Im November 2008 ketteten sich drei Aktivist_innen unter den Schienen der Castor-Strecke fest. Ihr Protest richtete sich gegen die menschenunwürdigen Bedingungen bei Uranabbau und -verarbeitung, wie auch gegen kapitalistische Logik der Energiekonzerne. Eine von ihnen geht nun ins Gefängnis.
Am Samstag,den 08.11.2008 ketteten sich drei Anti-Atom-AktivistInnen auf der Castorstrecke bei Wörth ? kurz hinter der deutsch-französischen Grenze ? in einem Beton-Lock-On unter den Gleisen fest. Während der 12 Stunden, die die Polizei brauchte, um die AktivistInnen aus dem Gleis zu holen, musste der Zug in Lauterbourg warten.
Dies war eine der längsten Einzelblockaden durch Kleingruppen in der Geschichte des Castorwiderstandes. Die Effektivität von Ankettvorrichtungen in Betonblocks hatte sich schon Jahre vorher gezeigt, als Leute mit einer änlichen Aktion im wendländischen Süschendorf den Zug 16 Stunden aufhielten. Auch die jährlichen Ankettaktionen der Bäuerlichen Notgemeinschaft zeigen eine ähnliche Effektivität. Derartige Einzelaktionen sind im Zusammenspiel mit einem vielfältigen, bunten und breiten Protest elementar für den Castorwiderstand.
Franziska, eine damals angekettete Anti-Atomaktivistin, wurde zu einer Strafe von 80 Tagessätzen verurteilt. Ab Freitag, den 14. Oktober 2011 wird sie diese Strafe in der JVA Frankfurt III absitzen. “Ich bin nicht bereit, einem Staat der eine Risikotechnologie wie die Atomkraft mit derart repressiven Mitteln durchsetzt und der nun angesichts Fukushima auch noch eine Weiterlaufgarantie für die Atomkraftbetreiber_innen bis 2022 beschlossen hat, auch noch Geld dafür zu zahlen.”, so die verurteilte Aktivistin.
- Zur Verabschiedung und solidarischen Begleitung des Haftantritts am 14.10.2011 um 14:00 Uhr sind alle atomstromfeindlichen und freiheitsliebenden Menschen herzlich eingeladen. Lasst die Wendlandsonne vor den grauen Mauern des Frankfurter Frauenknastes scheinen!
Quelle: http://de.indymedia.org, 12.10.2011
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