Nach Presseberichten soll am kommenden Dienstag der umstrittene Transport von Plutonium-Brennstäben aus der britischen Wiederaufarbeitunganlage Sellafield zum AKW Grohnde stattfinden. Das Schiff soll im Hamburger Hafen anlanden. Bislang liegt aber keine Genehmigung für den Transport, der erst am 07.02. abgesagt wurde, vor.

Unter news.yahoo.de war mit dem Titel “Atomtransport im Hamburger Hafen erwartet” am 18.02. berichtet worden, dass der MOX-Transport nach Grohnde unmittelbar – nämlich am 22.02. – bevorstünde.

- Richtig ist, daß am 22.02.11 ein Atomtransport aus St.Petersburg in Russland mit dem Frachter ‘Kholmogory’ über den Hamburger Hafen erwartet wird. Dabei werden allerdings keine(!) MOX-Brennelemente aus Sellafield ins AKW Grohnde befördert. Sondern möglicherweise unbestrahlte Brennelemente, angereichertes Urandioxid (UO2), angereichertes Uranhexafluorid (UF6) und/oder Uranerzkonzentrate (U3O8).

- Aus der derzeit aktuellen Liste der Transportgenehmigungen des BfS vom 14.02.11 geht dazu hervor: Es gibt bislang(!) noch keine Transportgenehmigung für einen MOX-Transport aus Sellafield nach Grohnde.

- In Hamburg haben noch(!) nicht rund 1000 AtomkraftgegnerInnen gegen den Transport demonstriert.

- Eine große Demonstration mit rund 1000 AtomkraftgegnerInnen gegen den MOX-Transport fand dagegen am 15.01.11 am AKW Grohnde statt.

weitere Informationen zum MOX-Transport nach Grohnde:

Insgesamt 16 sogenannte Mischoxid-Brennelemente sollen aus Sellafield mit einem russischen Frachter über Hamburg ins niedersächsische Atomkraftwerk Grohnde gebracht werden. Das teilt laut eines Presseberichts die Anti-Atomkraft-Organisation “Atomkraft Nein Danke” am Freitag in Hamburg mit.

Der Betreiber des AKW E.ON hatte einen für das erste Quartal dieses Jahres erwarteten Transport Anfang Februar überraschend abgesagt. E.ON begründete dies mit dem Fehlen einer Genehmigung.

Am 15.01. demonstrierten rund 1.000 Atomkraftgegner mit einem “Probesitzen” vor dem AKW Grohnde gegen den Transport und forderten den Stopp: Die Atomkraftgegner begründeten die Forderungen mit der Gefahr eines Unfall während des Transports, dem erhöhten Risiko beim Einsatz dieser Brennelemente im Reaktor und mit der doppelt so hohen Strahlung bei der ohnehin ungeklärten Entsorgung von Brennelementen.

Bei einem Unfall des Atomtransports mit längerem Brand oder starkem Aufprall können Plutonium-Partikel frei werden. Schon ein Millionstel Gramm Plutonium kann eingeatmet Krebs erzeugen. Das Inventar des Reaktors wird durch den MOX-Einsatz höher, so dass die Auswirkungen von katastrophalen Unfällen noch vergrößert werden. Der Transport enthält auch 400 kg Plutonium.


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