[contrAtom-Nachrichten] 16.01.2009 - AKW Krümmel: Abfangjäger als letzte Rettung bei Terrorgefahr Navigations-Modul
Aktuell sein

 heute

 Übersicht

 Das Wichtigste

 Anti-Atom-Presse

 Beliebt

 Artikel-Archiv

 X-Posting

 RSS-Feeds

 Specials

 Ticker

 Individuelle Nachrichten

 Blogs

 Atomradar




Ebene zurück
home
path
 Aktuell seinzurück

Quelle / Author: http://www.landeszeitung.
Deutschland, 16.01.2009
AKW Krümmel: Abfangjäger als letzte Rettung bei Terrorgefahr
Abfuhr für Meihsies in Kiel: Krümmel behält Betriebsgenehmigung
Nur 17 Kilometer Luftlinie Entfernung zum Atomkraftwerk Krümmel lassen Andreas Meihsies unruhig schlafen. Seit dem 11. September treibt den Kernkraftgegner noch zusätzlich die Sorge um, dass der Meiler Ziel eines Terroranschlags mit einem Flugzeug werden könnte. Der Grüne beantragte beim schleswig-holsteinischen Sozialministerium, Krümmel deshalb die Betriebsgenehmigung zu entziehen. Ein knappes Jahr prüfte die Atomaufsicht. Jetzt lehnte sie ab. Grund: Das Restrisiko eines Terroranschlags sei nicht betriebsbedingt und daher wissenschaftlich nicht einschätzbar.

Trotz dieser Unwägbarkeiten ist sich die Kieler Atomaufsicht aber sicher, dass durch die vom Bund und dem Betreiber Vattenfall getroffenen Vorsorgemaßnahmen das Risiko ´praktisch ausgeschlossen´ ist. Das behördliche Sicherheitsgefühl stützt sich auf Nebelgranaten, die den Meiler tarnen sollen, und auf ´Abfangjäger´.

Aussagen, die den ehemaligen atompolitischen Sprecher der grünen Landtagsfraktion befremden: ´Welchen Sinn macht eine Nebelwand, die für bewegliche Militärfahrzeuge entwickelt wurde, für ein Atomkraftwerk, das mit Satellitenhilfe jederzeit direkt annavigiert werden kann? Und was für ein Rechts- und Staatsverständnis offenbart ein Ministerium, das sich über ein Urteil des höchsten deutschen Gerichtes hinwegsetzt? Denn: Eine erhöhte Sicherheit des Atomkraftwerkes Krümmel mit Alarmrotten der Bundesluftwaffe zu begründen, widerspricht einer Entscheidung des Bundesverfassungsgerichtes vom 19. September 2007. Damals wurde die im Luftsicherheitsgesetz vorgesehene Erlaubnis zum Abschuss von Passagiermaschinen, die von Terroristen entführt wurden, für verfassungswidrig erklärt. ´Der Staat darf Menschen nicht zum Abschuss freigeben´, zitiert Meihsies den Staatsrechtler Hans Peter Bull.

Als Krümmel geplant wurde, wirkte das Szenario des 11. Septembers noch wie Science Fiction. Folglich sind alte Siedewasserreaktoren auch nur mit Betonhüllen ausgestattet, die den Absturz eines Militärjets aushalten sollen. Nach dem Terrorakt der El Kaida von 2001 beauftragte das Bundesumweltministerium die Gesellschaft für Reaktorsicherheit, die Meiler noch mal im Hinblick auf einen vergleichbaren Anschlag unter die Lupe zu nehmen. Ergebnis für Krümmel: Würde ein Airbus 340 oder eine Boeing 747 mit großer Geschwindigkeit in das Reaktorgebäude rasen, wäre die ´Beherrschung fraglich; bei beschädigtem Sicherheitsbehälter würden Primärkühlmittel freigesetzt´.

Obwohl Andreas Meihsies vom negativen Bescheid aus Kiel nicht überrascht ist, ist er doch erstaunt: ´Es lässt sich wohl nur noch psychologisch erklären, dass es Aufsichtsbehörden immer gelingt, sich gegen die Einsicht abzuschotten, dass die Risiken unbeherrschbar sind.´

Immerhin, in einem Punkt ist sich Meihsies mit den Kielern einig, die Vattenfall den Weiterbetrieb von Krümmel erlauben: ´Ein absoluter Schutz ist letztlich auch nicht erreichbar, solange die vorhandenen Kernkraftwerke als Risikotechnologie genutzt werden´, steht in dem Bescheid, für den Meihsies 2010 Euro Gebühr zahlen soll.

Der Grüne erwägt jetzt die Option, mithilfe der grünen Bundespartei eine Musterklage anzustrengen.

Thema: Atomstandorte - Rubrik: Kruemmel - Artikel gelesen: 655 mal
weitere Informationen
Artikel per Mail verschicken
Mailadresse des Empfängers:
Mein Name: Meine Mailadresse / Absender / Herkunft:



News-Modul
07.09.2010
heute aktiv
heute aktuell
Atomstandorte
Isar 1: ´Verraten und vekauft´
Atomtransporte
Erwarteter Protest gegen Castortransport -Kampfgebiet Wendland
Atomtransporte
Aufruf: Castor? Schottern!
Atomtransporte
Heißer Herbst - Aufruf zum Ungehorsam
Politik/Diskussion
Regierung muss sich gegen Kritik an Atom-Kompromiss wehren
Politik/Diskussion
Nadelstiche aus Düsseldorf - NRW will Comeback der Atomenergie stoppen
Energiewende
Wechsel zum Ökostrom: Atomausstieg, selbstgemacht
Atomstandorte
Gönner beharrt auf Gorleben
Versorgung/Uran
Kasachstan kauft Aktien von Uranverarbeitungsbetrieb in Russland
Atomstandorte
Grüne: Gorleben als Endlager völlig ungeeignet
Unfälle/Störfälle
Störfall in ägyptischem Forschungsreaktor
aus dem Gerichtsaal
Atomprozess DAN: bisher dürftige Beweislage
Atomstandorte
AKW Mochovce: Oberösterreich fordert druckfeste Schutzhülle
Politik/Diskussion
Endlager gesucht Wohin mit dem Atom-Müll?
Atomstandorte
Gorleben als Endlager: Massenproteste geplant
Politik/Diskussion
Laufzeitverlängerung: Reaktionen
Politik/Diskussion
Front gegen Atomkompromiss: Künast droht Kanzlerin mit heißem Herbst
Politik/Diskussion
Südafrika in Startlöchern für neue Kernkraftwerksprojekte
Strahlung
BAG: durchschnittliche Radondosis der Schweizer Bevölkerung doppelt so hoch bewertet
Politik/Diskussion
atomstopp: EURATOM-Nachhilfe für Umweltminister.
Atomstandorte
Nach Merkels Kniefall vor der Atomlobby geht Kampf gegen Bedrohung Isar weiter
Entsorgung
Hintergrund: Umgang mit hochradioaktivem Atommüll
Politik/Diskussion
Faymann will mit Merkel über Atom sprechen
Politik/Diskussion
Gröhe ruft CDU zu Geschlossenheit in Atomfrage auf
Entsorgung
Röttgen will Endlager-Problem rasch lösen
Atomstandorte
Extra: Keine ungeteilte Freude am AKW-Standort
Politik/Diskussion
Kommunen gegen Laufzeitverlängerung
Atomtransporte
Massenproteste gegen Castortransport nach Gorleben angekündigt
Politik/Diskussion
Merkel widerspricht Befürchtungen der Stadtwerke bei Atom-Laufzeiten
Politik/Diskussion
Merkel: Atomwirtschaft muss Großteil der Gewinne abgeben
Atomstandorte
AKW Unterweser: Bürgermeister begrüßt längere Laufzeit
Atomstandorte
Grüne: Zwischenlager in Neckarwestheim und Philippsburg werden überquellen
Politik/Diskussion
EKD-Umweltbeauftragter warnt vor Gefahren der Atomenergie
Politik/Diskussion
Atomkraft: Stadtwerke wollen Ausgleichszahlungen
Atomstandorte
Ist Gorleben als Endlagerstandort geeignet?
Versorgung/Uran
Russland ebnet Weg zu Kontrollpaket an kanadischem Uran-Riesen
Politik/Diskussion
Kernenergie - einzige Alternative zu Kohle und Gas - Putin
Politik/Diskussion
Atom-Kompromiss: Künast stellt schwarz-grüne Bündnisse in Frage
Politik/Diskussion
Laufzeit-Verlängerung: Der Sieg der Atom-Lobby wird zum großen Vorbild
Politik/Diskussion
Brennelementesteuer und Laufzeitverlängerung - ein Energiekonzept als Farce
Politik/Diskussion
Atomkompromiss: Schwarz-Gelb geht volles Risiko
Atomstandorte
Krümmel bis 2033 am Netz: Kieler Protest gegen Merkel
Sicherheit
Experte befürchtet Reaktor-Störfälle
Politik/Diskussion
NRW-Atomkraftgegner entsetzt: ´Längere AKW-Laufzeiten fatale Entscheidung´
Politik/Diskussion
Tschernobyl ist jetzt
Atomstandorte
Salzgitter: Noch mehr Atommüll in die Region
Atomstandorte
Rot-Grün in NRW soll die Urananreicherungsanlage in Gronau sofort stilllegen
Politik/Diskussion
Leitartikel: Für die Ewigkeit
Politik/Diskussion
Atomausstieg frühestens in 30 Jahren
Atomstandorte
Röttgen will Gorleben fertig machen - BI Umweltschutz: Schwarz-Gelbe Provokatio
Atomtransporte
´X-tausende werden Castor-Transport blockieren´
Politik/Diskussion
Institut: 127 Milliarden Euro mehr für Stromkonzerne
Politik/Diskussion
Rheinische Post: DIW lobt Regierung für Atom-Kompromiss
Politik/Diskussion
Saarbrücker Zeitung: DIW-Energieexpertin Claudia Kemfert fordert nach Atombeschluss Stopp des Baus vonKohlekraftwerken - Preise werden nicht sinken