Der bayerische Ministerpräsident Horst Seehofer ist für seine Forderung nach einer unbegrenzten Laufzeiten der Atomkraftwerke von SPD und Grünen scharf kritisiert worden. Seehofers Vorschläge seien «Atomlobbyismus pur auf Kosten gegenwärtiger und zukünftiger Generationen», erklärte die Grünen-Vorsitzende Claudia Roth am Samstag in Berlin.Der SPD-Vorsitzende Sigmar Gabriel nannte Seehofers Vorstoß verantwortungslos und bezog in seine Kritik auch den baden-württembergischen Ministerpräsidenten Stefan Mappus (CDU) ein.
CSU-Chef Seehofer hatte erklärt, der Maßstab für die Laufzeit von Kernkraftwerken müsse die Sicherheit sein. Auf die Atomenergie könne noch nicht verzichtet werden, weil die regenerativen Energie in Deutschland noch nicht weit genug entwickelt sei.
Roth sagte, den «Atomausstieg vertagen auf St. Nimmerlein und den Atommüll den Nachbarn aufhalsen mit St. Florian - Seehofers Vorschläge für unbegrenzte Laufzeiten haben mit dem christlichen Erhalt der Schöpfung rein gar nichts mehr zu tun.» Die CSU zerstöre ihr Wertefundament, setze die Sicherheit der Bevölkerung aufs Spiel und blockiere den Ausbau der erneuerbaren Energien.
Streit über Endlager
Gabriel sagte, Seehofer und Mappus seien «zu feige, in Süddeutschland die geeigneten Standorte für Atommüllendlager untersuchen zu lassen, rufen aber am Lautesten nach der Verlängerung der Laufzeiten von Atomkraftwerken. Das ist verantwortungslos». Dass sich Bundesumweltminister Norbert Röttgen (CDU) dafür als Handlanger hergebe, sei schlimm. «Röttgen lässt zu, dass Gorleben auf der Grundlage jahrzehntealter Konzepte zusammengebastelt wird, nur um den Bayern und Baden-Württembergern die Standorterkundung zu ersparen. Die Gewinne im Süden, den Atommüll nach Norden - das ist das energiepolitische Konzept von CDU und CSU.» < zur Artikelübersicht
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