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Quelle / Author: http://www.greenpeace-mag
Deutschland, 04.03.2010
Gorleben-Ausschuss im Bundestag verzögert sich
Entgegen der ursprünglichen Absicht wurde der geplante Ausschuss mit 15 Mitgliedern offiziell noch nicht eingesetzt. Wie die Deutsche Presse-Agentur dpa erfuhr, bemängelt die Koalition, dass der Antrag von SPD, Grünen und Linksfraktion Fragen enthalte, die nicht in den Bundestag gehörten. Sie müssten in Niedersachsen geklärt werden. Der Bundestagsbeschluss verzögert sich damit um mindestens zwei Wochen bis zur nächsten Sitzungswoche.
Die Einberufung eines Untersuchungsausschusses hatte sich bereits vor der Bundestagswahl abgezeichnet, nachdem der damalige SPD- Umweltminister Sigmar Gabriel im Herbst 2009 Dokumente vorgelegt hatte, die eine Einflussnahme der früheren Regierung von Helmut Kohl (CDU) auf die wissenschaftliche Bewertung zugunsten des Standorts Gorleben nahelegten. Laut SPD muss jetzt im Ausschuss geklärt werden, ob die damaligen Gutachten aus dem Jahr 1983 manipuliert worden seien.

Die Grüne Sylvia Kotting-Uhl forderte die Koalition auf, zur «Aufklärung dubioser Vorgänge» beizutragen. Dorothée Menzner von der Linksfraktion forderte zugleich die Auswertung inzwischen bekanntgewordener Dokumente, wonach die Atomkraft-Betreiber Gelder ins Land Niedersachsen und an Kommunen «fließen ließen, um für den Standort Gorleben zu werben».

Flachsbarth bekräftigte die Ankündigung von Umweltminister Norbert Röttgen, die Öffentlichkeit an der Standorterkundung zu beteiligen. Ihr Fraktionskollege Reinhard Grindel (CDU) und der umweltpolitische Sprecher der FDP-Fraktion, Michael Kauch, hielten Gabriel vor, er habe sein Wissen über damalige Dokumente monatelang zurückgehalten, um erst im Bundestagswahlkampf damit Politik zu machen.

Thema: Atomstandorte - Rubrik: Gorleben - Artikel gelesen: 161 mal
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