Der für die kommende Woche geplante Castor-Transport nach Gorleben hätte möglicherweise nicht genehmigt werden dürfen. Dies ergibt sich aus einer „Ausarbeitung“ der Wissenschaftlichen Dienste des Deutschen Bundestags. Grund ist nach Ansicht der Autoren die Unsicherheit, ob durch den zusätzlichen Atommüll im Zwischenlager Gorleben Strahlungsgrenzwerte überschritten werden. Atomkraftgegner fordern, den illegalen Transport sofort zu stoppen!

Messgeräte am Zaun der Anlage hatten bereits im Sommer eine erhöhte Strahlendosis gemessen. Danach hätte der Einlagerungsbetrieb unterbrochen werden müssen. Dennoch hat der niedersächsische Umweltminister Hans-Heinrich Sander (FDP) nach mehreren Kontrollmessungen und Hochrechnungen des TÜV den Transport kürzlich zugelassen.

Nach Einschätzung der Wissenschaftlichen Dienste wirke die Auswertung der Niedersachsen aber „wenig überzeugend“ und „unwissenschaftlich“. So fehle etwa eine „kritische Auseinandersetzung mit Unsicherheiten und Fehlergrenzen“. Die atompolitische Sprecherin der Grünen, Sylvia Kotting-Uhl, die den Dienst um seine Beurteilung gebeten hatte, fordert nun Umweltminister Norbert Röttgen zum Vorgehen gegen Niedersachsen auf: „Er muss den Murks beenden.“

Atomkraftgegner fordern erneut den sofortigen Stopp des Castortransport, der bereits am 23.11. starten soll.

  • Mehrheit der Bevölkerung ist gegen Castor
    20. November 2011 – 68 Prozent der Deutschen halten den diesjährigen Castortransport für unverantwortlich. Ihrer Meinung nach ist der Streit um die Strahlenmessungen am Zwischenlager in Gorleben nicht hinreichend geklärt, um der Einlagerung weiterer Castoren zuzustimmen. Dies ergab eine repräsentative Meinungsumfrage von TNS Emnid im Auftrag von Greenpeace.

Quelle (Auszug): mvpo.com, 20.11.2011


Ähnliche Beiträge:

  1. Letzter Frankreich-Castor nach Gorleben genehmigt
    Das Bundesamt für Strahlenschutz hat der letzten hochradioakiven Atommüllfuhre aus der Wiederaufarbeitungsanlage in Frankreich einen Freifahrtschein für seinen Weg nach Gorleben erteilt. Anfang November sollen weitere elf Behälter in das...
  2. Castor-Moratorium gefordert: “Der nächste Castor-Transport ist politisch absolut falsch”
    Ein Satz nicht etwa einer Bürgerinitiative aus dem Wendland sondern von Niedersachsens Umweltminister Sander (FDP). Auch sein Kollege, Ministerpräsident McAllister freut sich nicht über die Ende November geplanten Strahlenfracht und...
  3. Trotz Strahlenalarm: Anwohner dürfen nicht gegen Gorleben-Castor klagen
    Das Oberverwaltungsgericht Lüneburg hat zwei Klagen von Anwohnern der Castor-Strecke Lüneburg -- Dannenberg abgewiesen. Grundsätzlich seien Anwohner nicht befugt, gegen Atommülltransporte vor Gericht zu ziehen, um diese zu verhindern. Parallel...
  4. Entscheidung über Castor-Transport nach Gorleben fällt Ende Oktober
    Das Umweltministerium in Hannover will bis Ende Oktober über die Einlagerung weiterer Castor-Behälter im Zwischenlager Gorleben entscheiden. Das geht aus einem Mittwoch vom Ministerium veröffentlichten Zeitplan hervor. Zur Zeit rollen...

Kommentieren

Merchandise
Es gibt sie wieder: Pullis, Taschen, Jacken und noch mehr. Im Wendlandshop Rote Zora!
Kennst Du schon:
Täglich aktuelle Anti-Atom-Nachrichten per twitter gibt es über unseren Kanal:
Aktionen
social networks

Jetzt & Sofort:
Aktionsbilder
Partner
Wir sind offizieller Partner der:
Artikel-Archiv
Login