Es soll eine „weisse Landkarte“ sein, auf der die Bundesregierung künftig nach einem Endlager für hochradioaktiven Atommüll suchen möchte. Doch es befindet sich auf der Karte seit 35 Jahren ein dicker Fleck: Gorleben.

Gorleben-Dialog: Besuch von Röttgen im Wendland; 14.02.2011

Gorleben-Dialog: Besuch von Röttgen im Wendland; 14.02.2011

Der Plan klingt nach einem echten Neuanfang: Baustopp in Gorleben, im ganzen Bundesgebiet sollen Standorte gesucht werden, die möglicherweise auch tauglich sind um Atommüll über tausende Jahre sicher zu verwahren. Ist mindestens eine Alternative gefunden, wird diese untersucht, dann kommt es zu einem Vergleich, welcher Ort besser geeignet ist. Soweit – so gut.

Doch die Wahrheit ist eine andere: In Gorleben sind in den letzten 30 Jahren 1,6 Milliarden Euro investiert worden. In 2012 stehen weitere 76 Millionen Euro aus dem Bundeshaushalt für die Endlagersuche zur Verfügung – 73 Millionen für Gorleben, 3 Millionen für die „Alternative“. Parallel wird an der „Vorläufigen Sicherheitsanalyse Gorleben“ (VSG) gearbeitet, in der alles Wissen zu dem Salzstock zusammengefasst werden soll – um dann eine Eignungsaussage zu treffen. Für dieses Gutachten hat der Bund Institute beauftragt, die entweder der Atomlobby zuzuordnen sind oder in der Vergangenheit bereits die Ansicht vertreten haben, das Gorleben geeignet ist. Hat Gorleben dann erstmal diese „Eignungsaussage“, dann wird ganz schnell von Alternativen keine Rede mehr sein. Denn es entsteht ein Sachzwang: nicht die nötige Sicherheit für tausende Jahre ist oberstes Gebot, sondern das viele investierte Geld, das seit 30 Jahren aufgrund von politischen Fehlentscheidungen in der Vergangenheit fließt.

  • Die Bundesregierung schafft also mithilfe einer verlogenen Kampagne unter dem Deckmantel der „Ergebnisoffenheit“ in Gorleben weiter Fakten – Tag für Tag.

Die Untauglichkeit des Salzstocks, den hochradioaktiven und noch dazu wärmeentwickelnden Atommüll für Jahrtausende sicher zu verwahren, ist erwiesen. Die Entscheidung für Gorleben war wegen der Nähe zur damaligen Grenze politisch motiviert. Zweifler, die schon früh von Wasserwegsamkeiten, mangelhaften Deckgebirge und Gaseinschlüssen sprachen, wurden mundtot gemacht. Das Salzbergwerk „Asse-2“ sollte Pilotprojekt für Gorleben sein – und ist bekanntlich dramatisch havariert. Anstatt daraus zu lernen, werden die Pläne weiter forciert, Atommüll für immer unter die Erde bringen zu wollen. Doch alle Fakten sprechen gegen Gorleben. Und nicht erst seit dem Super-GAU von Fukushima auch gegen den Weiterbetrieb der Atomkraftwerke.

Weil wir seit 35 Jahren belogen werden, es den Verantwortlichen in Politik und Wirtschaft um eine möglichst billige Entsorgung des Atommülls geht und nicht um die sicherste Lösung für den tausende Jahre tödlich strahlenden Abfall, können wir keine Ruhe geben! Bis Gorleben endlich vom Tisch ist. Und alle Atomanlagen für immer stillgelegt.

Demonstration am 28.04., 13.00 Uhr – Gorleben

Rund um die Mauern der Anlage wird musiziert, getanzt, Theater gespielt und der tödlichen Bedrohung lebendigen Widerstandsgeist entgegengebracht. Aus ganz Norddeutschland haben Atomkraftgegner Busse nach Gorleben organisiert.

  • Gorleben wird zur Genehmigung vorbereitet – ergebnisoffene Standortsuche nur ein Alibi?
    16. April 2012 – Bei der Suche nach dem vergleichsweise sichersten Endlagerstandort für Atommüll geht es Bundesumweltminister Norbert Röttgen angeblich um einen echten Neuanfang. Doch die Durchführung der „Vorläufigen Sicherheitsanalyse Gorleben“ (VSG) steht dazu in krassem Widerspruch. Denn in diesem Forschungsprojekt werden mit einem enormen finanziellem und personellem Aufwand schon jetzt die Genehmigungsgrundlagen für Gorleben erarbeitet. So werden Fakten geschaffen, die die notwendige Offenheit der angekündigten Standortsuche konterkarieren.
  • Hinterzimmer-Politik statt offenem Dialog – eine Zwischenbilanz zur Diskussion um das Standortauswahlgesetz
    22. April 2012 – Am 24.04.2012 soll das „Spitzengespräch“ von Vertretern des Bundes und der Länder, von Regierung und Opposition zum Standortauswahlgesetz (besser bekannt als Endlagersuchgesetz) stattfinden. Für die Wolfenbütteler AtomAusstiegsGruppe – Initiative für eine nachhaltige Energiepolitik Grund genug, die bisherige Diskussion zu betrachten und zu bewerten. Die Bilanz: Die bisherige Vorgehensweise ist mehr als bedenklich!

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