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Deutschland, 10.03.2010
Drohnen überwachen Demonstrationen
Polizeibehörden in Deutschland wollen zunehmend ´fliegende Augen´, also unbemannte Kleinstfluggeräte, einsetzen, um aus der Luft gezielt zu fahnden oder Großveranstaltungen und Kundgebungen zu überwachen. . Aus mehreren 100 Metern Höhe können sie konturenscharf Gesichter aufzeichnen.
Das NRW-Innenministerium bestätigt den Einsatz eigener Drohnen, hält Details aber geheim. Nach WAZ-Informationen erledigen die rund 30 bis 40 Zentimeter kleinen Fluggeräte ´Spezialaufgaben´, werden also nicht zur allgemeinen Überwachung eingesetzt.

Horst Engel, Innenexperte der FDP im Landtag, bezeichnet die Drohnen als ´große Hilfe, vor allem bei umfassenden Einsatzlagen wie etwa Großdemonstrationen´. Engel: ´Die Geräte sind ge­nauso effizient wie ein großer Hubschrauber und zudem leiser, unauffälliger und billiger.´ Ihre Luftbilder könnten ´wichtige Aufklärungsergebnisse für die Einsatzleitung der Polizei´ liefern.

Das Bundesinnenministerium bestätigte, dass die Bundespolizei Drohnen ´für den Einsatz in besonderen polizeilichen Lagen´ erprobt: Die Systeme ´Aladin´ und ´Fancopter´ seien für ´Belange der GSG 9 einsatztauglich´, heißt es. Die Grenzschutzgruppe 9 wird für den Anti-Terror-Kampf trainiert.

Sachsen will die ´fliegenden Augen´ über Stadien kreisen zu lassen, um Hooligans bei Fußballspielen in Schach zu halten. Niedersachsen prüft eine Überwachung künftiger Castor-Transporte durch die Fluggeräte.

Derzeit arbeiten mehrere Kommissionen an Methoden, Drohnen in den Flugbetrieb zu integrieren, ohne Flugzeuge zu gefährden. Hintergrund: Die Bundesregierung hält ih­ren Einsatz für nicht ungefährlich. Durch ´Störungen oder Fehlfunktionen´ könne ´ein er­hebliches Gefährdungspo­tenzial für die übrige Luftfahrt´ entstehen.

NRW ist Zentrum der Entwicklung der Kleinfluggeräte. Laut Bundesregierung entwickeln die Stadt Dortmund und die dortige Technische Universität, die Unis Paderborn und Siegen sowie die Unternehmen GIS Consult (Haltern), Microdrones (Kreuztal) und GfG (Dortmund) gemeinsam eine Drohne, die mit Gasmessgeräten ausgestattet ist und bei Katastrophen zum Einsatz kommen soll.

Thema: Atomtransporte - Rubrik: sonstige Castortransporte - Artikel gelesen: 225 mal
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