| Quelle / Author: http://www.greenpeace-mag Deutschland, 08.02.2010 Uran-Anreicherung - für Reaktor und Bombe unverzichtbar |
Die geplante Uran-Anreicherung auf 20 Prozent im Iran ist nach Worten des Hamburger Physikers Prof. Götz Neuneck nur ein weiterer Schritt in Richtung waffenfähigen Materials. «Eine Anreicherung auf 20 Prozent wird die Bombe nicht sofort möglich machen», sagte der Vizedirektor des Instituts für Friedensforschung und Sicherheitspolitik an der Universität Hamburg. «Entscheidend ist ohnehin, dass das Material weiter unter Kontrolle der Internationalen Atombehörde IAEA steht. Und Kontrollen werden nach wie vor zugesichert.» |
Spaltfähiges Uran-235 muss auf mindestens 80 Prozent angereichert werden, um eine Bombe zu bauen. «Mit einer Anreicherung auf nur 2 Prozent haben Sie schon ein Drittel bis die Hälfte der Trennarbeit gemacht», betonte Neuneck. «Die Frage für die weitere Anreicherung ist allerdings, wie gut die Zentrifugen sind.» Darüberhinaus komme es darauf an, welche Mengen Uran sich im Land befinden. Für eine Atombombe sind mindestens 16 Kilogramm reines Uran-235 nötig. Natur-Uran enthält nur zu etwa 0,7 Prozent das spaltbare Isotop 235. Zur Verwendung in Kernkraftwerken muss seine Konzentration auf 2 bis 4 Prozent erhöht werden. Der Teheraner Forschungsreaktor benötige zum Betrieb 20-prozentiges Uran-235, erläuterte Neuneck. Der Reaktor soll laut Teheraner Regierung andere radioaktive Isotope zur medizinischen Verwendung produzieren. Uran-235 selbst wird üblicherweise nicht medizinisch verwendet. Für die Uran-Anreicherung gibt es drei etablierte Verfahren. Alle arbeiten mit Gas. Das Uran muss daher zuerst in Uranhexafluorid (UF6) umgewandelt werden, das bei 56 Grad Celsius verdampft. Beim Zentrifugen-Verfahren, das auch der Iran benutzt, wird das Gas schnell geschleudert, wobei sich schwerere Moleküle eher an der Außenwand der Zentrifuge ansammeln. Die leichteren Moleküle mit Uran- 235 können aus der Mitte der Zentrifuge abgesaugt werden. Dieser Prozess muss jedoch 10 bis 30 Mal wiederholt werden, um eine ausreichende Anreicherung für Kernkraftwerke zu erreichen. Alternative Verfahren benutzen die Tatsache, dass leichtere Moleküle schneller durch eine Membran wandern als schwerere (Gasdiffusionsverfahren), oder dass schwerere Moleküle eine höhere Trägheit besitzen als leichtere (Trenndüsenverfahren). Beide Verfahren müssen mehrere hundert bis tausend Mal wiederholt werden, um eine ausreichende Anreicherung für Kernreaktoren zu erreichen. |
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