Die Fertigstellung des “Europäischen Druckwasserreaktors” (EPR) im finnischen Olkiluoto verzögert sich weiter. Der Meiler wird vom französischen Konzern AREVA in Zusammenarbeit mit Siemens gebaut und sollte die nukleare Rennaiscance in Europa einläuten. Mittlerweile sind die Arbeiten über fünf Jahre im Verzug und die Kosten so extrem angestiegen, dass der Nuklearkonzern finanzielle Probleme bekommt.

Wie die Betreibergesellschaft TVO mitteilte, wird der Reaktor wegen technischer Probleme nicht vor 2014 ans Netz gehen. Ursprünglich war das Jahr 2009 vorgesehen, Baubeginn des 1600-Megawatt-Reaktors war 2005. TVO sowie der deutsche Siemens-Konzern und das französische Unternehmen Areva geben sich gegenseitig die Schuld an den Verzögerungen und streiten sich bereits seit längerem vor einem Schiedsgericht.

Am 27. Mai 2011 wurden die letzten Betonarbeiten für die äussere Reaktorhülle der im Bau stehenden finnischen Kernkraftwerkseinheit Olkiluoto-3 abgeschlossen und zudem im April und Mai zwei Reaktorkühlpumpen montiert.

Grund für die aktuellen Verzögerungen seien unter anderem Probleme beim Kontrollsystem und bei elektrischen Installationen. Es handelt sich bereits um die sechste Verzögerung. Zudem sind die Kosten des einst schlüsselfertig zu einem Festpreis von drei Milliraden Euro. Heute belaufen sich die Kosten wegen Verzögerungen beim Bau und fehlenden Einnahmen durch Stromerlöse auf mindestens 5,3 Milliarden Euro.

Atomkraftgegner kritisieren den angeblich “inhärent sicheren” Reaktor, der genau wie alle anderen AKW Atommüll produzieren und die Umwelt verstrahlen wird. Ein Eingeständnis, dass der EPR gescheitert ist, ist lange überfällig.

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Quelle (Auszug): dw-world.de; 12.10.2011

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