Mit einer Kundgebung in Berlin soll am 03. März auf die Gefahren des Forschungsreaktors im Hahn-Meier-Institut aufmerksam gemacht werden. Auf dem Mexikoplatz und am Rathaus Babelsberg finden Proteste statt, die die Evakuierungszone bei einer möglichen Kernschmelze markieren, denn bei einem schweren Unfall würde kein Mensch ohne radioaktiven Check hier herauskommen.

Die Bundesregierung hat im letzten Jahr den sogenannten Stresstest für den alten Atomreaktor in Berlin-Wannsee durchführen lassen. Nach Vorlagen des Reaktor-Betreibers, dem Helmholtz Zentrum Berlin (HZB), wurde dieser Test vom TÜV Rheinland mit Hilfe eines Fragenkatalogs durchgeführt. Die ergebnisoffene Prüfung durch das Abgeordnetenhaus Berlin ist noch nicht abgeschlossen. Der Senat sagt aber schon jetzt, aufgrund des TÜV-Gutachtens sei der Reaktor sicher. Der TÜV wiederum stützt sich auf die nur schriftlich vorgelegten Angaben des Betreibers HZB. Kein TÜV-Gutachter war deswegen vor Ort, der Reaktor war bei der externen Prüfung außer Betrieb. Wie konnte da eine umfassende technische Prüfung vorgenommen werden? Brisante Fragen wurden nicht gestellt oder vertagt. Der Fragenkatalog hätte aber folgende Tatsachen erfassen müssen:

  • der alte Reaktor hat keine Schutzhülle
  • es besteht eine große Gefahr eines Flugzeugabsturzes
  • direkt am heißen Reaktorkern sind ungeeignete Materialien verbaut
  • es besteht ein Riss im Kühlsystem
  • in einer einfachen Halle mit Blechdach lagern 800 Kubikmeter schwach- und mittelradioaktivem Atommüll
  • der Atomreaktor gibt jährlich ein Vielfaches der Menge eines wesentlich größeren Atomkraftwerkes an hochradioaktivem Tritium an die Luft ab
  • der Transport radioaktiver Materialien erfolgt auf öffentlichen Straßen.

Keine andere deutsche Großstadt duldet so etwas auf ihrem Stadtgebiet!

Mehrere 100.000 Menschen wären betroffen, wenn es zu einer Kernschmelze im Reaktor oder einem Brand im Zwischenlager kommt. Selbst die Betreiberfirma musste im letzten Jahr kleinlaut zugeben, dass eine Kernschmelze infolge eines Flugzeugabsturzes nicht ausgeschlossen werden kann.

Als Orte für Protestkundgebungen wurden der Mexikoplatz und das Rathaus Babelsberg ausgewählt, weil hier die Evakuierungs-Sperrzone bei einem schweren Störfall endet. Aus dieser Zone kommt bei einer Kernschmelze kein Mensch ohne radioaktiven Check mehr heraus! Der Berliner Senat kommt seiner Sorgfaltspflicht nicht nach und die Gefahr radioaktiver Verstrahlung wird überhaupt nicht ernst genommen. Damit muss endgültig Schluss sein.

Es gibt nur eine sichere Lösung: Die sofortige Stilllegung sowie der Abriss des Berliner Atomreaktors am Wannsee!

  • Atomausstieg? Die Wahrheit Teil 14: Forschungsreaktoren laufen weiter
    Deutschland steigt aus. Bis 2022 sollen in einem Stufenplan alle Atomkraftwerke abgeschaltet werden, das erste bereits 2015. Schwarz/gelb feiert das eigene Einknicken im Fortbestand der Atomenergie als Erfolg, rot/grün stimmt mit dem Argument “alternativlos” zu. Doch die deutschen Forschungsreaktoren bleiben unangetastet.

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