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Deutschland, 13.07.2010
Otto-Hahn-Brennstäbe: Jetzt sind sie in Frankreich
Zwei Versuche hat es gebraucht, um die seit 1979 im Geesthachter Forschungszentrum gelagerten Brennstäbe der ´Otto Hahn´ nach Frankreich zu bringen. Gestern Abend wurden sie im südfranzösischen Cadarache erwartet. Am Sonntag um 15 Uhr waren sie auf die 1500 Kliometer lange Reise gegangen.
Innerhalb weniger Stunden hatten Fachleute der für den Abtransport verantwortlichen Firma ´Nuclear Cargo and Service´ die Störung behoben, die zu einer Verzögerung am Freitag geführt hatte. Beim ersten Versuch hatten Tüv, Forschungszentrum und Transporteure gemeinsam entschieden, die Abfahrt zu verschieben. ´Ein Behälter hatte Druckverlust´, sagt GKSS-Sprecher Torsten Fischer.

Das inzwischen verschrottete mit Kernkraft betriebene Schiff ´Otto Hahn´ sollte Mitte der 60er Jahre gewissermaßen das Aushängeschild deutscher Kerntechnologie werden. Doch das Misstrauen in seinen Antrieb verwehrte dieser Technologie den Durchbruch auf den Weltmeeren. Immer wieder mussten Sondergenehmigungen für das Einlaufen in Häfen organisiert werden. Nach insgesamt 650 000 Seemeilen wurde der Atomantrieb 1979 stillgelegt. Und jetzt, mehr als 30 Jahre später, wollte das Forschungszentrum GKSS in Geesthacht die strahlenden Überreste loswerden. Es handelt sich um 52 Brennstäbe von insgesamt 2000, die auf dem Schiff verwendet worden waren.

Zu Forschungszwecken seien sie in Geesthacht untersucht und aufbewahrt worden. Die Brennstäbe würden nach ihrer Ankunft im Kernforschungszentrum Cadarache umverpackt und in einen Castor-Behälter eingelagert. Danach kehren sie zurück nach Deutschland und werden im vorpommerschen Lubmin gelagert. Der dann mehr als 3000 Kilometer lange Transport des radioaktiven Materials sei deshalb notwendig, weil das Forschungszentrum technisch nicht zur Verpackung in der Lage war. Und das benachbarte Kernkraftwerk habe dazu keine Genehmigung.

Vorwürfe, das Forschungszentrum habe den Verbleib der Brennstäbe stets geheim gehalten, weist Sprecher Fischer zurück: Natürlich habe es im Laufe der Jahre immer wieder Fragen nach dem Verbleib des Reaktorantriebs der ´Otto Hahn´ gegeben. Zuletzt als kleine Anfrage an die Bundesregierung der Fraktion Die Linke. ´Eine solche Frage´, sagt Fischer, ´haben wir selbstverständlich umfassend beantwortet´.

Thema: Atomtransporte - Rubrik: sonstige Castortransporte - Artikel gelesen: 103 mal
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