Insgesamt machen die Straßen und Wege im Bereich des “Roll On Roll Off” (RoRo)- Anleger der Rhenus Logistics einen miserablen Eindruck, finden Atomkraftgegner. Sie warnen für den unmittelbar bevorstehenden Plutonium-Transport vor zusätzlichen Risiken.

MOX-Transport, Stahlplatten in Nordenham, 22.09.2012

MOX-Transport, Stahlplatten in Nordenham, 22.09.2012

Nach einer Begehung ist der Eindruck schlecht: für Schwerlastverkehr ist insbesonderes die Straße “Am Deich”, die für ein zulässiges Gewicht von 5 Tonnen ausgelegt ist, einen wünschenswerten Zustand für die Beförderung von hochgefährlicher Fracht. Es wurden zur Befestigung des Untergrundes auf einem Schotterweg am Fuß des Hochwasserschutzdeiches Stahlplatten ausgelegt, da der Untergrund eine zu geringe Tragfähigkeit hat, teilte Freitagabend der Vorsitzende des Umweltausschusses der Stadt Nordenham, Hajo Janßen mit. Weiterhin seinen Einbahnstraßen-Schilder aufgestellt und Halteverbote eingerichtet, welche allerdings nur mangelhaft mit dünnem Bindedraht fiXiert wurden. Der Vertreter der Straßenbauverwaltung hatte im Rahmen des Kooperationsgespräch wegen der Paddel-Demo am Sonntag darauf hingewiesen, dass der Boden bei Regen nachgebe und Fahrzeuge im Wegeseitenraum stecken bleiben könnten.

Atomkraftgegner werfen daher offenbar kurz vor Ankunft des englischen Schiffs in Nordenham Fragen auf: Ist das Gesamtgewicht des Spezial-LKW zu hoch? Sind die Straßen überhaupt für den Spezial-LKW geeignet und zugelassen? Sind die baulichen Maßnahmen mit der unteren und oberen Deichbehörde abgestimmt worden?

“Bevor die Tragfähigkeit nicht nachgewiesen ist, darf der MOX-Transport das Schiff nicht verlassen”, fordert Bernd Ebeling von contrAtom. “Hoffentlich trifft der Spezial-Laster mit den Plutonium-Brennelementen den Weg, sonst sitz er schnell fest.”

Am Anleger ist nach Angaben von Beobachtern vor Ort gegen Mittag Polizei aufgefahren. Es seien nun auch Boote der Wasserschutzpolizei im Wasser, Gerätewagen und Beleuchtungsgerät eingetroffen. Das weisst darauf hin, dass der hochumstrittene Plutonium-Transport unmittelbar bevorsteht. In der Bucht vor Nordenham hat ein Boot der Polizei Stellung bezogen. Die Polizei spricht von einem Einsatz “morgen früh” (Sonntag) – wobei es hierbei um die Absicherung des Transports an Land gehen wird.

  • Stand der Dinge und Prognosen zum MOX-Transport
    21. September 2012 – Die Proteste laufen an und die Informationslage verdichtet sich: Der erste Plutonium-Transport aus Sellafield mit Ziel AKW Grohnde wird am kommenden Wochenende abgewickelt. Ein Stand der Dinge mit Prognosen zum erwarteten Transport – und ein Aufruf zum Protest!
Nordenham: Polizei fährt sich auf schlechtem Weg fest (22.9.2012)

Nordenham: Polizei fährt sich auf schlechtem Weg fest (22.9.2012)


1 Kommentar zu „MOX-Transport steht unmittelbar bevor: neue Sicherheitsbedenken in Nordenham“

  • Sebastian Hoehne schreibt am 22. September 2012 um 22:08

    Verantwortungslos. Aber das scheint ja von öffentlicher Seite in Atomfragen sowieso keinen zu stören, wie zahlreiche andere Beispiele zeigen.

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