"Siemens ist in diesem Markt präsent und möchte seine Position weiter ausbauen. Was wir derzeit in diesem Markt sehen, ist eine Renaissance", so Löscher am 26.07.2010.
"Wir beabsichtigen, unser Engagement in Schritten auch in den nuklearen Kreislauf hinein auszuweiten", sagte Siemens-Vorstand Wolfgang Dehen Mitte 2009 dem Spiegel. "Heute bietet der Markt ein fantastisches Potenzial."
Siemens ist in Deutschland der Atomkonzern Nr. 1
Das Unternehmen hat in Deutschland mehr als 20 kommerzielle Atomkraftwerksblöcke gebaut. 17 dieser Atomreaktoren sind derzeit noch in Betrieb. Vier weitere Atomkraftwerke errichtete Siemens als Generalunternehmer in den Niederlanden (Borssele, 1973), in Argentinien (Atucha-1, 1974), in der Schweiz (Gösgen, 1979) und in Spanien (Trillo-1, 1988). Darüber hinaus entwickelte und baute Siemens mehrere Forschungsreaktoren.
In Russland gibt es angeblich bereits den Zuschlag für die Beteiligung am Bau eines umstrittenen Reaktors bei Kaliningrad. Auch am Debakel "Europäischer Druckwasserreaktor" im finnischen Olkiluoto ist Siemens gemeinsam mit dem französischen Unternehmen AREVA involviert.
Siemens im internationalen Atom-Business: Framatome / AREVA - Aus dem Imageverlust wurde ein neuer Name
Der weltweit führende Hersteller von Atomkraftwerkstechnik ist die „AREVA“, ehemals Framatome mit Sitz in Paris. Die Firma ist bis zum Ausstieg von Siemens 2009 ein Zusammenschluss von Siemens/KWU (34%) und der französischen Framatome (66%) gewesen. Mit einem nahezu Monopol auf dem Weltmarkt trägt AREVA eine entscheidende Verantwortung für den Weiterbetrieb der Atomkraftwerke. Die deutsche Tochtergesellschaft hat ihren Sitz in Erlangen und führte die Geschäfte von Siemens/KWU unverändert fort.
Da Deutschland - nach dem offiziell letzten Projekt, dem Forschungsreaktor FRM-II in Garching, seit 1982 keine Atommeiler mehr in Auftrag gab, setzt AREVA verstärkt auf den Export - vor allem in die Länder im Osten: In die Slowakei mit dem AKW Mochovce, der Ukraine (K2R4-Reaktor) und viele weitere Länder Ostasiens. In Finnland leitet "Framatome ANP" nicht unwesentlich Lobbyarbeit für die Atomenergie. Die Bauten in den ostasiatischen Ländern werden meist mittels staatlicher Kredite oder Hermes- Bürgschaften finanziert, die in Form von Strom an Deutschland zurückgezahlt werden sollen.
Prestigeprojekt Europäischer Druckwasserreaktor (EPR)
Was eigentlich für AREVA und Siemens der Durchbruch auf dem weltweiten Atomkraftwerksmarkt werden sollte, entwickelt sich in Finnland zu einem Milliardendesaster: Der erste "Europäische Druckwasserreaktor" (EPR) in Olkiluoto, der von AREVA und Siemens entwickelt wurde, verzögert sich aufgrund von Pannen immer weiter in der Fertigstellung, das einst zu einem Festpreis angebotene AKW wird viel teurer als geplant.
Bedeutet „deutsche AKW-Technik“ auch größte Sicherheit?
Nein: Die in deutschen AKWs entsprechen nicht mehr dem heutigen Stand der Technik, in zahlreichen Gutachten wurden Mängel über Mängel aufgezeigt. Keines der deutschen AKWs wäre heute, nach einem novellierten Atomgesetz, genehmigungsfähig! Aufgrund des hohen Kostendruckes wegen des offenen Wettbewerbes durch die Liberalisierung des Strommarktes wird immer mehr gespart - auf Kosten der Sicherheit: jährliche Routinearbeiten werden zeitlich verkürzt, für sicherheitsrelevante Reparaturarbeiten werden Hilfskräfte bzw. Leiharbeiter eingesetzt.
Die Macht der Verbraucher wird in Deutschland immer noch gewaltig unterschätzt. Die einzige Sprache, welche Konzernmanager verstehen, ist die Sprache des Geldes. Wenn Sie auf Produkte des Siemens-Konzerns verzichteten, können Sie zusammen mit vielen anderen Verbrauchern eine Menge verändern.
Der Siemens-Boykott ist eine Aufforderung an die Gesellschaft, über die Risikotechnologie Atomkraft „abzustimmen“
Verantwortungsvolle Menschen sollten von einem Unternehmen solange nichts mehr kaufen, bis der Bedrohung von Leben und Gesundheit durch die Atomgeschäfte ein Ende gesetzt wird!
Die extremen Risiken der Atomenergienutzung wie die Gefahren eines schweren Kernschmelzunfalls rechtfertigen einen Boykott z.B. von einem Siemenshandys!
Protest gegen neuen Atomkraftwerke von Siemens!
Schickt dem Aufsichtsratvorsitzenden der Siemens AG, Peter Löscher eure Meinung! Solange Siemens auf Atomtechnik setzt, kaufen wir keine Siemens-Produkte mehr!