Nachdem nun am vergangenen Wochenende in Deutschland trotz der Nichtverfügbarkeit von 11 der 17 AKWs alle Lichter angeblieben sind, wird erneut vor einem Blackout gewarnt. Nun soll zu Pfingsten dank des Atomausstiegs das Stromnetz kollabieren. Die Bundesnetzagentur kündigt unterdessen Massnahmen gegen energieintensive Unternehmen an.

“Es kann an Pfingsten eng werden im Netz, weil die Last sehr schwach ist”, erläutert Matthias Kurth, Präsident der Bundesnetzagentur. Die Industrieproduktion ruhe, so dass die Nachfrage gering sei – gleichzeitig fließe aber Strom aus Wind- und Sonnenanlagen an weit entfernten Standorten ins Netz. “Die Netze sind dann unter Stress, das kann zu Schwierigkeiten führen.”

Besonders für den Winter warnt die Behörde vor massiven Problemen: wenn der Stromverbrauch hoch und die Zufuhr etwa von Sonnenstrom gering ist könnte das zu einem Kollaps der Netze führen.

Die Bundesbehörde kündigt dagegen scharfe Massnahmen an: man wollen notfalls energieintensive Unternehmen zwingen, die Produktion zu stoppen – und damit für eine Netzentlastung sorgen.

Auch die Stromkonzerne machen immer wieder Angst vor Stromausfällen. RWE-Chef Grossmann prognostizierte schon bei der abschaltung weniger AKWs ein Stromproblem – doch es blieb aus. Während Atomkraftgegnern das argumentieren mit der “Angst” vor einem Super-GAU vorgeworfen wird, diese sich mit Fukushima aber erneut bewahrheitet hat, bleibt die Angst vor einem Strom-Blackout eine Farce der Atomlobby-Politik.

Atomkraftgegner begrüßen die lange überfälligen Schritte: Die Industrie als größter Stromverbraucher in Deutschland muss zum Umdenken gezwungen werden. Auch hier müssen Energieeffizienz und -sparen stärker beachtung finden. Derzeit können sich – im Gegensatz zum Privatkunden – insbesonderes energieintensive Unternehmen über “Sonderangebote” der Atomstromfirmen freuen. Sie bekommen vergünstigt Energie aus den alten Kraftwerken geliefert.

  • Nicht nur Privathaushalte, auch die Industrie muss umdenken!

Quelle: dpa, 02.06.2011


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