Urananreicherungsanlage Gronau (UAA)

Urananreicherungsanlage in Deutschland und Lager von angereichertem und abgereichertem Uran und Natururan.

Urananreicherungsanlage Gronau 2008  

14. Mai 2012 - NRW: Ein Grund mehr für die Stilllegung von Gronau
Mit deutlichem Ergebnis haben rot/grün die Wahl in Nordrhein-Westfalen gewonnen. Jetzt ist der Zeitpunkt, den Atomausstieg ernst zu nehmen und die Urananreicherungsanlage (UAA) in Gronau endlich abzuschalten, fordern Atomkraftgegner. - mehr

Standort-Facts

  • Ort: Gronau, Nordrhein-Westfalen
  • Land: Deutschland
  • Rubrik: Versorgung
  • Zustand: in Betrieb

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Im nordrhein-westfälischen Gronau (30.000 Einwohner), nahe der holländischen Grenze, steht die einzige deutsche Urananreicherungsanlage (UAA). Sie wird von der Firma URENCO mit Sitz in London betrieben.

Angereichertes Uran ist unverzichtbarer Grundstoff für den Betrieb von Leichtwasserreaktoren, mit denen alle deutschen Atomkraftwerke ausgestattet sind. Der lange Weg des Urans vom Erzbergwerk zum Atomkraftwerk führt über die einzige deutsche Urananreicherungsanlage im nordrhein-westfälischen Gronau.

Weltweit existieren 14 Urananreicherungsanlagen, die zusammen 340 Atomkraftwerke mit Brennstoff versorgen.

Nach der letzten Ausbaustufe, die 2011 fertiggestelt wurde, versorgt Gronau etwa 1/10 aller AKW weltweit mit Brennstoff.

Uran-Anreicherung mithilfe von Zentrifugen

Natururan besteht aus verschiedensten Uranisotopen. Der Anteil des in Leichtwasserreaktoren spaltbaren U-235 beträgt im Natururan ca. 0,7 %. Der Rest besteht weitgehend aus dem nicht spaltbaren U-238. Somit kann das Natururan, so wie es abgebaut wird, nicht direkt für den Einsatz in Leichtwasserreaktoren (LWR) genutzt werden, diese benötigen einen Anteil von etwa 3-5% U-235 im atomaren Brennstoff. Vor dem Einsatz in LWR muss daher der Anteil des U-235 erhöht ("angereichert") werden. Dieser Anreicherungsvorgang wird in Urananreicherungsanlagen praktiziert. Erst aus dem angereicherten Uran, das ca. 3-5% U-235 enthält, können später in Brennelementfabriken entsprechende Brennelemente für den Einsatz in LWR hergestellt werden.

Natururan wird aus Uranerz gewonnen, welches – vereinfacht – zu sog. „Yellow Cake“ (dtsch: „gelber Kuchen“, wegen seiner gelben Farbe hat es diesen Namen erhalten) zermahlen wird. In einer Konversationsanlage wird es in einem chemischen Prozess in das unter Normalbedingungen kristalline, ab 56°Celsius gasförmige Uranhexafluorid (UF-6) umgewandelt. Das UF-6 ist die Grundlage für den Anreicherungsprozess.

Zur Urananreicherung können verschiedene technische Verfahren angewandt werden, die bekanntesten sind das Zentrifugenverfahren, das Trenndüsenverfahren und das Diffusionsverfahren. Die URENCO, die neben der UAA in Gronau eine Anlage in Capenhurst (Großbritannien) und Almelo (Niederlande) betreibt, arbeitet mit dem Zentrifugenverfahren. Bei diesem Verfahren wird der Gewichtsunterschied der unterschiedlichen Uranisotope genutzt. Das Uran wird dabei als Fluorverbindung (Uranhexafluorid, UF-6 = UF6) im gasförmigen Zustand in die Zentrifugen eingespeist. Durch die Zentrifugalkraft wird das schwerere U-238 vom leichteren U-235 weitgehend getrennt. Eine 3-5%tige Konzentration des U-235 kann nicht in nur einer Zentrifuge erreicht werden; notwendig ist das Hintereinanderschalten mehrerer Zentrifugen.

In den Trennhallen der UAA werden mehrere Zentrifugeneinheiten zusammengefasst und parallel betrieben. Genehmigt ist in Gronau die Anreicherung bis auf 5% U-235.

Herstellung vom hoch-angereichertem Uran

Grundsätzlich könnte mit dem Zentrifugen-Verfahren und entsprechender Zusammenschaltung vieler Zentrifugeneinheiten hochangereichertes Uran hergestellt werden, welches mit einem Anteil von über 50% U-235 atomwaffentauglich ist. Die Urananreicherung ist also eine der Stellen, an denen die enge Verbindung zwischen militärischer und ziviler Nutzung der Atomenergie deutlich wird. Technisch ist es überhaupt kein Problem, auch in Gronau Uran so hoch anzureichern, dass es zum Bau von Atombomben geeignet ist. Die Technik unterliegt der Geheimhaltung; Techniker der Betreiberfirma Urenco wirkten in Pakistan und im Irak am Waffenprogramm mit. Durchaus denkbar wäre es, andere Anreicherungsverfahren zu entwickeln, die zur Gewinnung von Bombenspaltstoff ungeeignet gewesen wären.

UF-6 aus Frankreich, Großbritannien, Russland

Die Gronauer Urananreicherungsanlage bezieht Uranhexafluorid (UF-6) hauptsächlich aus Konversionsanlagen in Frankreich, Großbritannien oder Russland. Per Schiff kommen die UF6-Behälter im Bremerhavener und Hamburger Hafen an und werden auf LKWs verladen und durch dicht besiedelte Gebiete und kleine Gemeinden nach Gronau transportiert. Das UF-6 ist radioaktiv und chemisch sehr giftig, in Frankreich und in den USA sind bereits Atomarbeiter durch UF-6 getötet worden. Konversationsanlagen verarbeiten sog. „Yellow-Cake“, gemahlenes Uranerz, zu Uranhexaflourid. In Deutschland existiert keine Konversationsanlage.

Verarbeitung von angereichertem Uran zu Brennstäben

Das in Gronau angereicherte Uranhexafluorid wird in Brennelement-Fabriken zu Brennstäben verarbeitet. Das angereicherte UF-6 wird zu Uran-Dioxid-Pulver (UO2) umgewandelt und zu sog. Pellets gepresst, die in Hüllrohre gefüllt und zu Brennelementen zusammengeschweißt werden. Ein Kunde der UAA Gronau ist die einzige deutsche Brennelemente-Fabrik in Lingen (ANF), die in nur ca. 40km Entfernung angesiedelt ist. Einen großen Teil seiner Produktion exportiert URENCO allerdings ins Ausland und versorgt damit Kernkraftwerke in 15 Ländern der Welt.

Abfallprodukt abgereichteres Uran

Bei dem Anreicherungsprozess fallen große Mengen an abgereichertem Uran an, welches für die Herstellung von Brennelementen und Verwendung in AKWs nicht geeignet ist. De Facto handelt ers sich hierbei um Atommüll. Eine Möglichkeit, dieses Uran wieder für den Einsatz in Leichtwasserreaktoren nutzbar zu machen, wäre eine Wiederanreicherung. Diese soll aber unter momentanen Bedingungen und Uranpreisen weder technisch noch wirtschaftlich sinnvoll sein.

Das Militär hat für abgereichertes Uran (Depleted Uranium) Verwendung gefunden, indem es wegen seiner hohen Dichte zur Aushärtung von Geschossköpfen genutzt wird. So entstehen die sog. „Bunker Busters“ („Bunkerknacker“), Bomben mit einer sehr hohen Durchschlagskraft. Bei abgereichertes Uran handelt es sich um radioaktives Uran, dessen Anteil der spaltbaren Isotope 234 und 235 geringer ist als bei dem natürlich vorkommenden Isotopengemisch. Anwendung fanden diese Geschosse in größerem Maße unter anderem im zweiten Golfkrieg der USA gegen den Irak und im Krieg der USA gegen Serbien 1999. Die langlebige radioaktive Strahlung schädigt die dort lebende Bevölkerung noch heute.

Weiterhin wird abgereichertes Uran für Ausgleichsgewichte im Flugzeugbau verwendet. Die Ausgleichsgewichte werden verschiebbar angebracht um die Fluglage trimmen zu können; es wird Uran verwendet, damit die Gewichte möglichst wenig Platz benötigen. Zur Vermeidung von Kontaminationen und Dosisbelastung wird das Uran in Gehäuse aus Stahlblech oder Aluminium eingeschweißt.

Abgereichtertes Uran als "Wertstoff" nach Russland

Das abgereicherte UF-6, sog. „Tails“, das bei der Anreicherung in großen Mengen anfällt, enthält kaum noch U-235. Es wird in Gronau in Fässern neben der UAA unter dem freien Himmel in großen Mengen gelagert. Hierfür ist eine Erweiterung der Lagerfläche um 59.000 Tonnen 2005 genehmigt worden. Bei einem Durchsatz von 1000 t UTA/a fielen in Gronau rund 1500 t U als Tails an. Bei einem Verarbeitungsdurchsatz von 1800 t UTA/a werden rund 2700 t U als Tails erwartet. URENCO bezeichnet dieses Abfallprodukt als „Wertstoff“ mit dem Verweis, dass das abgereicherte Uran erneut auf den natürlichen U-235 Gehalt angereichert wird.

Abgereichertes Uran aus Gronau wird nach Frankreich, Großbritannien und in andere Länder der EU sowie bis 2009 in die Russische Föderation geliefert. Dies ist auch nur als „Wertstoff“ möglich, da der Export von „Atommüll“ nicht gestattet ist. Entsprechende Ausfuhrgenehmigungen erteilt das Bundeausfuhramt. Auf eine diesbezügliche kleine Anfrage der Bundestagsabgeordneten Michaele Hustedt und der Fraktion Bündnis 90/Die Grünen antwortete das Bundesministerium für Umwelt, Naturschutz und Reaktorsicherheit (BMU) am 17.10.97, daß Tails nach Frankreich, Großbritannien und in andere Länder der EU sowie in die Russische Föderation geliefert würden.

Bei den Anlagen der Russischen Föderation handelt es sich um Anreicherungsanlagen in den Bereichen Jekatharinenburg, Tomsk und Irkutsk. Nähere Angaben über genaue Liefermengen erteilte die Bundesregierung mit dem Vermerk „Geschäftsgeheimnis“ nicht. Eine Rückführung von erneut angereichertem Uran fand bislang nur aus der Russischen Föderation statt. Russland betont stets, dass sich die Wiederanreicherung für das Land wirtschaftlich rentieren würde. Das bei diesem Anreicherungsprozess wiederum angefallene abgereicherte Uran verblieb nach Angaben der Bundesregierung beim Anreicherer, also in der Russischen Föderation.

Nach dem Auslaufen eines Vertrags mit Russland zur angeblichen "Wiederanreicherung" von abgereichertem Uran wird abgereichertes, zur langfristigen Einlagerung bestimmtes Uranhexafluorid in einer französischen Dekonversionsanlage in das chemisch stabilere und weniger giftige Triuranoctoxid umgewandelt, was danach nach Gronau zurückgebracht werden soll. Bis 2014 soll dafür ein weiteres ein Hallenlager für 50.000 Tonnen abgereichertes Triuranoctoxid (U3O8) errichtet.

Urantransporte

Die UAA Gronau ist von Atomtransporten hoch frequentiert. Es handelt sich um - UF-6 Transporte aus den Konversationsanlagen in Frankreich, Großbritannien und Russland. - Angereichertes UF-6 in Brennelementfabriken, u.a. nach Lingen - Abgereichertes Uran nach Russland, Frankreich und Großbritannien.

  • UF-6 Transporte aus den Konversationsanlagen
    UF6-Transporte aus der Konversationsanlage im französischen Pierrelatte erreichen Gronau in speziellen Transportbehältern mit der Bahn. Im Münsterland wird UF6 per Bahn auf der Strecke Coesfeld - Ahaus - Gronau zur UAA transportiert, ebenso auf LKWs aus Rotterdam in Richtung Gronau.
  • Angereichtertes UF-6 in Brennelementefabriken
    Die UAA Gronau beliefert neben der Brennelementefabrik Lingen diverse Fabriken in 15 Ländern der Welt. Das angereicherte Uranhexaflourid wird in speziellen Behältern meist per LKW befördert. Im Hafen von Rotterdam oder auch Bremerhafen werden sie zu den Empfängern verschifft. In der UAA Gronau werden pro Woche etwa 3 Produktbehälter mit je 1,5 t angereichertem Uran befüllt, im Jahr summiert sich dies auf etwa 156 Behälter mit insgesamt 234 t Uran.
  • Transporte mit abgereichertem Uran
    Zwischen 2002 und 2009 fanden Transporte mit abgereichertem Uran auf der Strecke Gronau - Steinfurt/Borghorst - Münster - Rheine - Bad Bentheim (Richtung Rotterdam) statt, die dann nach Russland eingeschifft werden. Im Gespräch waren auch Fahrten mit LKW, die das abgereicherte Uran zu einem Seehafen transportieren. Der Weitertransport zu den russischen Anreicherungsanlagen erfolge per Bahn. Zuletzt rollte ein Zug mit 1.000 Tonnen abgereichertem Uran aus der UAA Gronau nach Russland.
  • Transporte zur Dekonversionsanlage
    Der Abtransport der Tails nach Frankreich und der Rücktransport des abgereicherten Triuranoctoxid (U3O8) werden vermutlich wegen der großen Mengen per Bahn stattfinden.

Sicherheitsdefizit Transportbehälter

Die speziellen Transportbehälter zum Transport von Uranhexafluorid entsprechen dem Sicherheits-Typ A, sie müssen also „während des Transports auftretende betriebliche Belastungen standhalten“. Im Gegensatz zu CASTOR-Behältern sind diese nicht gegen Unfälle mit schwerer äußerlicher Einwirkung konstruiert. Im Falle eines Unfalls mit anschließendem Brand könnte die UF-6 Behälter explodieren und den hoch-giftigen, radioaktiven Inhalt freisetzen. Bei Kontakt mit Luftfeuchtigkeit bildet UF-6 Fluorwasserstoff, welches akut stark ätzende Wirkung auf Haut und Schleimhäute, insbesondere des Auges hat. UF-6 führt bei den Menschen, die sich in 100m um die Freisetzung aufhalten, in kürzester Zeit zum Tode. Evakuiert werden müssten alle Menschen binnen kürzester Zeit in einem Umkreis von 5km. Katastrophenschutzpläne speziell für diese Unfälle sind nicht bekannt. UF-6 – Transport rollen zu Hauptverkehrszeiten durch dicht besiedeltes Gebiet.

Atommüll aus Gronau nach Gorleben

Schwach- und mittelaktiver Atommüll, der in der UAA Gronau anfällt, wird im Abfalllager (Fasslager) am Atomstandort Gorleben zwischengelagert, bis ein bundeseigenes Endlager gefunden ist.

Im Gespräch war 2011 die Notwendigkeit, die zehntausenden Tonnen abgereichtes Uran in das bundesdeutsche Endlager zu verbringen, allerdings wegen der Eigenart steht Schacht Konrad nicht zur Verfügung.

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Mit dem Betrieb der UAA Gronau sind u. a. verbunden:

  • Der menschenverachtende Uranabbau z. B. in Australien, Namibia oder Kanada. Um die Anlage mit Ausgangs-Uran beliefern zu können, müssen pro Jahr erhebliche Uranerzmengen aus der Erde gefördert werden. Davon bleiben in den Abbaugebieten etliche Millionen Tonnen als giftiger und strahlender Müll unter freiem Himmel liegen. Für die Menschen, die dort im Umkreis leben, ist der "Normalbetrieb" bereits die Katastrophe für ihr Leben.
  • Die Bevölkerung, die im Umkreis der UAA Gronau lebt, ist schon im sogenannten Normalbetrieb einer Beeinträchtigung ihrer Gesundheit durch ständige Niedrigstrahlung ausgesetzt. Zudem ist sie durch die Atomfabrik dem ständigen Risiko eines Unfalls mit massiven Freisetzungen ausgesetzt.
  • Ständige Urantransporte (Bahn / LKW) von und nach Gronau gefährden die Bevölkerung im Münsterland und anderswo. Selbst bis Russland führen die Transporte. Wenn zunehmend aufmerksame Menschen das Umfeld der UAA im Auge behalten, wachsen die Möglichkeiten für erfolgreiche Aktionen gegen diese gefährlichen Frachten.
  • Der denkbare Missbrauch der Anreicherungstechnik zur Produktion von Atomwaffen. Von der Anreicherung des Urans für Atomkraftwerke bis zum Bau von Atombomben ist es technisch nur ein relativ kleiner Schritt. Daher unterliegen auch alle spezifischen Anlagenteile der militärischen Geheimhaltung. Die pakistanische Atombombe basiert auf der Technik der niederländischen UAA in Almelo. Brisant ist auch das abgereicherte Uran, das in Gronau anfällt. Von anderen Staaten wird abgereichertes Uran für Kriegszwecke eingesetzt.
  • Die Urenco gehört zu den weltweit Handelnden (global player). Mit der Erweiterung der UAA Gronau betreibt sie gemeinsam mit Energieversorgungsunternehmen und anderen eine weltweite Expansion der Atomenergie und eine zentralistische Energiepolitik. Wir wollen nicht länger hinnehmen, dass die Versorgung der Menschen mit Energie, Nahrung, Wissen und Ideen zum Nutzen weniger und zum Erhalt von Machtansprüchen geschieht.

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Entstehung der UAA

  • 29.03.1979: Zwischen dem Gronauer Stadtrat und der Uranit GmbH wird ein Vetrag zum Bau einer Urananreicherungsanlage geschlossen. Bestandteil ist die Errichtung der Urananreicherungsanlage, einem Zentrifugenmontagewerk sowie andere Nebeneinrichtungen, wozu auch ein Freilager für abgereichertes Uranhexafluorid gehört.
  • Ende 1981 - von der Landesregierung Nordrhein-Westfalens wird die erste Teilerrichtungsgenehmigung erteilt.
  • 15. August 1985 - die UAA Gronau nimmt ihren Betrieb auf. Die genehmigte Urantrennarbeit in der Anlage "UTA-1" belief sich auf 1.000 Tonnen pro Jahr.
  • 1996 - eine bauliche Änderung und eine Kapazitätserhöhung auf 1.800 Tonnen Urantrennarbeit pro Jahr wird beantragt
  • 1998 - Beantragung der Erweiterung der Anlage auf 4.500 Tonnen Urantrennarbeit pro Jahr, Bau eines Standortlagers für 59.000 Tonnen abgereichertes Uran und eines Standortlagers für Natururan mit einer Kapazität von 10.000 Tonnen.
  • 08. bis 11. Juli 2003 - Die atomrechtliche Erörterung für den Ausbau findet in Ledgen (nahe Ahaus) statt, insgesamt werden mehr als 7.000 Einwendungen gegen den Ausbau der Anlage eingereicht.
  • 2004 - die Kapazität der Anlage erreicht 1.800 Tonnen Urantrennarbeit pro Jahr (UTA/a). Diese Menge reicht für die Versorgung von 14 großen Atomkraftwerken. Das „World Nuclear Handbook 2006“ nennt eine Kapazität von 1.350 tsw / Jahr.
  • 14.02.2005 - Das nordrhein-westfälische Energieministerium erteilt die Genehmigung zur Erweiterung des Betriebsgeländes und zum Bau der Anlage „UTA-2“ mit einer geplanten, zusätzlichen jährlichen Kapazität von 2.700 Tonnen Urantrennarbeit. Die UTA-2 besteht aus fünf modular aufgebauten Betriebseinheiten. Diese Vierfachung der Kapazität kann Brennstoff für mindestens 32 AKW liefern. In Deutschland laufen allerdings derzeit 19 Atomkraftwerke.
  • Sommer 2005 - Baubeginn der UTA-2, die veranschlagten Kosten betragen etwa 800 Mio. Euro.
  • 9. Juni 2008 - die erste von sechs Kaskaden der ersten Betriebseinheit UTA-2 geht in den Testbetrieb.
  • Mitte 2011: Urantrennarbeit 2.750 Mg UTA/a

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Genehmigte Urantrennarbeit mittels Gaszentrifugenverfahren:

  • UTA-1: 1.800 Tonnen / Jahr
  • UTA-2: 2.700 Tonnen / Jahr

Zwischenlager

Genehmigt ist die Lagerung von

  • 10.000 Tonnen Uranhexaflourid unter offenem Himmel
  • 1.250 Tonnen angereichertes Uran (bis 6% Anreicherung) in einer "erdbebensichere" Halle
  • 97.062 Tonnen abgereichertes Uran (Tails)

sowie der Umgang mit

  • 7.285 Tonnen Uranhexaflourid
  • 1.327 Tonnen angereichertes Uran
  • 76.514 Tonnen abgereichertes Uran (Tails)

Bis 2014 wird ein Hallenlager für 50.000 Tonnen abgereichertes Triuranoctoxid (U3O8) errichtet.

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Letzte Änderung: 06.07.2012
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