In der Bewertung der Ursachen des Reaktorunfalls im japanischen AKW Fukushima sind von Seiten des Betreibers neue Einschätzungen zu hören: Bisher sprachen alle Verantwortlichen immer von einer unvorhersehbaren “Naturkatastrophe” – nun gesteht TEPCO “menschliches Versagen” ein. Dieses Eingeständis muss Auswirkungen auf den Reaktorbetrieb in aller Welt haben!

“Die Katastrophe, die sich im KKW Fukushima ereignet hat, ist auf menschliches Versagen zurückzuführen”, so Vizepräsident Norio Tsuzumi bei einem Besuch des evakuierten Dorfes Iitate. Im Vorfeld des Fukushima-Unfalls hätten adäquate Schutzmaßnahmen getroffen werden müssen.

Hintergrund und Fakten:

  • Sind japanische AKW-Betreiber schlechter als deutsche?
    28. März 2011 – Wir befürchten: Nein. In Japan wurde in der Vergangenheit getrickst, getäuscht, beschwichtigt und die Bevölkerung in Sicherheit gewogen. Vergleichbare Praktiken sind uns in Deutschland gut bekannt. Wir erinnern (un)gern an die Täuschungsmanöver Vattenfalls bei den Störfällen in Krümmel. Eine kleine Chronologie aus unseren Aufzeichnungen zum GAU in Japan zeigt die Hintegründe des menschlichen Versagens.

Auch der Super-GAU von Tschernobyl war letztlich “menschliches Versagen”. Die Komponente Mensch in einem hyper-komplexen System wie einem AKW ist eine unberechenbare und nicht zu kalkulierende Fehlerquelle.

  • Die einzige Sicherheit gegen menschenliches Versagen ist: Stilllegen – sofort!

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1 Kommentar zu „Fukushima war “menschliches Versagen”“

  • Ernesto Lukschik schreibt am 6. Mai 2011 um 10:51

    Menschliches Versagen? Da lachen doch die Hühner !!! Menschliches Versagen ist zB, wenn jemand wegen Übermüdung oder Reizüberflutung oder Vergesslichkeit spontan eine Fehlhandlung begeht, zB einen falschen Schalter bedient.
    Im Falle der Kernenergie handelt es sich jedoch meist um bewusstes und vorsätzliches Unterlassen von notwendigen aber kostspieligen Sicherheitsmaßnahmen zum Zwecke der Gewinnmaximierung.

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