Atomstandort Grohnde

Atomstandort in Deutschland mit einem in Betrieb befindlichen Druckwasserreaktor und einem Brennelementezwischenlager.

Details zu:

25.04.2011 - Tschernobyl 25 in Grohnde  

13. Juli 2012 - Mangelhafte AKW-Katastrophenschutzpläne in Niedersachsen

Umweltverbände und Anti-Atom-Initiativen rufen das Niedersächsische Innenministerium und die entsprechenden Landkreise auf, die Katastrophenschutzpläne für die Atomkraftwerke Grohnde und Emsland ins Internet zu stellen und die Auslegungs- und Einwendungsfrist wegen der Sommerferien bis zum 30. September 2012 zu verlängern. Zudem ist die Planung trotz besseren Wissens mangelhaft. - mehr

Standort-Facts

  • Ort: Emmerthal, Niedersachsen
  • Land: Deutschland
  • Rubrik: Standort
  • Zustand: in Betrieb

mehr Text zum Standort anzeigen »

Das Atomkraftwerk Grohnde (KWG) befindet sich an der Weser in der Einheitsgemeinde Emmerthal, Landkreis Hameln-Pyrmont im Bundesland Niedersachsen, etwa 8 km südöstlich von Hameln und etwa 40 km südwestlich von Hannover.

Am Standort befinden sich ein Druckwasserreaktor sowie das Zwischenlager-Kernkraftwerk Grohnde (ZL-KWG) für verbrauchte Brennstäbe in Transport- und Lagerbehältern vom Typ CASTOR.

unsere Kritik am Standort anzeigen »

Spitzenreiter: Im Durchschnitt 8,3 Störfälle im Jahr, das ist Fakt im Atomkraftwerk Grohnde. Damit liegt das AKW an der Spitze aller noch in Betrieb befindlichen AKW in Deutschland.

  • Eine Woche nach der Einweihung fiel die Kühlung eines Hauptkabels im Generatorteil aus, der Reaktor mußte abgeschaltet und für 10.000.000 DM repariert werden. Wenige Tage später legte ein kleines Gewitter den Reaktor erneut lahm.
  • nach der Inbetriebnahme 1984 waren bis Anfang 1986 bereits sieben Notabschaltungen erforderlich wegen Pumpenausfällen, Defekten an der Spannungsversorgung und dem Ausfall einer elektronischen Baugruppe.
  • 1989 gehen Quetschmuttern am Fuß von Brennelementen verloren.
  • 1990 werden Defekte an Zentrierstiften von Brennelementen festgestellt.
  • 1993 werden elektronische Baugruppen in der Sicherheitstechnik falsch eingebaut.
  • 1996 kam es zum fehlerhaften Öffnen des Druckhalter-Abblaseventils am Primärkreislauf. Grund war eine fehlerhafte Bedienung. Der Vorfall wurde in INES-Stufe 1 eingestuft.
  • 2005 kam es durch eine Störung zu einer Abschaltung mehrerer Komponenten. Durch das weitere Öffnen der Mindestmengenventile der Speisewasserpumpen wurde eine Unterspeisungstransiente ausgelöst, die zur Folge hatte, dass der 2005 fiel nach einer Reihe von Defekten der Dampferzeugerfüllstand unter 8,5 Meter und es kam zu einer Turbinen- und Reaktorschnellabschaltung. Zehn Tage später kam es erneut zu einer Reaktorschnellabschaltung.

Weitere Kritikpunkte sind der Einsatz von Plutonium-Brennelementen (MOX), die um ein Vielfaches gefährlicher sind als herkömmliche Uranbrennstäbe. Atomkraftgegner aus der Region führen weiter an, dass der beim Bau verwendete Stahl nicht geeignet gewesen sei.

Chronik vom Standort anzeigen »

  • 3. Dezember 1973 - Bauantrag beim niedersächsischen Sozialministerium
  • 8. Juni 1976 - erste Teilerrichtungsgenehmigung durch niedersächsisches Sozialministerium
  • 1982 - Die beiden Kühltürme werden errichtet.
  • 1. September 1984 - Der Reaktor wird im Betriebsanlauf erstmals kritisch.
  • 1. Februar 1985 - Der kommerzielle Leistungsbetrieb nach dem Atomgesetz beginnt.
  • 2007 - E.ON beantragt beim Umweltministerium eine Leistungserhöhung des Kraftwerkes
  • 9. - 28. Mai 2009 - Die thermische Leistung wird ohne Genehmigung des Umweltministeriums bei einer Revision von 3.900 auf 4.000 Megawatt erhöht. In diesem Zeitraum waren bis zu 1.500 externe Fachkräfte aus ca. 100 Firmen beteiligt. Das Vorhaben kostete rund 30 Mio. Euro.
  • Ende 2021 - Mit Inkrafttreten des neuen Atomgesetzes soll die endgültige Abschaltung erfolgen.

Technische Daten / Betriebsablauf anzeigen »

Atomkraftwerk Grohnde

  • Reaktortyp: Druckwasserreaktor der 3. Generation (Vor-Konvoi-Anlage)
  • Leistung: 1.360 MW (netto) / 1.450 MW (brutto) / 3.900 MW (thermisch)
  • Baubeginn: 01.06.1976
  • Inbetriebnahme: 05.09.1984
  • Kommerzieller Betrieb: 01.02.1985
  • Abschaltung: 2021 (nach Atomkonsens 2011)
  • Betreiber: Gemeinschaftskernkraftswerk Grohnde GmbH
  • Eigentümer: E.ON Kernkraft (83,3%), Stadtwerke Bielefeld (17,7%)
  • Brennstoff: 193 UO2-Brennelemente mit einer Anreicherung bis zu 4 % U-235 sowie MOX-Brennelemente.

Kühlung

Das Kraftwerk verfügt über zwei baugleiche Naturzugkühltürme mit einer Schalenhöhe von 137,14 m. Die Kühltürme wurden bereits 1982 errichtet. Kühlwasser bezieht der Reaktor aus der angrenzenden Weser.

die letzten Blogeinträge zum Standort anzeigen »

Blogbeiträge

die letzten Nachrichten vom Standort anzeigen »

Nachrichten aus der Presse

weitere Nachrichten zum Standort im Nachrichten-Archiv »

eine Störfall-Übersicht zum Standort anzeigen »

weitere Informationen und Links »

Bildergallerie vom Standort zeigen »

Letzte Änderung: 13.07.2012
Aktionen

Nachrichten-Kanal

Den Anti-Atom-Nachrichtenkanal abonnieren:

Artikel abonnieren
Powered by
Easy Automatic Newsletter Lite v2.7.2
STÖRFALL-Kalender
social networks

Jetzt & Sofort:
contrAtom ist Trägerverband der Kampagne "Atomausstieg selber machen".
Partner
Wir sind offizieller Partner der:
Artikel-Archiv
A year before
Login