Das Atomkraftwerk Brokdorf wird wahrscheinlich noch einige Wochen vom Netz bleiben. Der defekte Transformator muss vermutlich ausgetauscht werden, so Betreiber Eon. Erinnerungen an das Trafo-Drama um das AKW Krümmel werden wach.
Nach den bisherigen Untersuchungsergebnissen sei davon auszugehen, dass der schadhafte Transformator nicht zu reparieren sei. Die endgültigen Ergebnisse würden noch in dieser Woche vorliegen.
Der Reaktor an der Elbe war am Sonntag morgen nach Gasentwicklung in einem der Maschinentrafos, die das AKW mit dem Stromnetz verbinden, abgeschaltet worden. Die Ursache des Defekts ist laut Betreiber noch nicht geklärt. Das AKW Brokdorf war erst am 20. Juli nach mehrwöchiger Jahresrevision wieder ans Netz gegangen. Bei der Revision hätte es keine Auffälligkeiten gegeben.
Atomkraftgegner erinnern an das Drama um den abgebrannten Trafo im AKW Krümmel: 2007 war dort ein Maschinentrafo explodiert und musste ausgetauscht werden. Monatelang hatte der Meiler stillgestanden. Nach der Montage eines Austauschtrafos wurde dann ein Anfahrversuch im Juli 2009 erfolglos abgebrochen und erneut Probleme mit den Trafos festgestellt. Es sollten zwei fabrikneue Stromwandler eingebaut werden – zu deren Einsatz kam es aber nicht mehr, der Meiler wurde stillgelegt. Auch in anderen Reaktoren war es zu Problemen mit Trafos gekommen. Anfang Juli brannte im französischen AKW Tricastin ein Stromwandler an.
Gegen die Anlieferung von neuen Trafos hatten Atomkraftgegner mit Aktionen protestiert.
Proteste am 01. September
Am 1. September will der Betreiber E.on das 25 jährige Betriebsjubiläum feiern. Brokdorf ist im Herbst 1986 als weltweit erster Atomreaktor nach der Atomkatastrophe von Tschernobyl in Betrieb genommen worden. Ein regionales Bündnis, initiert von der Anti-Atom-Initiative im Kreis Pinneberg, ruft für den 1. September ab 16 Uhr zu Gegenaktionen und einer Infoveranstaltung (18.30 Uhr) direkt vor dem AKW auf.
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