Anti-Atomkraft-Bewegung in NRW plant Demonstration in Jülich und Ostermarsch in Gronau

Die Landeskonferenz der nordrhein-westfälischen Anti-Atomkraft-Initiativen hat sich bei ihrem Herbsttreffen in Münster für die Durchführung einer landesweiten Demonstration zum dritten Fukushima-Jahrestag in Jülich und für einen Ostermarsch in Gronau am Karfreitag 2014 ausgesprochen.

Insgesamt haben die Mitglieder der Anti-Atomkraft-Initiativen bei ihrem Treffen von der rot-grünen Landesregierung in Düsseldorf ein engagiertes Vorgehen gegen alle Atomanlagen in NRW gefordert. Um der Forderung nach dem sofortigen Atomausstieg auf Bundesebene Nachdruck zu verleihen, werden auch Initiativen aus NRW am Samstag (30.11.) zu der bundesweiten Energiewende-Demonstration nach Berlin fahren.

Am 11. März 2014 jährt sich der Beginn der Reaktorkatastrophe im japanischen Fukushima zum dritten Mal. Daran wollen die Anti-Atomkraft-Initiativen mit einer landesweiten Demonstration am 8. März in Jülich erinnern. Die Demonstration richtet sich generell gegen die Nutzung der Atomenergie und speziell gegen den Betrieb des Kernforschungszentrum in Jülich. Dort wird noch immer an AKW-Technologie, insbesondere Kugelhaufenreaktoren, geforscht. Und das obwohl sowohl der Prototyp in Jülich, als auch der Kugelhaufenreaktor in Hamm havariert und wegen Störfällen stillgelegt wurden. Der Rückbau des Reaktors in Jülich verzögert sich und bereitet offenbar zunehmend Probleme. Zudem lagern in Jülich 152 Castorbehälter mit Atommüll, die möglicherweise in die USA gebracht werden sollen. Die Anti-Atomkraft-Bewegung lehnt einen Abtransport in die USA oder in die Atommüll-Halle in Ahaus ab. Das Jülicher Forschungszentrum entzieht sich seit jeher seiner Verantwortung für den Atommüll und soll bei der Demonstration exemplarisch für die zahlreichen problematischen Atomanlagen wie die in Duisburg, Ahaus und Gronau im Fokus stehen.

Im Rahmen der bundesweiten Ostermarschaktivitäten für Frieden und Abrüstung der Friedensbewegung soll 2014 am Karfreitag ein Ostermarsch in Gronau stattfinden. Damit soll auf die untrennbare Verknüpfung der sogenannten friedlichen mit der militärischen Atomtechnik aufmerksam gemacht werden. Ebenso wie bei der Urananreicherung im Iran kommt in der Gronauer Urananreicherungsanlage die Zentrifugentechnik zum Einsatz. Mit dieser Technik kann grundsätzlich Uran für den Einsatz in Atombomben angereichert werden. Betrieben wird die Anlage vom Urenco-Konzern, dessen britische, niederländische und deutsche Anteile zum Verkauf stehen. Bislang haben verschiedene private Investoren und Firmen als potenzielle Käufer Interesse angemeldet. Die Landeskonferenz der nordrhein-westfälischen Anti-Atomkraft-Initiativen lehnt die Verkaufspläne ab – mit dem Verkauf der Urenco wird die Weiterverbreitung von Nukleartechnik zum Atomwaffenbau immer wahrscheinlicher. Gefordert wird die sofortige Stilllegung der Gronauer Uranfabrik. Die Planung des Ostermarsches in Gronau wird in engem Schulterschluss mit der Friedensbewegung erfolgen.

  • Landeskonferenz der Anti-Atom-Bewegung NRW verabschiedet Aktionsplan 2014
    25. November 2013 – 30 VertreterInnen von Umweltgruppen, Linken und Piraten aus 15 Städten einigten sich am Sonntag in Münster auf ein gemeinsames Aktionsprogramm der nordrhein-westfälischen Anti-Atom-Bewegung für die nächsten sechs Monate. Gleichzeitig informierten sich die Gruppen über die neuesten Entwicklungen an ihren Atomstandorten.

Quelle: PE bbu, 26.11.2013

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