Brennelemente-Zwischenlager Ahaus

Zwischenlagerhalle für hochradioaktiven Atommüll (abgebrannte Brennelemente) in CASTOR-Behältern nach 'Dry-Cask'-Verfahren sowie mittel- und schwachaktive Abfälle, die bis zur Inbetriebnahme des Atommüllendlagers Schacht Konrad eingelagert bleiben sollen.

Atommüllzwischenlager Ahaus  

Atommülltransporte in Ahaus erwartet
12. März 2012 - Für diese Woche ist ein Probetransport von der Atommüllkonditionierungsanlage Duisburg nach Ahaus geplant. Diese Transporte sind erforderlich, da bis 2017 1.300 Gebinde mit schwach- und mittelradioaktiven Abfall nach Ahaus rollen sollen. Die Stadt an der niederländischen Grenze verkommt zum Atomklo der Nation. Atomkraftgegner beginnen heute mit einer Dauermahnwache. - mehr

Standort-Facts

  • Ort: Ahaus
  • Land: Deutschland
  • Rubrik: Zwischenlager
  • Zustand: in Betrieb
  • in Betrieb seit: ..1989

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Das Brennelement-Zwischenlager der BZA GmbH in Ahaus wird von der GNS betrieben.

In der rd. 200 m langen, 38 m breiten und 20 m hohen Transportbehälterlagerhalle des Brennelement-Zwischenlagers Ahaus (TBL-A) stehen - wie im nahezu baugleichen Transportbehälterlager Gorleben (TBL-G) - 420 LWR-Zwischenlager-Stellplätze zur Verfügung.

Auf ihnen dürfen 370 Transport- und Lagerbehälter für Brennelemente aus Leichtwasserreaktoren (LWR) und 50 andersartige aus dem stillgelegten Hochtemperaturreaktor THTR 300 zwischengelagert werden. Das TBL-A ist für die Zwischenlagerung von maximal 3.960 t Schwermetall in bestrahlte Brennelementen genehmigt.

305 CASTOR-THTR/AVR-Behälter wurden zwischen 1992 und 1995 in 57 Bahntransporten in das TBL-A transportiert. Sie nehmen aufgrund ihrer geringen Größe und Stapelfähigkeit 50 LWR-Zwischenlagerstellplätze ein. In den gelben 26 t schweren Behältern lagern alle Brennelemente des stillgelegten Hochtemperaturreaktors (THTR) von Hamm-Uentrop. Die Zwischenlagerung der kugelförmigen THTR-Brennelemente im Transportbehälterlager Ahaus war unverzichtbare Voraussetzung für die Stilllegung dieses Kernkraftwerkes.

Die verbleibenden Stellplätze im Brennelement-Zwischenlager Ahaus stehen vertraglich den Atomkraftwerken zur Zwischenlagerung ausgedienter Brennelemente zur Verfügung. Aber auch Brennelemente von deutschen Forschungsreaktoren sollen nach Erteilung einer atomrechtlichen Genehmigung hier zwischengelagert werden.

Seit März 1998 lagern im TBL-A je 3 Transport- und Lagerbehälter vom Typ CASTOR V/19 und CASTOR V/52 mit bestrahlten Brennelementen aus Leichtwasserreaktoren.

Übersicht Einlagerungen

Behälter-Typ Anzahl Herkunft Einlagerungszeitpunkt
CASTOR THTR 305 THTR Hamm-Uentrop 1992-1995
CASTOR V/19 3 AKW Neckarwestheim 03/1998
CASTOR V/52 3 AKW Gundremmingen 03/1998
CASTOR MTR 2 18 Forschungszentrum Rossendorf 05-06/2005

Keine weiteren Castor-Transporte von deutschen AKWs nach Ahaus erwartet

Wegen der Schaffung von Zwischenlagerkapazitäten an den meisten Atomkraftwerken werden in Ahaus keine weiteren abgebrannten LWR-Brennelemente mehr zur Zwischenlagerung erwartet.

Erweiterung des BZA für Einlagerung von Strahlenschrott

2006/2007 wurde die Erweiterung der Einlagerungskapazität des BZA beantragt. Es geht u. a. um leicht verpackten oder unverpackten sperrigen Atommüll aus deutschen AKWs sowie um den stark verstrahlten Atommüll aus La Hague, der nicht nach Gorleben soll. Am 21.07.2010 wurden die ersten zwei Container mit schwach- und mittelaktiver Schrott aus AKWs in Ahaus angeliefert.

Erwartete Einlagerungen

  • Bis Mitte 2013 sollen 152 Castorbehälter aus dem Forschungszentrum Jülich nach Ahaus rollen. Ein Antrag wurde gestellt, die Genehmigung steht noch aus.
  • Ab ca. 2015 werden mittelaktive Abfälle aus der Wiederaufarbeitung in La Hague in Ahaus erwartet.

unsere Kritik am Standort anzeigen »

  • Was für die Castorbehälter nur als Zwischenlager gedacht ist, wird immer mehr zur Dauerlösung. Denn ein Endlager ist noch nicht in Sicht. Und so bleibt der Atommüll dort, wo er bisher ist: in Ahaus.
  • Es gibt keine Lösung für den Atommüll, der in der Zwischenlager steht. Heute wird propagiert, dass der mittel- und schwachaktive Müll in das geplante Endlager Schacht Konrad gebracht werden soll. Ob das aber in Betrieb geht, ist fraglich. Daher ist davon auszugehen, dass die Einlagerungsgenehmigung für das Zwischenlager einfach verlängert wird. Ahaus wird so zur Atommülldeponie der Nation.
  • Auch für die hochradioaktiven Abfälle gibt es weltweit keine Entsorgungslösung - außer das perspektivlose Abstellen in Zwischenlagehallen wie das BZA.
  • Die Leichtbauhalle in Ahaus ist keine Lösung für die riesigen Atommüllprobleme der deutschen Atomindustrie!
  • Es ist mehr als zweifelhaft, dass für den Atommüll, der nun nach Ahaus rollen soll, tatsächlich eines Tages ein sicheres Endlager existieren wird. Der Schacht Konrad scheidet dabei als ehemaliges Bergwerk aus. Ahaus würde damit faktisch zum oberirdischen Endlager. "Bevor hier im Münsterland Fakten geschaffen werden, muss die Bundesregierung zunächst ein neues Gesamtkonzept für eine sichere Atommüllentsorgung und für den Atomausstieg vorlegen. Das Bundesamt für Strahlenschutz darf bis dahin keine weitere Änderungsgenehmigung für Ahaus erteilen," forderte Matthias Eickhoff vom Aktionsbündnis Münsterland gegen Atomanlagen.
  • Der Atomgegner Felix Ruwe befürchtet eine erhöhte Strahlenbelastung für die Ahauser Bevölkerung: "Es gibt eine geringe Strahlung, die vom Lager ausgeht. Die Kinderkrebsstudie beweist die erhöhte Zahl von Leukämiefällen in der Nähe von Atomkraftwerken." Ob das Ergebnis der Kinderkrebsstudie jedoch auf Ahaus übertragbar ist, lässt sich laut Ruwe nicht bestätigen.

Chronik vom Standort anzeigen »

  • 1977 - Erste Pläne der Atomwirtschaft werden bekannt in Ahaus ein Zwischenlager für abgebrannte Brennelemente aus Atomreaktoren zu errichten. Gründung der Bürgerinitiative "Kein Atommüll in Ahaus" e.V.; Pläne des Bundes, in Gorleben eine Wiederaufarbeitungsanlage und ein Endlager für Atommüll zu bauen.
  • 1978 - Nachdem das Land Nordrhein-Westfalen der Stadt Ahaus finanzielle Zuwendungen in Höhe von 49 Millionen DM für die Zusage zum Brennelemente-Zwischenlager Ahaus (BZA) zusagt, erklärt die Mehrheit des Stadtrates seine Zustimmung. Die Nachbargemeinden Legden, Vreden, Enschede (NL), Winterswijk (NL), Heek und Gescher üben Kritik an den BZA-Plänen.
  • 1979 - Erste "Strukturhilfe" der Landesregierung im Stadthaushalt von Ahaus (sieben Millionen Mark) für die Zustimmung zum Brennelente-Zwischenlager Ahaus (BZA); Gründung der Unabhängigen Wählergemeinschaft (UWG), Einzug der UWG in den Ahauser Stadtrat mit 25,5% der Stimmen; Bund-Länder-Vereinbarung, wonach in Ahaus erst dann Brennelemente aus Leichtwasserreaktoren eingelagert werden dürfen, wenn die Inbetriebnahme des Salzstockes Gorleben als "gesichert erscheint" (Junktim)
  • 1983 - Baugenehmigung für das Zwischenlager Ahaus.
  • 1984 - Klage des Bauern und BZA-Nachbarn Hermann Lenting gegen die Genehmigung; Beginn der Bauarbeiten in Ahaus; Fertigstellung des Atommüllagers Gorleben (BLG).
  • 1985 - Baustopp in Ahaus durch das Oberverwaltungsgericht Münster nach erfolgreicher Klage von Bauer Lenting bis 1988
  • 1986 - Reaktorunglück in Tschernobyl; Bekräftigung von Ministerpräsident Johannes Rau (SPD), das BZA fertigzustellen.
  • 1987 - Unabhängige Wählergemeinschaft, BI und Ammelner Landwirte klagen gegen die atomrechtliche Genehmigung des BEZ
  • 1988 - Aufhebung des Baustopps in Ahaus durch das Oberverwaltungsgericht Münster; Richtfest am BZA
  • 1989 - Fertigstellung des Zwischenlagers; Aufgabe der im Bau befindlichen Wiederaufarbeitungsanlage Wackersdorf; Stillegung des Hochtemperaturreaktors im nordrheinwestfälischen Hamm-Uentrop
  • 1990 - 3.000 Einsprüche gegen die Einlagerung von Kugelbrennelementen aus dem THTR Hamm-Uentrop in Ahaus
  • 1991 - 400 Menschen bei einer internationalen Menschenkette um das Atommüllager als Protest gegen die geplante Inbetriebnahme
  • 1992 - Transport und Blockade der ersten Castor-Behälter des kleinen Typs THTR/AVR aus Hamm-Uentrop nach Ahaus
  • 1993 - Abschluß eines Ansiedlungsvertrages zwischen der BZA und der Stadt Ahaus über den Bau einer zusätzlichen Lagerhalle für "schwach- und mittelaktiven" Atommüll; vorgesehene "Strukturhilfe" von 160 Millionen Mark; Ahauser Jugendliche gründen aus Protest gegen das "Ja" des Stadtrates zum Millionendeal die UWGjugend. Fast 1000 Menschen beim Rock gegen Atommüll von UWG und Bürgerinitiative.
  • 1994 - Bauantrag der BZA für die zweite Lagerhalle
  • 1994 - Beginn der monatlichen Sonntagsspaziergänge am Atommüllager, mit den ersten willkürlichen Festnahmen beginnt auch die Kriminalisierung der TeilnehmerInnen
  • 1995 - Erste Castor-Tranport ins Wendland; Erklärung der BZA wenige Tage später, daß nach den letzten 57 Transporten 305 Behälter aus Hamm-Uentrop in Ahaus stehen, damit ist die Lagerhalle nichteinmal zu 1/8 gefüllt.
    Koalitionsvereinbarung in NRW zwischen SPD und Bündnis 90/Die Grünen, wonach in Ahaus nur radioaktive Abfälle aus dem eigenen Bundesland gelagert werden sollen, Information der BZA, wonach auch Brennelemente aus deutschen Forschungsreaktoren nach Ahaus kommen werden.
    Über 500 Menschen aus Ahaus und Umgebung erklären erstmals namentlich in einer Zeitungsanzeige, weitere Atommülltransporte nach Ahaus nicht hinnehmen zu wollen, da das ein Verstoß gegen das Junktim von 1979 und Wortbruch sei.
    Ohne Öffentlichkeitsbeteiligung erteilt die Stadt Ahaus die Baugenehmigung für die zweite Lagerhalle.
  • 1996 - Ablehnung des Ahauser Stadtrates Brennelemente des stillgelegten Schnellen Brüters im BZA zu lagern; Lagerkapazität in Ahaus soll durch einen neuen Castor-Typ in Ahaus verdreifacht werden.
    Bundesweite Großdemo zum 10. Tschernobyl-Jahrestag in Ahaus mit ca. 4000 TeilnehmerInnen. Aktionswoche mit Konzerten, Straßenmalerei und mehreren Camps. Ein Großaufgebot von Polizei und BGS besetzt erstmals die Stadt.
  • 1997 - Nach dem dritten Castor-Transport nach Gorleben und dem größten Polizeieinsatz in der deutschen Geschichte kündigt die Atomwirtschaft an, den nächsten Transport nach Ahaus zu schicken.
    Große Solikundgebung in Ahaus zum Tag X3 im Wendland als Auftakt für einen immer stärker werdenden Widerstand im Münsterland. Start der Aktion "Wir stellen uns quer" für eine Blockade des nächsten Castor-Transportes nach Ahaus, der unmittelbar nach den Protesten im Wendland angekündigt wird.
    Katholische und evangelische Pfarrgemeinden aus Ahaus erklären erstmals die Ablehnung der Atomkraft, der erste Polizeieinsatz unter dem neuen Polizeipräsidenten Wimber (Grüne) gerät zu einem Chaos, Jugendliche klagen gegen Polizeiübergriffe.
    Eine stetig wachsende Zahl von Demonstranten bei den "Sonntagsspaziergängen"; symbolische "Städtepartnerschaft" der Initiativen aus Ahaus und Gorleben, später auch mit Neckarwestheim; es haben inzwischen mehr als 2000 Menschen namentlich erklärt, den bevorstehenden Castor-Transport gewaltfrei blockieren zu wollen
  • 1998 - katholische Verbände aus dem Bistum Münster sprechen sich gegen das Zwischenlager Ahaus und Castor-Transporte aus; es wird bekannt, daß der geplante Six-Pack-Transport nach Ahaus von einem noch größeren Polizeiaufgebot gesichert werden soll, als der letzte ins Wendland; erhebliche Einschränkungen der demokratischen Grundrechte sollen während des Transports in Ahaus durchgeführt werden; es verdichten sich die Hinweise, daß der Tag X in der 13. Kalenderwoche stattfinden wird; Gewerkschaft der Polizei NRW bezeichnet den Castor-Transport als "verzichtbar"; "Schwarzer Freitag" am 20. März: das Castor-Six-Pack wird mit massiver Polizeigewalt nach Ahaus geprügelt, der Widerstand im Münsterland ist stark wie nie; der Tag X hat gezeigt; daß Ahaus nicht das billige Schlupfloch für Gorleben ist
  • März 1998 - Einlagerung von 3 CASTOR V/19-Behältern aus dem AKW Neckarwestheim und 3 CASTOR V/52-Behälter aus dem AKW Gundremmingen.
    Über 7.000 Menschen beteiligen sich an den Sonntagsspaziergängen vor dem Tag X. Über 300 Trecker begleiten die Demos. Der Castor-Transport erreicht unter Umgehung des Demonstrationsrechtes und massiver Polizeigewalt Ahaus. Aus Angst vor einem noch umfassenderen Widerstand lassen Innenministerium und Betreiber den Transporttermin trotz anderslautender Ankündigungen auf den 20. März vorverlegen.
    Mehrere Monate nach der Einlagerung der Castoren bemerken Mitarbeiter des BZA die Kontaminationen an einem Behälter. Monate später stellt sich heraus, daß alle im März einglagerten Behälter um 75% über den erlaubten Grenzwerten strahlten.
    Die Kriminalisierungswelle gegen TeilnehmerInnen der Demonstrationen rund um den Tag X läuft weiter, während kein Verantwortlicher für die überschrittenen Grenzwerte herangezogen wird.
  • 1999 - Die 305 Castor-Behälter im BZA setzen Rost an und müssen überholt werden.
  • 2000 - Das Bundesamt für Strahlenschutz hat BZA eine Änderungsgenehmigung erteilt, nach der abgebrannte Uran-Brennstäbe mit einem höheren Abbrand, mit höherem Schwermetallbrand und erhöhtem Anteil an spaltbarem Plutonium in Ahaus gelagert werden dürfen. Atomkraftgegner klagen gegen die Genehmigung.
    Der gemeinsame Vorstoß von UWG, SPD und Grünen, eine Grundsatzresolution des Rates gegen Castor-Transporte zu verabschieden, wird von der CDU-Mehrheit zurückgewiesen.
  • 2001 - Castor-Transporte aus Neckarwestheim in das BZA Ahaus werden von Bundesumweltminister Trittin abgesagt. Atomkraftgegner werten dies als Erfolg der andauernden Proteste. Rund 1.500 Menschen demonstrieren vor dem Ahauser Rathaus für einen Stopp aller Castor-Transporte.
  • 2002 - Nachdem sich der Baubeginn für die zweite Zwischenlagerhalle in Ahaus seit 1995 immer wieder verzögert hatte, zieht die GNS jetzt einen Schlussstrich. Die neue Halle für schwach- und mittelradioaktive Abfälle, die auch für weitere Castorbehälter Platz bieten sollte, wird nicht mehr gebaut.
  • 2003 - Im Dezember blockieren AtomkraftgegnerInnen aus Ahaus und dem gesamten Münsterland das Atommülllager in Ahaus. Mit Transparenten und Strohballen verstellten sie die Hauptzufahrt der Atomanlage. Mit ihrer Aktion protestierten sie gegen die Ankündigung des Bundesumweltumweltministeriums, im zweiten Halbjahr 2004 wieder hochradioaktiven Atommüll nach Ahaus zu transportieren. Der Strahlenmüll soll in 18 CASTOR-Behältern aus dem ehemaligen DDR-Forschungsreaktor Rossendorf bei Dresden kommen.
  • 24.03.2004 - Im Zusammenhang mit den Castor-Transporten von Dresden-Rossendorf nach Ahaus bringt die CDU-Landtagsfraktion unter ihrem damaligen Fraktionschef Rüttgers am 24. März 2004 einen Entschließungsantrag (Landtagsdrucksache 13/5243) ein. In diesem Antrag heißt es wörtlich: "Ein erneuter Atommülltransport ist der Bevölkerung in Ahaus und Umgebung solange nicht zumutbar, wie die Frage der Endlagerung für Deutschland ungeklärt ist."
  • 2005 - Immer wieder montags rollten im Mai und Juni die Castor-Transporte aus dem Forschungsreaktor in Rossendorf nach Ahaus. Waren es anfänglich nur Hunderte, die gegen diese Transporte Widerstand leisteten, wurden es schließlich Tausende, die sich bei diesen widersinnigen Transporten quer stellten. Insgesamt 951 Brennelemente aus dem DDR-Forschungsreaktor im sächsischen Rossendorf kamen mit drei LKW-Fuhren a sechs Castor-Behältern über die Autobahn in das Zwischenlager gerollt.
  • 31.10.2006 - Der Betreiber des Zwischenlagers beantragt eine Änderung der Einlagerungsgenehmigung: künftig sollen auch schwach- und mittelradioaktive Kernkraftwerks- und Wiederaufarbeitungsabfälle gelagert werden
  • 20. Dezember 2006 - Das BZA beantragt die Aufbewahrung von 116 Tonnen mittelstark strahlenden Abfalls beim Bundesamt für Strahlenschutz, der ab 2011 aus der "ausländischen Wiederaufarbeitung" kommen soll. Die neue Einlagerungspläne für das BZA beinhaltet nach Auskunft der Bezirksregierung Münster "unverpackte bzw. in Folie verpackte" radioaktiv verstrahlte Anlagenteile sowie Glaskokillen aus der WAA La Hague. Bei den Anlagenteilen soll es sich um Elemente aus dem Abbau von Kernanlagen handeln, um welche es sich hierbei konkret handelt, wurde nicht genannt. Recherchen von Anti-Atom-Initiativen haben ergeben, dass z.B. aus dem stillgelegten AKW Würgassen an der Weser mit Atommüll für Ahaus zu rechnen ist.
    Mit dieser Lagergenehmigung will sich die Atomindustrie für Ahaus einen Blankoscheck ausstellen lassen, um generell Atommüll "aus dem laufenden Betrieb und der Stilllegung deutscher AKWs" in Ahaus einlagern zu können. Die beantragte Befristung auf 10 Jahre ist dabei nur Augenwischerei, damit die Leute nicht denken, Ahaus könnte zum Endlager werden.
    Neben dem stellte die Zwischenlager-Betreiberin BZA (einer Tochterfirma der großen Atomkonzerne) direkt vor Weihnachten beim Bundesamt für Strahlenschutz (BfS) den Antrag, 270 Glaskokillen mit Atommüll aus der Wiederaufbereitung in La Hague in Ahaus einlagern zu dürfen.
  • 03.02.2007 - Gegen die Genehmigungspläne für die Einlagerung von hochaktiven Abfällen aus der WAA und weiterem Strahlenschrott aus AKW gehen in Münster vor der Bezirksregierung 400 Menschen auf die Straße. Die Atomkraftgegner waren u. a. mit zwei Autokorsos aus Ahaus und Dortmund nach Münster gekommen. In Münster nahmen 50 Radfahrer an einem Fahrradkorso teil. In Dortmund, Lünen, Lüdinghausen und Altenberge fanden Zwischenkundgebungen statt. Allein in Lünen demonstrierten 40 Atomkraftgegner gegen die Urantransporte von Südfrankreich nach Gronau, die regelmäßig mitten durch Lünen rollen.
  • 13.06.2007- Prüfung der Zwischenlager-Erweiterung beginnt. Nach mehr als sechs Monaten haben die Ahauser Zwischenlager-Betreiber alle Unterlagen zur geplanten Erweiterung des Atommülllagers bei der Bezirksregierung Münster eingereicht. Die Bezirksregierung beauftragte jetzt nach eigenen Angaben den TÜV Rheinland und das Öko-Institut Freiburg mit der Prüfung.
  • September 2007 - Das Atommülllager Ahaus hat neue Mitbetreiber: ab September halten der Bund, die Länder NRW und Saarland sowie die Gewerkschaft Bergbau, Chemie und Energie über den neu gegründeten Evonik-Konzern 45% der Anteile an der Zwischenlagerfirma BZA. Damit bestimmen die drei Regierungen und die Gewerkschaften zusammen mit den großen Atomkonzernen das Geschehen im Zwischenlager! Bis jetzt war offiziell immer die Atomindustrie für die "Zwischenlagerung" verantwortlich, nun sitzen Staat und Gewerkschaft mit im Boot. Bisher waren zwei Firmen offiziell Eigentümer der BZA: 55% der Anteile gehören auch weiterhin der GNS, einer Tochterfirma der großen Atomkonzerne (EON ca. 50%, RWE 28%, EnBW ca. 9%, Vattenfall 2,5%). Die anderen 45% gehörten der STEAG encotec, der Atomsparte des RAG-Tochter STEAG. Die STEAG encotec war weltweit im Atomanlagenbau tätig. Bei RAG hatten wiederum EON und RWE das Sagen. Im September wurde die RAG/STEAG allerdings in Evonik umgewandelt. Dieser neue Konzern ist zu 100% im Besitz der RAG-Stiftung. In dem leitenden Kuratorium sitzen der Bund (5 Sitze), die Länder NRW (4 Sitze) und Saarland (1 Sitz) sowie die IGBCE (3 Sitze). "Geborene" Mitglieder sind der Bundesfinanz- und wirtschaftsminister, die Ministerpräsidenten von NRW und Saarland sowie der Gewerkschaftschef. Für Ahaus bedeutet die neue Eigentümerkonstellation laut Atomkraftgegnern langfristige Änderungen: Zum einen werden Genehmigungsanträge für das Zwischenlager Ahaus noch leichter zu bekommen sein. Die Genehmigungsbehörden sind schließlich den neuen Mit-Eigentümern unterstellt. Zum anderen ist geplant, dass die RAG-Stiftung auch nach dem Börsengang von Evonik langfristig 25% der Evonik-Anteile behält. Bund, Land und Gewerkschaft werden also weiterhin über die Evonik am Zwischenlager Ahaus beteiligt sein. Diese neue Verquickung von Staat und Atomindustrie geht über bisherige Kooperationen hinaus. Ahaus ist kein "Forschungsreaktor", sondern eine kommerzielle Atomanlage, die nun gemeinsam von den Atomkonzernen und dem Staat betrieben wird. Damit gibt es auch offiziell keine Trennwand mehr zwischen Atomanlagenbetreiber und Atomaufsicht.
  • 15.11.2007 - Die Bürgerinitiative 'Kein Atommüll in Ahaus' feiert 30 jähriges Bestehen. 15 Jahre nach der Inbetriebnahme steht die Leichtbauhalle noch immer zu 90% leer. Eine zweite Halle konnte ganz verhindert werden. Der Wunschtraum der Atomindustrie Ahaus sei ein "leichtes" Ziel, ist nicht in Erfüllung gegangen. Das runde BI-Jubliläum wurde am 156. Sonntagsspaziergang gebührend gefeiert.
  • 29.11.2007 - Neue Atommüllpläne werden bekannt: sog. „CSD-C Kokillen“, den eingeschmolzene Inhalt stellen hochdruckkompaktierten Brennelemente-Hülsen und Strukturteilendie in 192 speziellen Transport- und Lagerbehältern vom Typ „TGC 36“ aus der Wiederaufarbeitungsanlage La Hague dar, sollen nach Deutschland zurückgeführt werden. Ziel: Ahaus. Die Rückführung dieser schwach und mittelradioaktiver Abfälle wird nicht vor 2009 beginnen. Dies stellte nach widersprüchlichen Meldungen das Bundesamt für Strahlenschutz (BfS) klar. "Wir gehen davon aus, dass die Transporte der 6.900 CSD-C Kokillen in den Jahren 2009 bis 2011 stattfinden", so BfS-Pressesprecher Joachim Gross. Die Bürgerinitiative "Kein Atommüll in Ahaus" (BI) geht von 32 Transporten aus.
  • 11.12.2007 - Anti-Atomkraft-Initiativen aus dem Münsterland, dem Ruhrgebiet und der Bundesverband Bürgerinitiativen Umweltschutz (BBU) reagieren betroffen auf die erschreckende Studie zu gehäuften Krebserkrankungen bei Kindern im Umkreis von Atomkraftwerken. Als Reaktion fordern sie die NRW-Landesregierung und das bei der Studie federführende Bundesamt für Strahlenschutz (BfS) auf, auch an anderen nordrhein-westfälischen Atomanlagen ähnliche Untersuchungen durchzuführen. „Wir wollen wissen, ob auch rund um das Zwischenlager Ahaus und die Uran¬anreicherungsanlage Gronau eine ähnliche Häufung der Krebsraten bei Kindern oder Erwachsenen zu beobachten ist. Sind Kinder auch an anderen NRW-Atomanlagen besonders gefährdet?“ fragt Felix Ruwe, Sprecher der Bürgerinitiative „Kein Atommüll in Ahaus“.
  • 02.05.2008 - Die Bundeskonferenz der Anti-Atombewegung findet in Ahaus statt. Rund 500 Leute kamen zum Maifest der BI "Kein Atommüll in Ahaus" am Zwischenlager.
  • Herbst 2008 - ein weiterer Hallenkran mit 32 t Tragkraft wurde eingebaut
  • 24.02.2009 - Die Gesellschaft für Nuklear-Service weist die Behauptung der BI ´Kein Atommüll in Ahaus´, über einen Zeitraum von sieben Jahren sei das Doppeldeckelsystem der CASTOR-Behälter im Zwischenlager Ahaus mit den ausgedienten Brennelementen aus Hamm-Uentrop aufgegeben worden, zurück. Die im Oktober 2005 abgeschlossenen Nacharbeiten an den THTR-Behältern dienten der Instandhaltung und Verbesserung des Korrosionsschutzes der Behälteroberfläche. Die bearbeiteten Stellen hatten in keinem Fall auch nur annähernd eine sicherheitstechnische Bedeutung. Die den Behälter sicher verschließenden Primär- und Sekundärdeckel sind in keiner Art und Weise entfernt worden. Dichtheit und Abschirmwirkung der Behälter waren daher stets gewährleistet.
  • 25.03.2009 - Neue Pläne zur Atommülleinlagerung werden bekannt: möglicherweise ab 2013 sollen mehr als 150 Castor-Behälter mit Atommüll aus der Kernforschungsanlage Jülich ins atomare Zwischenlager nach Ahaus transportieren werden. Das Forschungszentrum Jülich sieht das Zwischenlager in Ahaus als mögliche Alternative zu seinem eigenen Zwischenlager vor Ort, dessen Betriebsgenehmigung 2013 ausläuft. Für die Einlagerung in Ahaus sprechen aus Sicht des Forschungszentrums Jülich vor allem Sicherheitsgründe.
  • 03.11.2009 - Mit großem Unverständnis reagieren die Münsterländer Anti-Atomkraft-Initiativen auf die Prognose des nordrhein-westfälischen Verfassungsschutzes in seinem aktuellen Jahresbericht 2008, dass in Ahaus bei den geplanten Castor-Transporten von La Hague mit ´Auseinandersetzungen´ zu rechnen sei. Dabei seien ´seit Jahren gewalttätige Aktionen von Kernkraftgegnern´ zu beobachten. ´Noch ist kein einziger neuer Atommülltransport nach Ahaus genehmigt, da versucht der NRW-Verfassungsschutz schon im Vorfeld die Situation zu eskalieren, um unseren bunten und entschlossenen Protest zu kriminalisieren. Atomtransporte nach Ahaus sind aber ein politisches Problem, mit der Landesregierung als treibender Kraft,´ erklärte Heiner Möllers, der Vorsitzende der Bürgerinitiative ´Kein Atommüll in Ahaus´.
  • 06.11.2009 - Der Betreiber des BZA beantragt beim Bundesamt für Strahlenschutz die Einlagerung von 152 Castoren aus dem stillgelegten Forschungsreaktor Jülich. Die zum Teil zerbrochenen Brennelemente aus dem Kugelhaufenreaktor Jülich gelten als hochproblematisch. Laut Rainer Moormann, der bis März 2009 Mitarbeiter im Institut für Sicherheitsforschung und Reaktortechnik des Forschungszentrums Jülich war, wurde die Anlage über Jahre unkontrolliert in zu hohen Temperaturbereichen betrieben.
  • 11.11.2009 - Die Einlagerung von mittel- und schwach-radioaktivem Abfall aus dem Betrieb und dem Abbau alter Atomanlagen wird genehmigt. Bei den Abfällen handele es sich beispielsweise um Bauschutt, Papier, Putzlappen, Metallschrott sowie ausgebaute Anlagenteile, die laut Bezirksregierung nur eine geringe Radioaktivität aufwiesen. Die Abfälle sollen in Behältern aus Beton, Guss und Stahl in der westlichen Hallenhälfte zwischengelagert werden. "Es ist skandalös, dass die Bezirksregierung mit voller Unterstützung der Landesregierung in einem völlig geheimen Genehmigungsverfahren - ohne Öffentlichkeitsbeteiligung - neue Atommülltransporte nach Ahaus genehmigt. Weder ist bekannt, aus welchen AKWs wie viel Atommüll kommen soll, noch wie hoch die radioaktive Strahlung tatsächlich ist. Wir befürchten, dass vor allem sperriger und stark verstrahlter Problem-Atommüll nach Ahaus soll, den die Betreiber der deutschen Atomkraftwerke schnell loswerden wollen," kritisierte Heiner Möllers, Vorsitzender der BI ´Kein Atommüll in Ahaus´.
  • 15.11.2009 - Mehr als 150 Atomkraftgegner haben am Sonntag unter massiver Polizeipräsenz vor dem Zwischenlager Ahaus gegen neue Atommülltransporte protestiert. ´Die Atomindustrie macht Ahaus zum Vorflutbecken für das geplante Endlager Schacht Konrad bei Salzgitter´, sagte Matthias Eickhoff von der Initiative Sofortiger Atomausstieg aus Münster.
  • 25.11.2009 - Anfang November hatte im Zwischenlager Gorleben, das ebenfalls von der GNS betrieben wird, ein defekter Druckschalter gleich zweimal eine Undichtigkeit im Deckel eines Castors gemeldet. Laut taz gab GNS-Sprecher Michael Köbl zu, dass auch in anderen Zwischenlagern weitere Druckschalter bereits ´rund 25 Meldungen´ abgegeben hätten. "Wir sind sehr besorgt, dass darunter auch Castor-Behälter aus Ahaus sein könnten. Die Fehler sind deshalb besonders brisant, weil die Ahauser Castoren zu einem etwaigen Austausch der Deckelschalter womöglich aus Ahaus abtransportiert werden müssen," so Felix Ruwe von der BI ´Kein Atommüll in Ahaus´. Derzeit werde laut niedersächsischer Atomaufsicht untersucht, ´ob es sich um einen systematischen Fehler handelt.´ Die Druckschalter sind von besonderer Bedeutung, da sie ein wichtiges Warnsignal für undichte Castor-Deckel sind. Weil die Zwischenlagerhallen aufgrund ihrer offenen Leichtbauart keine abschirmende Funktion für radioaktive Strahlung haben, könnte bei undichten Castor-Deckeln sofort Radioaktivität in die Umgebung gelangen.
  • 29.11.2009 - Die Bürgerinitiative ´Kein Atommüll in Ahaus´ sowie die Münsterländer Anti-Atomkraft-Initiativen gehen davon aus, dass im Rahmen der jetzt genehmigten Atommülleinlagerung für Ahaus zahlreiche Atommülltransporte aus der Atommüll-Konditionierungsanlage in Duisburg nach Ahaus rollen sollen. Diese Konditionierungsanlage für schwach- und mittelradioaktiven Atommüll wird genau wie das Zwischenlager Ahaus federführend von der GNS (Gesellschaft für Nuklear-Service) betrieben. Ein GNS-Sprecher hatte vor wenigen Tagen erklärt, dass der Atommüll für Ahaus u. a. in Duisburg ´verpresst´ wird. Transporte nach Ahaus seien "ziemlich sicher", so GNS-Pressesprecher Michael Köbl. In der neben einem Wohnviertel liegenden Anlage in Duisburg-Wanheim am Rhein wird schwach- und mittelradioaktiver Abfall verpackt und für die Endlagerung vorbereitet. In einem Interview nannte Köbl "Anfang 2010" als wahrscheinlichen Termin für den ersten Atommülltransport.
  • 18.12.2009 - Die hoch verstrahlten Brennelement-Strukturteile aus der französischen Plutoniumfabrik La Hague werden nach Angaben der Zwischerlager-Betreiberin GNS ´voraussichtlich ab 2015´ nach Ahaus rollen. Bei Beantragung der Einlagerungsgenehmigung Ende 2006 hatte die GNS noch 2011 angegeben. Dieses Datum findet sich auch noch auf der aktuellen Webseite des Bundesamtes für Strahlenschutz (BfS). Doch nun hat die GNS auf der firmeneigenen Webseite das Transportdatum stillschweigend korrigiert. Für die Transporte der 150 Castor-ähnlichen Großbehälter TGC 36 werden mehrere Jahre veranschlagt.
  • 20.12.2009 - Rund 300-350 Leute demonstrierten bei eisiger Kälte und starkem Schneefall vor dem Zwischenlager Ahaus gegen neue Atommülltransporte und für den sofortigen Atomausstieg. Obwohl die Straßen alle dicht waren, kamen 300-350 Leute z. T. von weither: ein Bus aus Bonn/Köln, AktivistInnen aus dem Wendland, von contratom, vom Schacht Konrad und der Morsleben-Kampagne sowie aus Jülich. Die weiteste Anreise hatte Janne Björklund vom finnischen Naturschutzverband. Er rief zu Protesten in Deutschland gegen den Plan von EON auf, in Finnland ein neues - sechstes - AKW zu bauen. Dem Betreiber der Halle, der Gesellschaft für Nuklear-Service, wurde ein Tannenbaum samt "radioaktiven" Geschenken mit dem Atom-Zeichen drauf, übergeben: "Atommülltransporte nach Ahaus? Eine schöne Bescherung!"
  • 22.12.2009 - Das Brennelemente-Zwischenlager Ahaus wird in den nächsten Jahren zweimal pro Woche schwächer strahlenden Bauschutt und ausgebaute Teile stillgelegter Atomkraftwerke aufnehmen. Das geht aus der Antwort der Bundesregierung auf eine Kleine Anfrage der Grünen hervor, auf welche die Bürgerinitiative «Kein Atommüll in Ahaus» am Dienstag aufmerksam machte. Es werde von Anfang 2010 an "mit der Annahme und Abgabe von maximal 1800 Gebinden über einen Zeitraum von zehn Jahren gerechnet". Weiter heißt es: "Nach Angaben der Betreiber ist realistisch im Mittel von ca. zwei Transporten pro Woche auszugehen." Die befristete Genehmigung der Bezirksregierung schließt zum Beispiel Papier, Putzlappen und Metallschrott mit ein. Die Aufbewahrungsgenehmigung gilt für die nächsten zehn Jahre.
  • Januar 2010 - Die Bürgerinitiative ´Kein Atommüll in Ahaus´ e.V. ist umgezogen und die Homepage neu gestaltet: Mit dem Jahreswechsel übernimmt die BI ein neues Büro in der Bahnhofstraße 27.
  • 23.01.2010 - Anti-Atomkraft-Initiativen und Umweltverbände aus NRW demonstrierten gemeinsam mit einem Autobahn-Aktionstag gegen neue Atommülltransporte nach Ahaus und für den sofortigen Atomausstieg. Rund 25 Autos brachen im münsterländischen Ahaus zu einem 170 km langen Autokorso nach Duisburg und Jülich auf. In Duisburg demonstrierten gut 200 Menschen vor der Atommüll-Konditionierungsanlage in Wanheim, in Jülich 150 Menschen auf dem Marktplatz sowie zum Abschluss vor dem Haupttor des Forschungszentrums Jülich. Von dort sollen ab nächstem Frühjahr 152 Castoren mit hochradioaktivem Atommüll nach Ahaus rollen.
  • 28.01.2010 - Aufgrund von Beobachtungen am BZA befürchten Atomkraftgegner, dass womöglich schon ein erster Atommülltransport insgeheim ins Zwischenlager Ahaus gebracht worden ist. Ein Sprecher des Zwischenlagers widerspricht: Für die etwaige Transporte liege die Genehmigung des Bundesamtes für Strahlenschutz (BfS) noch gar nicht vor. Die Bezirksregierung Münster hat die Einlagerung im vergangenen November genehmigt. Allerdings fehlt noch eine Änderungsgenehmigung des BfS. "Ich glaube nicht, dass es noch lange dauern wird", sagt Burghard Rosen, Sprecher des Zwischenlagers und rechnet eher in Wochen als in Monaten mit den ersten Transporten.
  • 10.03.2010 - In einem den Bürgerinitiativen vorliegenden "Optimierten Eckterminplan" des Bundesforschungsministeriums vom 9. November 2009 sind bereits alle Transport-Termine verbindlich festgelegt - ungeachtet des noch laufenden Genehmigungsverfahrens beim Bundesamt für Strahlenschutz (BfS). So soll der Antrag auf Transportgenehmigung für die 152 Castoren drei Wochen nach der NRW-Landtagswahl am 1. Juni 2010 gestellt werden. Die Erteilung der Transportgenehmigung durch das BfS ist für den 1. September, die Einlagerungsgenehmigung für den 1. Oktober 2010 anvisiert. Ab 1. März 2011 sollen dann im Schnitt ´1,25 Behälter pro Woche´ bis Mitte 2013 von Jülich nach Ahaus rollen.
  • 19.-21.03.2010 - in Ahaus findet die Frühjahrskonferenz der bundesweiten Anti-Atom-Bewegung statt.
  • 24.04.2010 - Anlässlich des 24. Tschernobyljahrestages gehen in Ahaus über 4.500 Menschen auf die Straße. In Norddeutschland Mit einer 120 Kilometer langen Menschenkette haben Atomkraftgegner am Samstag für das Abschalten der Meiler und gegen längere Laufzeiten demonstriert. An der Aktion, die das Atomkraftwerk Krümmel in Schleswig-Holstein quer durch Hamburg bis zum AKW Brunsbüttel verband, nahmen nach Angaben der Veranstalter und der Polizei rund 120.000 Menschen teil. in Hessen umzingekten 20.000 Menschen das Atomkraftwerk Biblis.
  • 21.07.2010 - Die ersten zwei Transporte mit schwach radioaktivem Abfall aus deutschen Atomkraftwerken sind Ahaus eingetroffen. Es handelt sich um Bauschutt, alte Maschinenanlagen und Erdreich. Das Zwischenlager ist derzeit nur zur Hälfte mit abgebrannten Castor-Behältern belegt. Weitere Transporte werden erwartet.
  • 14.08.2010 - Es werden Pläne bekannt, die 2005 aus Rossendorf eingelagerten CASTORen in die russische Wiederaufarbeitungsanlage Majak zu transportieren. Der Freistaat Sachsen wolle noch in diesem Jahr einen Vertrag mit seinen russischen Partnern über die endgültige Rückführung des ursprünglich aus der früheren Sowjetunion stammenden Nuklearmaterials abschließen.
  • 02.12.2010 - Am öffentlichen Druck und wegen Sicherheitsbedenken scheitert die Rückführung der Rossendorf-Castoren aus Ahaus nach Russland. Bundesumweltminister Röttgen muss eingestehen, dass eine "schadlose" Verwertung der Brennstäbe, die gemäß internationaler Verträge nach Russland zurückgebracht werden dürfen, nicht möglich ist. Deswegen entfalle ´gegenwärtig´ die Möglichkeit, die Brennelemente dort wiederaufzuarbeiten.
  • Ende November 2011 - Die Bundesregierung lehnt den Bau eines neuen Zwischenlagers auf dem Gelände des Forschungszentrum Jülich ab, damit müssen bis Mitte 2013 gegen den Willen der Landesregierung NRW 152 Castorbehälter in das Zwischenlager Ahaus überführt werden.

Technische Daten / Betriebsablauf anzeigen »

 370 Stellplätze für Transport- und Lagerbehälter mit ausgedienten Brennelementen aus Leichtwasserreaktoren (LWR).

  • Davon sind 6 Stellplätze belegt.

50 weitere LWR-Stellplätze für Transport- und Lagerbehälter mit Kugelbrennelementen des Thorium-Hochtemperaturreaktors (THTR 300) und Behältern mit bestrahlten Brennelementen des stillgelegten Forschungsreaktors Rossendorf.

  • Hier stehen zurzeit 305 CASTOR THTR/AVR und 18 Behälter CASTOR MTR2, die aufgrund ihrer kleineren Bauweise gestapelt werden können.

Technische Daten

  • Größe: rd. 200 m lang, 38 m breit 20 m hoch
  • 2 voneinander getrennte Lagerhälften
  • 1 Empfangsbereich mit insgesamt 4 Toren für Straßen und Schienenfahrzeuge
  • 1 Wartungsraum für Behälter
  • Sozial und Technikräume
  • 2 Brückenkräne, Tragkraft 140 t bzw. 32 t

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Letzte Änderung: 12.03.2012
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