Am 17./18. September finden an zahlreichen Atomstandorten Aktionen statt. Dieser Tag wird der Tag des Widerstandes gegen Atomkraft in Belgien, Luxemburg, Frankreich, den Niederlanden und Deutschland: Vor den 4 französischen AKWs bei Cattenom, den zwei AKWs bei Fessenheim, am geplanten französischen Endlager in Bure, vor der einzigen Urananreicherungsanlage Deutschlands in Gronau und vor den drei belgischen AKWs bei Tihange wird demonstriert.

In Bure plant Frankreich ein Endlager für hochradioaktiven Müll. 1998 wurd die Errichtung von zwei Untertage-Labors beschlossen, um den Tongestein auf seine Eignung zu überprüfen. Für eine Millionen Jahre müsste der Atommüll sicher eingeschlossen werden – ein Ding der Unmöglichkeit. Seit 1994 wird gegen das Projekt protestiert, am 17.und 18.09. findet nun ein Festival statt:

In Fessenheim. unweit der deutschen grenze am Rhein stehen die zwei ältesten Reaktoren Frankreichs, die kürzlich eine Laufzeitverlängerung erhalten haben. Kritiker bezweifeln die Sicherheit gegenüber Erdbeben, Deichbruch, Überschwemmung. Das Containment ist undicht und das Fundament, auf dem der Meiler steht, zu dünn. Der Meiler ist bereits 34 Jahre in Betrieb. Ende Juni hatten mehrere tausend menschen das AKW mit einer Menschenkette umzingelt, am 18.09. wird mit einer Aktion auf den Rheinbrücken erneut demonstriert.

In Cattenom an der Mosel stehen vier Druckwasserreaktoren. Kürzlich wurde der Ruf nach deren Stilllegung wieder laut, weil die Anlage auf eine nukleare Katastrophe wie nach einem Erdbeben nicht ausreichend vorbereitet ist. Das geht aus einem Bericht der französischen Atombehörde hervor. Das AKW im Dreiländereck SaarLorLux kommt in die Jahre. Kurz nach der Tschernobyl-Katastrophe und gegen den lautstarken Widerstand aus der Bevölkerung wurde 1986 der erste von vier Meilern in Betrieb genommen. Ein Ende der Laufzeit – so wollen es die Betreiber – ist nicht in Sicht. Am 17.09.2011 wird für die Stilllegung demonstriert!

Nach einer ersten kleinen Demo am Dreiländereck mehrt sich nun auch der Widerstand in Belgien und den Niederlanden. Nach fast 30 Jahren wird es am 17.09. eine gemeinsame Großdemonstration am AKW Tihange geben. In Tihange befindet sich eines von zwei AKWs in Belgien – gefordert wird die Stilllegung aller Reaktoren bis spätestens 2015.

Im münsterländischen Gronau gibt es ein internationales Vernetzungscamp vom 17. bis 18.9. Gemeinsam soll beraten werden, wie der Protest gegen die einzige Urananreicherungsanlage Deutschlands fortgeführt wird. In Gronau wird nämlich nicht ausgestiegen, sonder die Atomenergie ausgebaut. Für den Weltmarkt produziert die Anlage den Brennstoff Uran.

  • Laufzeitverlängerung für ältestes AKW in Frankreich
    24. Juni 2011 – Das älteste französische Atomkraftwerk Fessenheim liegt nur wenige Kilometer von der deutschen Grenze entfernt am Rhein. Laut eines Medienberichtes wird Block 1 eine zehnjährige Laufzeitverlängerung bekommen – trotz massiver Sicherheitsbedenken. Am Sonntag wird gegen den Weiterbetrieb mit einer Menschenkette protestiert.

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