Hieß es nach dem letztjährigen Castortransport in das Zwischenlager Gorleben noch, man müsse ernsthaft über Alternativen nachdenken, soll nun ein neuer hochradioaktiver Abfallzug genehmigt werden. Soviel ist das Wort der niedersächsischen CDU und FDP-Politiker also wert: anstatt auf bundesweiter Ebene über Lösungen nachzudenken, provozieren sie die nächsten Massenproteste im Wendland – und nehmen Eskalation in Kauf. Denn mit jedem Castor wird Gorleben als Endlagerstandort zementiert.

Ein Sprecher der GNS Gesellschaft für Nuklear-Service in Gorleben sagte: “Wir gehen davon aus, dass der Transport in der zweiten Jahreshälfte sein wird”. Die Beladung der elf Castoren in Frankreich sei bereits im Gange und werde bis zum Sommer dauern. Er wäre der letzte Transport von hoch radioaktivem Abfällen aus La Hague, später sollen laut GNS noch Transporte aus Sellafield ins Zwischenlager Gorleben folgen.

Die niedersächsische Landesregierung hatte sich bei der Bundesregierung für einen Stopp des geplanten Castor-Transports in diesem Jahr nach Gorleben eingesetzt. Zu groß waren die Proteste und zu hoch die Beanspruchung der Polizei. 50.000 Menschen kamen zur Auftaktdemo, tausende machten die Schiene mit Sitzblockaden unpassierbar. Bauern blockierten die Zufahrtstraßen des Landkreises. Die Polizei war am Ende ihrer Kräfte.

“Die Politik spielt ein sehr riskantes Spiel mit der Bevölkerung. Zum einen will sie uns einen schnelleren Atomausstieg verkaufen und behauptet immer wieder, Gorleben sei ergebnisoffen – und im kommenden Herbst sollen wieder Fakten geschaffen werden”, so Jan Becker von contrAtom. “Wir fordern den sofortigen Stopp aller Castortransporte und der Atommüllproduktion. Nach dem GAU in Fukushima müssen alle Sicherheitsberwertungen und Riskioanalysen der Atomindustrie auf den Prüfstand. Auch die für Atommüllbehälter.”


Ähnliche Beiträge:

  1. Castortransport: Über 500 Verletzte durch Polizeiübergriffe und 2190 Dosen Reizgas
    Eine traurige Bilanz friedlicher Proteste: Die Demo-Sanitäter haben ihre Auswertung vom Castortransport nach Gorleben veröffentlicht. Mindestens 505 Verletzte mussten nach Polizeiübergriffen behandelt werden, in den meisten Fällen Opfer von Reizgas....
  2. Castortransport in der Schweiz
    Ein Transport mit radioaktivem Atommüll wurde gestern aus der Wiederaufarbeitungsanlage La Hague ins schweizerische Zwischenlager Würenlingen gebracht. Der Widerstand gegen diese Transporte ist im Vergleich mit Deutschland gering – regt...
  3. Nach neuer Panne: NRW-Landesregierung soll endlich UAA-Betriebsgenehmigungen aufheben
    Der Bundesverband Bürgerinitiativen Umweltschutz (BBU) hat heute gemeinsam mit seiner örtlichen Mitgliedsinitiative, dem Arbeitskreis Umwelt (AKU) Gronau, erneut die sofortige Stilllegung der Gronauer Urananreicherungsanlage (UAA) gefordert. Anlass ist schon wieder...
  4. Röttgen zu Gorleben: Alles bleibt wie es ist / Castor 2011 kommt
    Bundesumweltminister Norbert Röttgen (CDU) hält am nächsten Castor-Transport nach Gorleben im November 2011 fest. Das sagte er heute in Hannover. Die BI Umweltschutz Lüchow-Dannenberg rechnet mit erneutem Massenprotest im Herbst...

Kommentieren

Artikel-Archiv

Meine aktuellen Infos nun hier:

Beiträge: ausgestrahlt.de/blog

Nachrichtenauswertung auf www.ausgestrahlt.de

zum Abo des Atomradars

Die täglichen Infos sind kostenlos und werden über Spenden finanziert!

Login