Obwohl die energieintensive Industrie derzeit so wenig für ihren Strom zahlt wie seit 2010 nicht mehr, beklagt der Bundesverband der Deutschen Industrie im Einklang mit Wirtschaftspolitikern und Medien explodierende Kosten und eine angeblich teure Energiewende. Für die zahlreichen Entlastungen der Industrie kommt der private Verbraucher auf. Ökostrom ist also nicht am Strompreis schuld, stellen die im Aktionsbündnis „Atomausstieg selber machen“ zusammengeschlossenen Umwelt- und Verbraucherschutzverbände klar.

„Die dreiste Verleumdung von Ökostrom als Preistreiber steht im krassen Gegensatz zur Realität“, kritisiert Melanie Ball vom Bündnis „Atomausstieg selber machen“. Großverbraucher wie die stromintensive Industrie profitierten kräftig von niedrigen Börsenpreisen, die dank einer hohen Einspeisung an Strom aus erneuerbaren Energien zustande kommen. So erreichte der Strompreisindex des Verbandes der energieintensiven Industrien im Juli ein Rekordtief seit März 2010. Diese Preissenkungen an der Strombörse gäben die Stromversorger aber nicht an die privaten Verbraucher weiter.

„Stattdessen werden Haushaltskunden weiter im Namen der Energiewende abgezockt“, beanstandet Melanie Ball. Das Bündnis „Atomausstieg selber machen“ empfiehlt daher den Wechsel zu einem ehrlichen Ökostromanbieter.

Denn es ist nicht vorrangig der Ausbau der erneuerbaren Energien, der die Ökostrom-Umlage auf den Haushaltsstrompreis zuletzt ansteigen ließ. Etwa 1 Cent pro Kilowattstunde ist mittlerweile allein auf die großzügige Befreiung vieler Industriezweige von der Umlage zurückzuführen. Im Jahr 2011 betrug die Gesamtentlastung der energieintensiven Industrie von Steuern und Umlagen auf den Strompreis nach aktuellen Studien 8,2 Milliarden Euro – Tendenz steigend. Diese Kosten werden großenteils von den Haushaltsstromkunden getragen. „Da privilegierte Unternehmen zum Beispiel lediglich eine EEG-Umlage von 0,05 Cent pro Kilowattstunde zahlen, müssen Haushaltskunden umso tiefer in die Tasche greifen“, bemängelt das Bündnis.

„Und überhaupt: Wenn Ökostrom so teuer wäre, warum kosten dann 60 Prozent aller Graustromtarife bundesweit mehr als die Angebote der von uns empfohlenen Ökostromanbieter, die ausschließlich mit Ökostrom handeln?“, wendet Melanie Ball von „Atomausstieg selber machen“ ein.

Das Aktionsbündnis rät allen Bürgerinnen und Bürgern, nicht denjenigen zu glauben, die die Energiewende lautstark mit Halbwahrheiten und falschen Argumenten unterlaufen und den großen Energiekonzernen nach dem Maul plappern. Wer die Energiewende unterstützen und faire Strompreise zahlen will, dem empfiehlt das Bündnis den Wechsel zu einem der unabhängigen Ökostromanbieter EWS Schönau, Greenpeace Energy, Lichtblick oder Naturstrom.

Informationen und Hilfestellungen erhalten Interessierte unter www.atomausstieg-selber-machen.de oder bei der kostenlosen Hotline 0800 7626852. „Atomausstieg selber machen“ ist ein Bündnis aus Umweltorganisationen, Verbraucherschutzverbänden und Anti-Atom-Initiativen.

contrAtom ist Trägerverband von Atomausstieg selber machen.


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1 Kommentar zu „Wechsel zu Ökostrom kann Geld sparen: Industriestrompreise auf Tiefstand – dafür müssen Haushalte zahlen“

  • Olaf schreibt am 23. Juli 2012 um 17:38

    Stromanbieter sind keine Wohltätigkeitsvereine, das sollte man immer im Hinterkopf haben. Ein altes Sprichwort sagt: Die Klage ist der Gruss des Kaufmanns. 
    So geht es den Stromversorgern auch. Immer schön klagen und der schuldige ist ja schnell gefunden…… Schon traurig, aber nicht wirklich zu ändern. Die einzige Lösung dazu sind aufgeklärte Verbraucher, die zwischen Publicity und Wahrheit unterscheiden können.

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