Quelle / Author: BI Ahaus
Deutschland, 09.03.2010
Bundesamt für Strahlenschutz und GNS verharmlosen Endlagerung: ´Naive und gefährliche Beschwichtigung - Ahaus und Konrad ungeeignet´
Mit scharfer Kritik reagieren die BI ´Kein Atommüll in Ahaus´ sowie das Aktionsbündnis Münsterland gegen Atomanlagen auf die jüngsten Aussagen des Bundesamtes für Strahlenschutz (BfS) und der Gesellschaft für Nuklear-Service (GNS) zur Zwischen- und Endlagerung von Atommüll. So behauptete Arthur Jankert vom BfS, ´die Endlagerfrage für schwach- und mittelradioaktive Abfälle ist geklärt´ und weiter hieß es, der bei Salzgitter gelegene Schacht Konrad als geplantes Atommüll-Endlager werde ´mindestens 300 000 Jahre dicht halten´.
Schacht Konrad gilt als Entsorgungsnachweis für den schwach- und mittelradioaktiven Atommüll, der schon bald ins GNS-Atommülllager nach Ahaus rollen soll.

Unrealistische Endlager-Szenarien

´Diese Art von Beschwichtigung ist naiv und gefährlich. Nach diesen wohlklingenden Theorien hätte die Reaktorkatastrophe von Tschernobyl niemals passieren dürfen und das sog. Versuchsendlager ASSE wäre ebenfalls noch für 100 000 Jahre sicher - die Fakten sprechen aber eine andere Sprache. Niemand kann für den von Menschenhand angelegten Schacht Konrad sowie für die Leichtbauhalle Ahaus derart lange Sicherheitsgarantien abgeben. Das Bundesamt für Strahlenschutz hat aus dem ASSE-Debakel offensichtlich nichts gelernt,´ so Matthias Eickhoff vom Aktionsbündnis Münsterland gegen Atomanlagen.

Gleichzeitig werden die Pläne der GNS - eine Tochter von EON, RWE, EnBW und Vattenfall - für die Atommülltransporte von der GNS-Atommüllkonditionierungsanlage Duisburg-Wanheim nach Ahaus immer konkreter: In den kommenden Jahren sollen jährlich 30 große Container mit je 26 Atommüllfässern per Bahn nach Ahaus rollen, um in Duisburg Platz für eine Erweiterung der Atommüllkonditionierung zu schaffen und um politischen Druck für die Inbetriebnahme des geplanten Endlagers Konrad aufzubauen.

Initiativen treffen sich in Duisburg-Wanheim - neue Proteste geplant

Am gestrigen Montag haben deshalb die BI ´Kein Atommüll in Ahaus´, das Aktionsbündnis Münsterland gegen Atomanlagen sowie die BI ´Besser leben in Wanheim´ und weitere Gruppen aus Duisburg bei einem Treffen in Duisburg-Wanheim eine Zusammenarbeit für die Schließung der Atommüllkonditionierungsanlage und gegen die geplanten Atommülltransporte von Duisburg nach Ahaus vereinbart.

´Die GNS, das BfS und die NRW-Landesregierung wollen die Menschen in Duisburg, Ahaus und Salzgitter gegeneinander ausspielen. Doch es gibt keine sichere Endlagerung - weder in Duisburg noch in Ahaus oder im Schacht Konrad. Und die Situation in Duisburg-Wanheim ist untragbar: Die Atomanlage liegt am Rande eines Wohngebietes, die Atommüllzüge rollen direkt an einem Kindergarten vorbei, die Bahnstrecke ist ungesichert und schneidet Wanheim komplett von der Außenwelt ab,´ so Heiner Möllers von der BI ´Kein Atommüll in Ahaus´.

Die Initiativen in Duisburg und Ahaus planen nun eine Reihe von gemeinsamen Protestaktivitäten und einen intensiven Erfahrungsaustausch. U. a. soll noch vor der NRW-Landtagswahl eine weitere gemeinsame Demonstration in Wanheim stattfinden. Am 23. Januar hatten bereits 200 Menschen für die Stilllegung der GNS-Atommüllkonditionierungsanlage demonstriert. Auch das Klimabündnis Niederrhein, der BUND, die Grünen und die Linken in Duisburg haben sich bereits gegen die GNS-Atomanlage und die geplanten Atommülltransporte ausgesprochen.

´Wir freuen uns sehr über die Unterstützung aus Wanheim und Duisburg. Das ist ein wichtiges Zeichen der Solidarität für die Menschen in Ahaus, im Münsterland und am Schacht Konrad. Wenn die ersten Atommülltransporte von Duisburg nach Ahaus rollen sollten, werden wir auch in Wanheim gemeinsam auf die Straße gehen, denn Atommüllverschiebung ist keine Entsorgung. Stattdessen brauchen wir den sofortigen Atomausstieg, damit nicht noch mehr Atommüll produziert wird,´ so Heiner Möllers.

Thema: Atomstandorte - Rubrik: Ahaus - Artikel gelesen: 346 mal
weitere Informationen
Artikel per Mail verschicken
Mailadresse des Empfängers:
Mein Name: Meine Mailadresse / Absender / Herkunft: