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Quelle / Author: http://www.nwzonline.de/i
Deutschland, 29.05.2009
In Gorleben droht neue Protestwelle
Gorleben steht vor einem heißen Sommer: Bürgerinitiativen und Atomgegner drohen mit einer Protestwelle, die an diesem Freitag bereits starten soll. Das Eingeständnis vom Bundesamt für Strahlenschutz (BfS) und von Bundesumweltminister Sigmar Gabriel (SPD), dass der niedersächsische Salzstock praktisch schon in der Erkundungsphase zum atomaren Endlager ausgebaut wurde, sorgen für Wut und Empörung.
´Ich hatte schon immer den Verdacht´, sagte Rebecca Harms, niedersächsische Spitzenkandidatin der Grünen zur Europawahl, gegenüber dieser Zeitung.

Die Landesregierung unter Albrecht (CDU) habe in den 70er Jahren gemeinsam mit der Bundesregierung unter Schmidt (SPD) die Öffentlichkeit hinters Licht geführt, betont Harms. ´Die Nähe zur damaligen DDR-Grenze und das politisch konservative Umfeld ließen keinen Widerstand gegen ein Atom-Endlager erwarten´, so Harms. Die Grünen-Politikerin fordert von Bund und Land ´eine völlig neue Suche nach einem Endlager - gerade nach den Erfahrungen im Atommülllager Asse´. Der dortige Wassereinbruch drohe auch in Gorleben. Harms: ´Es wäre eine Katastrophe´. Gabriel und sein Wirtschaftskollege Karl-Theodor zu Guttenberg (CSU) müssten zugeben, dass die Endlagersuche sich derzeit ´in der Sackgasse´ befinde. Harms fordert die Landesregierung, ´die sich geradezu in die Entsorgerrolle gedrängt´ habe, und besonders Ministerpräsident Christian Wulff (CDU) auf, ´endlich verantwortlich zu handeln für die Sicherheit der Bürger´.

Auch Bundesumweltminister Gabriel (SPD) ist beim Endlager Gorleben offenbar nicht wohl. Bei einem Treffen mit seinem Schweizer Kollegen hatte er noch am Vortag erneut verlangt, in den kommenden Jahren zunächst mehrere alternative Standorte für ein Endlager für hoch radioaktiven Müll ergebnisoffen zu erkunden und auf dieser Basis eine endgültige Entscheidung herbeizuführen. Union und FDP haben sich dagegen bereits auf Gorleben festgelegt.

Niedersachsens Umweltminister Hans-Heinrich Sander (FDP) betont: ´Ich bin davon ausgegangen, dass Gorleben ein Erkundungsbergwerk ist. Es wäre nicht hinnehmbar, wenn die zwei Milliarden Euro für den Ausbau verwandt worden wären.´

Thema: Atomstandorte - Rubrik: Gorleben - Artikel gelesen: 585 mal
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