Wäre es beim rot-grünen Atomausstieg geblieben, dann wäre diese Woche endlich Schluss: Eines der ältesten Atomkraftwerke in Deutschland wäre für immer abgeschaltet. Laut Betreiber EnBW hat Neckarwestheim-1 die damals zugeteilten Strommenge am Dienstag produziert. Seit dem Tag profitieren nun also pro-Atompolitiker, Konzerne und Lobby von der Laufzeitverlängerung. Wir fordern die sofortige Stilllegung des Meilers und die Zurücknahme ders neuen Atomgesetzes!

Seit Dienstag ist das AKW Neckarwestheim I als erstes deutsches Atomkraftwerk nur noch dank des umstrittenen neuen Atomgesetzes in Betrieb – gerade einmal elf Tage nach dessen Inkrafttreten.

Der Weg dahin war eine einzigartige Trickserei:

  • Um seinen Betrieb bis zum Inkrafttreten der Laufzeitverlängerung zu strecken, hatte EnBW die Stromproduktion des zweitältesten deutschen Reaktors schon seit 2007 sukzessive gedrosselt. Ursprünglich hätte der Meiler nämlich schon deutlich vor der Bundestagswahl 2009 endgültig abgeschaltet werden sollen.
  • Waren von GKN I bis einschließlich 2006 jährlich regelmäßig über sechs Milliarden Kilowattstunden Strom erzeugt worden, so produzierte der Meiler vergangenes Jahr bis zu einer Revision und Neubeladung mit Brennstäben im November 2010 laut dem Bundesamt für Strahlenschutz lediglich 1,75 Milliarden Kilowattstunden.
  • Am Beispiel Neckarwestheim-1 wird deutlich, wie sich Energiekonzerne um das damalige Ausstiegsgesetz kümmerten: gar nicht!

Mit dem neuen Atomgesetz hat die Bundesregierung dem 1976 ans Netz gegangenen GKN I aber einen Nachschlag von weiteren 51 Milliarden Kilowattstunden zugestanden. Dies soll einer Restlaufzeit von acht Jahren – also bis Ende 2018 – entsprechen.

Ob der Meiler tatsächlich so lange weiterlaufen soll oder ein Teil seiner Reststrommenge auf den jüngeren Reaktor GKN II übertragen wird, ist laut EnBW noch offen. Konzernchef Hans-Peter Villis hatte schon im Herbst 2010 angekündigt, anhand betriebswirtschaftlicher Kriterien über die Zukunft von GKN I entscheiden zu wollen.

“Man wird noch die baden-württembergischen Landtagswahlen im März 2011 abwarten, danach dürfte der Reaktor abgeschaltet werden”, hieß es der Presse zufolge im September aus Unternehmenskreisen. Hans-Peter Villis (Vorstandsvorsitzender EnBW) erklärte am Wochenende, „Lohnt sich der Betrieb dauerhaft nicht, geht die Anlage vom Netz“.

Auch Baden-Württembergs Ministerpräsident Mappus war nicht unbeteiligt, da er die EnBW-Deals geduldet hatte.

Eine Hand wäscht die andere: EnBW, Mappus & Neckarwestheim: Aus Presseberichten ist zu entnehmen, dass der Energiekonzern und Betreiber des Atomkraftwerkes Neckarwestheim I, EnBW, in Erwägung zieht, das Atomkraftwerk stillzulegen. Der Grund ist mangelnde Rentabilität, der Zeitpunkt soll aber erst nach der Landtagswahl in Baden-Württemberg im März 2011 liegen.

Neben bauartbedingten Schwachstellen, bei GKN I etwa der Auslegung des Sicherheitsbehälters und einer geringeren Redundanz, werden Mängel am Kühlsystem sowie unzureichender Schutz gegen Flugzeugabstürze kritisiert. Besonders gravierend wiegt die Tatsache, dass die AKW auf geologisch instabilem Untergrund stehen. Ende 2002 war es in 4,5 Kilometer Entfernung auf einem Acker ohne Vorwarnung zu einem 18 Meter tiefen Erdeinbruch gekommen.

  • Wir fordern die sofortige Stilllegung des Schrottmeilers Neckarwestheim-1!

Quelle (Auszug): www.lkz.de, 15.01.2011

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