Einen konkreten Termin für den nächsten Castor-Transport nach Gorleben soll es noch nicht geben. Das Bundesamt für Strahlenschutz (BfS) wird erteilte Genehmigungen für Atommüll-Transporte nicht mehr auf seiner Internetseite veröffentlichen, wenn diese noch nicht durchgeführt wurden. Aus Gründen der Sicherheit habe das Bundesumweltministerium darum gebeten, sagte BfS-Pressesprecher Florian Emrich NDR.de.

Die Bürgerinitiative (BI) Umweltschutz Lüchow-Dannenberg hat dieses neue Vorgehen als Geheimniskrämerei bezeichnet. BI-Sprecher Wolfgang Ehmke vermutet als Hintergrund auch, dass sich die Aktivisten nicht mehr so richtig auf Demonstrationen vorbereiten können.

Noch keine Genehmigung für den nächsten Transport

BfS-Sprecher Emrich weist das zurück: “Die jeweiligen Transporttermine sind bisher regelmäßig lange im Voraus bekannt geworden, auch ohne entsprechende Liste.” Konkrete Termine seien auch in der Vergangenheit nicht in der Liste aufgeführt gewesen. Diese würden zwischen Transporteur und Aufsichtsbehörden vereinbart. Für den nächsten Transport von elf Castorbehältern in das Zwischenlager Gorleben sei noch keine Genehmigung erteilt worden, sagte Emrich.

Neuberechnung von Grenzwerten gefordert

Unterdessen verwies der Epidemiologe Wolfgang Hoffmann von der Universität Greifswald bei einer Podiumsdiskussion in der Hansestadt daraufhin, dass die Castor-Strahlung gefährlicher sei, als bisher angenommen. Er forderte eine Neuberechnung von Grenzwerten auch für die Strahlenbelastung von Polizisten, die zum Begleitschutz von Castor-Transporten eingeteilt sind.

Quelle: ndr.de, 29.04.2011


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