehmen und möglichst rasch einen Gesetzentwurf zur Frage der Lagerung radioaktiver Abfälle vorzulegen. Der CDU-Politiker will zwar, dass Gorleben zu Ende erkundet wird, sieht aber den Standort bei einer bundesweiten Endlagersuche aus dem Rennen.
“Auch wir sehen in den Castortransporten seit Anbeginn ein ‘absolut falsches politisches Signal’, denn jeder Castorbehälter im Zwischenlager zementiert Gorleben als Endlagerstandort. Derzeit werden im Salzstock Tag für Tag Fakten für ein Endlager geschaffen – sogar entgegen Zweifel in den eigenen schwarz/gelben Reihen. “Wir fordern ein sofortiges Castor-Moratorium. Wegen zu hoher Strahlenwerten und politischem Irrsinns darf kein Behälter mehr rollen. Nicht nach Gorleben und in keine andere Lagerhalle. Erst wenn es einen gemeinsamen Konsens mit der Bevölkerung über eine Atommülllösung gibt, dürfen Fakten geschaffen werden. Dazu gehört der tägliche Weiterbau in Gorleben nicht”, so Jan Becker von contrAtom.
Auch unter den letzten schwarz/gelben Betonköpfe scheint es Bewegung bei der Frage Gorleben zu geben. “Wir rufen die Bundesregierung auf, von ihrem irrsinnigen Unterfangen noch mehr Geld in dem Salzstock zu verbuddeln abzurücken! Ein sofortiger Baustopp muss verhängt werden!”
- Castortransport nach Gorleben 2011
Der Termin steht wohl fest: am 26. November soll ein nächster Castortransport mit elf Atommüllbehältern aus Frankreich den Verladekran Dannenberg erreichen. Am gleichen Tag findet unweit des Krans eine große Protestkundgebung statt. Denn: Das Atommüllproblem ist mit dem Unterstellen in der Zwischenlagerhalle Gorleben keineswegs gelöst, es gibt weltweit kein Endlager für hochradioaktiven Müll. Und der Salzstock in Gorleben ist ungeeignet, Sicherheit für tausende Jahre zu gewährleisten. Schon heute ist die Strahlung aus den Castoren bis nach Gorleben messbar.
Quellen (Auszug): nwzonline.de, kanal8.de, haz.de; 05.11.2011
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