In unserer Standortdatenbank sammeln wir Informationen zu Atomstandorten in aller Welt. Diesen Standorten werden Nachrichten zugeordnet, zudem gibt es besonders für die deutschen Standorte viele Hintergrundinformationen, die im Laufe der Zeit immer mehr werden.
Highlights 2012
Stilllegungen
- Oldbury-A1 (England, 29.02.2012)
- Wylfa 2 (England, 25.04.2012)
- Belene-1 (Bulgarien, 28. März – Bauabbruch)
- Belene-2 (Bulgarien, 28. März – Bauabbruch)
- Santa Maria de Garona (Spanien, 16.12.2012)
- Pickering-2 (Canada, seit 1997 im Langzeit-Stillstand, rückwirkend im Dezember 2012 zum 28.05.2007 stillgelegt)
- Pickering-3 (Canada, seit 1997 im Langzeit-Stillstand, rückwirkend im Dezember 2012 zum 31.10.2008 stillgelegt)
Inbetriebnahmen
- Shin-Wolsong 1 (Südkorea, 27.01.2012)
- Shin-Kori 2 (Südkorea, 28.01.2012)
Wieder-Inbetriebnahmen nach Langzeit-Wartung
Baubeginn
- Baltiisk-1 (Russland, 22.02.2012)
- Shin-Ulchin-1 (Südkorea, 04.05.2012)
- Shin-Ulchin-2 (Südkorea, 04.05.2012)
Süd-Korea
In Südkorea sind fünf Atomkraftwerke mit 21 Reaktorblöcken und einer installierten Bruttogesamtleistung von 19.368 MW am Netz. Zwei AKW mit fünf weiteren Reaktorblöcke sind im Bau.In Südkorea wurde der Reaktorblock Gori 1 am 26. Juni 1977 als erster in Betrieb genommen.
Die Atomenergie hat in Südkorea einen Anteil von 39 Prozent an der Gesamtstromerzeugung.
Geschichte
Von 1961 bis 1987 gab es in Südkorea eine Militärregierungen. Die Demokratiebewegung konnte sich erst 1987 durchsetzen. Diese Militärregierungen zogen das Atomprogramm durch. 1977 wurde in Südkorea das erste AKW kritisch. In Südkorea von heute, 2012, sind fünf AKW Standorte mit 22 AKW Reaktoren installiert. Bis zum Jahre 2024 will Südkorea 14 neue AKW bauen. So sollen 40 Prozent 2030 von der Atomenergie gedeckt werden. Im Jahre 2011 waren es 23 Prozent.
Die südkoreanische Umweltbewegung begann wie in der BRD auch aus einer Anti-AKW-Bewegung. Umweltfragen wurden in der koreanischen Diktatur zu kritischen Hochburgen in der Demokratiebewegung, die auf einen schwer erkämpften Weg 1987 zu einer zivilen demokratischen Regierungsform führte. Es ging aber auch den Kampf gegen Atommülllagerstätten, die die koreanische Regierung bauen wollte. Der Super Gau in Tschernobyl 1986 führte zu einen massenhaften Zulauf zur der Anti Atom Bewegung.
1988 wurde die koreanische Öffentlichkeit von der Anti Atom Bewegung über die Probleme mit den AKW und nukleare Entsorgung informiert. Zehntausende Menschen nahmen an Demonstrationen teil und unterzeichneten Petitionen protestierten weiter gegen den Bau neuer Atomkraftwerke und Atommülllagerstätten. 1989 wurde eine Kampagne gegen den Bau von AKW am AKW-Standort Yongkwan durchgeführt. 1990 wurde eine Demonstration mit 20.000 Menschen gegen eine Atommüll-Anlage organisiert, die auf der vor gelagerten Insel Anmyon errichtet werden sollte. Die koreanische Regierung hatte dort versucht, heimlich ein hochradioaktives Endlager zu errichten.
1993 kam es zur Gründung von Korean Federation for Environmental Movement (KFEM). Im Jahr 1995 erzwang KFEM nach langen Protesten die Absage einer geplanten Atommüll-Lagerstätte auf der Insel Gulup zu bauen. Der Vorschlag wurde im November abgebrochen. 1997 begann der Start der Kampagne gegen Atommüll Transporte von Taiwan nach Nordkorea. Das Projekt der Castor Transporte wurde im Dezember 1997 aufgegeben. Im Juli 1998 wurde ein Austauschprogramm mit Umweltgruppen in der Mongolei durchgeführt.
Nach dem Scheitern ein Endlager zu errichten versucht die Regierung jetzt erneut. Es soll 2003 bei der 70.000-Einwohner-Stadt Buan, 200 Kilometer südlich von Seoul, gebaut werden. Seit Juli 2003 gibt es ununterbrochen jeden Tag Lichter - Demonstrationen gegen das Endlager. Auf dem Höhepunkt der Demonstration waren 10.000 Demonstranten gegen die Atompläne der Regierung auf den Straßen. Die koreanische Regierung hatte bis zu 10.000 Polizisten eingesetzt, die zum Teil brutal gegen die Demonstranten vorgehen: 41 Demonstranten landeten im Gefängnis, über 400 wurden durch Polizeiangriffe und Übergriffe verletzt. Unter den Verletzten waren auch alte Menschen, Frauen und Kinder.
Die Demonstrationen sind bunt, vielfältig und fantasievoll: 300 Fischer machten mit ihren Booten eine Rallye gegen das geplante Atommülllager, ebenso 1500 Autofahrer mit ihren Autos und tausende von Radfahrern. 340 Dorfbürgermeister beteiligen sich, hunderte von Ärzten und Marine-Veteranen. Mönche fasteten und Priester beteten mit den Demonstranten.
In Buan wächst eine echte Graswurzel-Demokratie. Es gibt Marathon-Läufe, aber auch Musikfestivals gegen das Atommülllager. Unter dem Motto der traditionsreichen koreanischen Widerstandsbewegung "three steps one bow" ("Drei Schritte nach vorn, einmal auf den Boden") machten 1200 Demonstranten einen 49 Kilometer langen Marsch und warfen sich dabei etwa zehntausend Mal auf den Boden, unter den Demonstranten waren auch viele SchülerInnen.
Die meisten koreanischen Medien haben bisher über die massenhaften Anti-Atom-Demonstrationen nur wenig und oberflächlich, manchmal auch diffamierend berichtet. (2005)
Nach Fukushima 2011 gab es vermehrt Anti Atom Demonstrationen. So z. B. "Nuklearfreies Korea, nuklearfreies Samcheok!" riefen die Demonstranten. Sie schwenkten Transparente und hielten Schilder in die Luft. Per Megafon forderten sie die Stilllegung aller koreanischen Atomkraftwerke und den Stopp der Planungen, die den Bau von sieben weiteren Atomreaktoren vorsehen. Unterstützung erhielten sie vom Meer aus, wo die Umweltorganisation Greenpeace mit ihrem Segelschiff Rainbow Warrior Anker geworfen hatte.
Atomanlagen
- Atomkraftwerk Shin-Ulchin
- Atomkraftwerk Ulchin
- Atomstandort Kori
- Atomstandort Wolsong
- Atomstandort Yonggwang
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